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Potsdam Stadtteilfrühstück macht munter und mutig
Lokales Potsdam Stadtteilfrühstück macht munter und mutig
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19:22 07.12.2018
Gesund, lecker und kostenfrei ist das Stadtteilfrühstück. Andrea Röhl und Tochter Nele (5) – hier mit Vorschulkumpel Max – sind inzwischen Stammgäste, wenn das Awo-Büro Kindermut und das Oskar einladen. Quelle: Varvara Smirnova
Drewitz

Für Käsekinder und Wurstfans, für Vitaminchen und Müslimäuse, für Möhrenknibbler und Kuchenkrümler – für alle im Kiez zwischen Drewitz, Stern und Kirchsteigfeld gibt’s zwei neue Termine: Jeden Mittwoch und Freitag zwischen 8 und 11 Uhr lädt das Büro Kindermut der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Kooperation mit dem Begegnungszentrum Oskar und dem Verein Soziale Stadt zum Stadtteilfrühstück ein. Was schon vor ein paar Wochen in aller Stille begann, ist nun offiziell eröffnet worden.

Nele (5) ist schon öfter hier gewesen. Nach der Vorschule kann sie eine Stärkung gut gebrauchen, sagt sie: „Hier ist es lecker!“ Während Nele die Gurkenstifte auf dem Teller vor sich zählt, plaudert ihre Mama mit den anderen Eltern, die das kostenfreie Angebot gern annehmen. Einige kannte sie schon vor dem Oskar, einige hat sie hier kennengelernt.

Locker quatschen – auch über Probleme und Sorgen

Zwischen Kaffee und Beeren-Smoothies tauscht man Erziehungstipps aus, plaudert über Arbeit und Freizeit und bespricht noch viele Themen mehr. „Es ist familiär hier“, sagt Andrea Röhl (31). „Das gefällt mir besonders gut. Wir quatschen hier locker eine Dreiviertelstunde durch.“ Und das Frühstück, klar, das sei auch klasse: „Das Angebot ist sehr ausgewogen, gesund und mehr als reichlich.“ Die Mandarinen sind geschält, die Äpfel geschnitten, der Salat ist gewaschen und gezupft. „Es ist auch schön, sich an seinem freien Tag einfach mal ein bisschen verwöhnen zu lassen“, sagt Andrea Röhl, die zwei Kinder und den Job als Arzthelferin unter einen Hut bringt, was nicht immer leicht ist.

Die Mandarinen sind geschält, die Äpfel geschnitten, der Salat ist gewaschen und gezupf – beim Stadtteilfrühstück kann man sich einfach mal verwöhnen lassen. Quelle: Varvara Smirnova

Gemeinsam essen, trinken, plaudern – und genießen, das ist der Schlüssel für sehr viel mehr als nur einen entspannten Vormittag. Beim Stadtteilfrühstück sind auch immer Ansprechpartnerinnen vom Oskar und vom Büro Kindermut zu treffen. Wer Fragen hat oder Sorgen, wer Hilfe braucht beim Ausfüllen der Bildungs- und Teilhabe-Anträge oder anderer Familienleistungen, findet bei ihnen ein offenes Ohr. Vom Muntermacher wird das Frühstück so schnell zum Mutmacher.

Lob aus der Stadtpolitik

Hans-Jürgen Scharfenberg, der Fraktionschef der Linken im Stadtparlament, hört sich bei der Eröffnung ein wenig um und lobt: „Das Stadtteilfrühstück ist ein sehr gutes, niedrigschwelliges Angebot.“ Das Awo-Büro Kindermut könne jederzeit auf sein Wahlkreisbüro Am Stern zählen, so Scharfenberg. Wer dort zum Beispiel gern Spenden wie Schulmaterialien abgeben möchte, sei herzlich willkommen. Man gebe die Sachen dann einfach von Büro zu Büro weiter.

Von Tür zu Tür brauchen Maria Plinger und Sohnemann Max zu Fuß nur ein paar Minuten. Wenn der Fünfjährige mit Nele in der Vorschule lernt, könnte seine Mutter auch bequem wieder heim gehen, einen Kaffee brühen und wieder rechtzeitig zum Abholen im Oskar sein. Ein paar Mal hat Maria Plinger das so gemacht. Seit ein paar Wochen aber trinkt sie ihren Kaffee lieber beim Stadtteilfrühstück. Wenn dann nach Vorschulschluss Max hinzu kommt: Achtung! „Max isst alles“, sagt Maria Plinger lachend. „Max isst auf. Und Max isst viel.“ Ob sie nächste Woche wieder da sind? „Sicher doch!“ sagt die 30-Jährige: „Ich kann das Stadtteilfrühstück nur empfehlen. Es ist sehr, sehr schön.“

Bitte spenden Sie gegen Kinderarmut!

Sterntaler, die MAZ-Weihnachtsaktion, sammelt Spenden für das Büro Kindermut der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Es ist ein erster Ansprechpartner für Familien in Not und bietet verschiedene Hilfen und Projekte an – etwa kostenfreie Schwimmkurse.

Wir bedanken uns heute bei folgenden Spendern: Gerhard Hoppe 20 Euro, Jürgen und Gudrun Faustmann 25 Euro, Werner und Beate Adam 50 Euro, Hannelore Kracht 50 Euro, Dieter und Gabriele Borowietz 100 Euro und Axel Wagner 100 Euro.

Bitte spenden auch Sie gegen Kinderarmut: Awo Bezirksverband Potsdam Verwendungszweck: Sterntaler Deutsche Kreditbank Berlin BIC: BYLADEM1001 IBAN: DE71 1203 0000 0000 4821 09

Spenden für Sterntaler sammeln übrigens auch Lakritz-Kontor-Chef Dietmar Teickner an seinem Glögglich-Stand auf dem Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“ und Patrick Berger mit seinem Buena Vida Coffee Club. nf

Von Nadine Fabian

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