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Potsdam Kopf der „Nutheschlange“ wird Ende 2019 abgerissen
Lokales Potsdam Kopf der „Nutheschlange“ wird Ende 2019 abgerissen
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01:18 01.12.2018
Das Terrassenhaus am Humboldtring wird abgerissen. Quelle: Friedrich Bungert
Zentrum-Ost

Das Terrassenhaus, der Kopfbau der Nutheschlange am Humboldtring, soll in Ende 2019 abgerissen werden. Ein Architektenwettbewerb für den Ersatzneubau ist in Vorbereitung. Das sagte ProPotsdam-Sprecherin Jessica Beulshausen am Dienstagabend auf einer Versammlung zahlreicher Mieter des langgestreckten Wohnkomplexes. Eine neugegründete „Initiative Nutheschlange“ hatte die Mieter der insgesamt 134 verbliebenen Wohnungen der Nutheschlange zum Gespräch über Probleme im Umfeld der Wohnanlage eingeladen.

Initiative Nutheschlange will Verbesserungen im Wohnumfeld

Während die sogenannten Schmetterlingshäuser und die Anglerhäuser vollkommen ausgelastet sind, ist das Terrassenhaus seit einigen Tagen leer. Die verbliebenen acht Mieter der insgesamt 38 Wohnungen seien im Laufe des Jahres ausgezogen, „der letzte Mieter hat das Haus Anfang des Monats verlassen“, sagte Martina Göhring, Bereichsleiterin des Vermieters Gewoba, der Teil der Pro Potsdam ist. Sie hatte die Versammlung der Initiative besucht, um Fragen der Mieter zu klären und Gerüchte aus der Welt zu schaffen, die seit Anfang 2018 in der Nachbarschaft diskutiert werden.

Bislang kein Rechtsstreit mit Architekt Hinrich Baller

Damals wurden die Pläne der städtischen Immobilienholding bekannt, dass das Terrassenhaus nicht saniert, sondern abgerissen werden soll. Grund ist eine Art wirtschaftlicher Totalschaden – die Sanierung hätte rund 3500 Euro pro Quadratmeter gekostet. Stattdessen soll ein etwa gleich hoher Neubau mit fünf Etagen errichtet werden, der rund 80 Wohnungen umfassen soll. Dafür werden Investitionen von rund 15 Millionen Euro geplant. Der Abriss des Terrassenhauses soll etwa 900 000 Euro kosten.

Die Abrisspläne wurden vom Erbauer, dem Berliner Architekten Hinrich Baller, kritisiert. Ein von ihm angedrohter Rechtsstreit wegen Verletzung des Urheberrechts sei bislang aber ausgeblieben, so Jessica Beulshausen.

Tiefgaragennutzer kriegen Ersatzflächen

Bereits gekündigt worden ist den Mietern der dreistöckigen Tiefgarage im unteren Bereich des Terrassenhauses. Sie müssen ihre Stellplätze zum Jahresende räumen, bekommen aber zu den gleichen Konditionen Ersatz in der Tiefgarage m hinteren Bereich der Nutheschlange.

In der Versammlung, die von rund 25 Mietern besucht wurde, konnten vor allem Gerüchte über weitere Abrisse ausgeräumt werden. Die Mieter bemängelten allerdings, dass sie bis heute nicht über die Pläne für das Terrassenhaus informiert worden seien. Tatsächlich wurde nur mit den direkt betroffenen Mietern des Terrassenhauses gesprochen. „Nehmen Sie mit, dass wir uns alle betroffen fühlen, denn es ist ein Zeichen von Gemeinschaft“, sagte einer der anwesenden Mieter.

Müll, mangelnde Grünpflege und Unklarheit über die „Spielstraße“

Sie nutzten die Gelegenheit zahlreiche Fragen zu äußern und Probleme zu benennen. Viel Müll gebe es mittlerweile, der sogar Ratten anziehe. Die üppige Grünanlage rund um den Seerosenteich sei durch mangelnde Bewässerung stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Status der gepflasterten Straße sei unklar. Sie wird von zahlreichen Kindern als Spielstraße genutzt und war lange Zeit dank einer Schranke eingeschränkt befahrbar – aber die Schranke fehle seit langem und ein Spielstraßenschild werde seit Jahren versprochen. Ebenso hieß es schon vor Jahren, dass Fahrradbügel vor den Häusern installiert würden, um den Diebstahl zu erschweren.

Nachdem nun zahlreiche Themen angesprochen wurden, versprachen Beulshausen und Göhring spätestens im Januar eine Mieterversammlung für die Anwohner der Nutheschlange – dann wollen sie auf alle Anregungen und Hinweise antworten.

Von Peter Degener

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