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Potsdam Indie-Rock in der Potsdamer Fahrradstation
Lokales Potsdam Indie-Rock in der Potsdamer Fahrradstation
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01:15 18.02.2019
Alexandra Simon (26) und Inhaber Konrad Lenz (34) veranstalten in der Fahrradstation kleine Konzerte. Quelle: Stefan Gloede
Berliner Vorstadt

Fahrradgabeln tragen die schweren Holzbretter vor dem Schaufenster. Drumherum hängen Lichterketten mit großen Glühbirnen, davor stehen Räder aller Art aufgereiht.

Am Ende der Gutenbergstraße, kurz bevor sich die Berliner Straße und Nuthestraße treffen, verwandelt sich die Fahrradstation Potsdam am kommenden Dienstagabend von etwa 20 bis 23 Uhr in einen Konzertsaal. „Wir wollen weg davon, dass wir nur ein klassischer Fahrradladen sind“, sagt Geschäftsführer Konrad Lenz (34). Er betreibt gemeinsam mit seiner Freundin Alexandra Simon. Die 26-Jähre berät im Laden und kümmert sich um den Online-Auftritt der Fahrradstation.

Plattenlabel nach Potsdam

Das kleine Hamburger Plattenlabel „Devil Duck Records“ organisiert seit 2013 das Konzertformat „Youngbloods“, seit 2017 findet es zweimal im Jahr im statt. Dabei treten in der Regel junge, oft unbekannte Künstler aus der Indie-Rock-Pop-Richtung auf, die zum Teil schon in einer Band gespielt haben und es nun Solo probieren. Mit der Tour 2019 reisen die drei Künstler durch die ganze Republik – unter anderem waren sie schon in Berlin, Hannover und Kiel zu sehen (siehe Kasten). Potsdam bildet den Abschluss der achtwöchigen Tour.

Sänger aus aller Welt treten auf

Einer der auftretenden Künstler am Dienstagabend in der Potsdamer Fahrradstation ist „Onk Lou“, mit bürgerlichem Namen Lukas Weisser. Der kleine Mann mit Bart und Akustikgitarre aus Österreich hat eine rauchig-soulige Stimme und war in den letzten Jahren europaweit auf als Straßenmusiker unterwegs. 2017 schaffte der Singer-Songwriter den Schritt in die Radios. Außerdem kommt auch die Band Gunner &Smith aus Kanada. Frontmann Geoff Smith kombiniert Alt-Country mit Indie-Rock und feurigen Beats. Dritter im Bund ist Nick Faraone alias Barbarisms. Der Amerikaner lebt in Schweden und ist nun solo unterwegs.

Freies „Hut-Konzert“

Seit zwei Jahren nimmt die Fahrradstation Potsdam an dem Format Youngbloods teil. „Mittlerweile haben wir schon ein richtiges Stammpublikum“, sagt Konrad Lenz. Etwa 25 bis 40 Menschen versammeln sich in dem kleinen Verkaufsraum und nehmen auf dem grünen Sofa vor dem urigen Küchenbuffet Platz. Das aus Kisten gebaute Podest, wo gerade noch ein Fahrrad zum Verkauf angepriesen wurde, wird dann kurzerhand zur Bühne umfunktioniert. „Die Leute wissen, worauf sie sich einlassen“, sagt Konrad Lenz. Der Eintritt zu dem „Hut-Konzert“ ist übrigens wie gewohnt frei – ein ausgedienter Fahrradhelm steht für freiwillige Spenden auf der Anrichte. „Man kann genießen, sich wohlfühlen und man weiß, dass es ein schöner Abend wird“, sagt Alexandra Simon.

Weitere Termine in der Fahrradstation

Die Fahrradstation Potsdam befindet sich in der Gutenbergstraße 53 und hat täglich von 9 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Zu kaufen gibt es neue und gebrauchte Räder sowie Zubehör. Zudem werden in der Werkstatt alte Modelle restauriert.

Wer ein Rad für einen Ausflug braucht, wird hier auch fündig. Auch E-Bikes stehen zur Verfügung.

Das Team plant regelmäßig sogenannte „Ausfahrten“ in Potsdam und Umgebung. Nach der Runde gibt es Kaffee und Kuchen.

Auch besondere Radrennen sind immer ein Höhepunkt und werden auf dem Bildschirm im Laden gemeinsam geschaut.

Der nächste Termin zu „Paris-Roubaix – die Königin der Classics" findet am 14. April von 12 bis 18 Uhr statt.

Informationen und Termine zu weiteren „Youngbloods“-Touren finden Sie online unter www.devilduckrecords.com.

Zu Gast waren schon Künstler aus Neuseeland, Irland, Frankreich oder Kanada. „Youngbloods hat damals einen Standort in Potsdam gesucht über Freunde entstand der Kontakt“, erzählt Alex Simon. Schon zuvor hatten sie bei der Potsdamer Wohnzimmerkultur mitgemacht. Bei dem Event werden wechselnd für die Auftritte private Wohnungen für Konzerte gesucht. Welche Sänger kommen, darauf hat das Team der Fahrradstation keinen Einfluss. „Es kommt immer ein neuer Schwung Künstler“, sagt Alexandra.

Von den Ketten abheben

Konrad Lenz, der den Laden 2016 gekauft und aufwendig kernstiert hat, möchte sich mit dem Konzept auch bewusst von großen Ketten abheben, die nach stetem Zeitplan Kunden bedienen, sagt er. Gelernt hat er in dem kleinen Fahrradgeschäft in der Charlottenstraße und später dann bei namhaften Playern in Berlin gearbeitet. „Da hat man 20 Minuten Zeit gehabt für einen Kunden, dann musste man sich einen neuen suchen,“ erzählt er. Auch Stationen im Onlinegeschäft und als Fahrradkurier hat er schon hinter sich. Er selbst ist leidenschaftlicher Radler, hat europaweit über 100 Rennen im Lizens-und Freizeitbereich mitgemacht und organisiert auch regelmäßig Radtouren für seine Kunden. „Es geht nicht immer um Kommerz, wir möchten lokal mit den Leuten coole Sachen machen“, sagt er. Vor Ort möchte sich das Team auch bei dem 24-Stunden-Spektakel „Stadt für eine Nacht“ in der Schiffbauergasse zeigen.

Von Anne Knappe

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