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Potsdam Wird Krampnitz ein eigener Stadtteil?
Lokales Potsdam Wird Krampnitz ein eigener Stadtteil?
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01:16 14.10.2018
Auf dem Krampnitzer Kasernengelände. Quelle: Bert Nicke
Potsdam-Krampnitz

Fahrland schrumpft. In einer Veranstaltung des Stadt- Forums zur Bilanz der Eingemeindungen bezeichnete Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) die Entwicklung des Ortsteils am Donnerstagabend als „Herausforderung“.

Krampnitz schwillt an

Mit den voraussichtlich 10.000 zusätzlichen Einwohnern in Krampnitz wachse Fahrland auf das Dreifache. Damit drohe im Vergleich zu den übrigen Ortsteilen mit eigener Verwaltung „Asymmetrie“. „Ich möchte Sie hier heute auch fragen, ganz offen“, so Rubelt in einer rhetorischen Wendung ans Publikum: „Sollte nicht Krampnitz ein eigener Ortsteil und entsprechend ausgestattet werden mit einem eigenen Ortsbeirat?“

„Zwischen den Eheleuten ist alles geklärt“

Der Baudezernent vertrat mit seiner Eröffnungsrede Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der wegen Krankheit absagen musste. Die Jahrestage der Eingemeindungen verglich Rubelt mit Ehejubiläen. Eiche und Grube, die bereits 1993 zur Stadt kamen, hätten bereits Silberhochzeit, Uetz-Paaren, Marquardt, Satzkorn, Fahrland, Neu Fahrland, Golm und Groß Glienicke feierten nach zehn Jahren die „gläserne oder Kristallhochzeit“, so der Baudezernent. Sein Fazit war ein zufriedenes: Nach so vielen Jahren sei „zwischen den Eheleuten alles geklärt: Man ist einander vertraut geworden“.

Tschudistraße in Neu Fahrland: Riesenangst vor dem Verkehr. Quelle: Christel Köster

Mehr noch: Ihm sei „kein Beispiel aus Brandenburg bekannt“, wo ein vergleichbar „vorbildhafter Umgang“ der Stadt mit den eingemeindeten Ortsteilen existiere. Ironischerweise kamen gerade an dieser Stelle Störgeräusche aus der für die Veranstaltung in der Leonardo-da-Vinci-Schule bereitgestellten Lautsprecheranlage. Rubelt verwies auch auf früher eingemeindete Ortsteile wie Bornstedt oder Bornim, die „nicht so einen formalisierten Zugang“ zum Rathaus hätten. „Sie sind, wenn man das so sieht, auch privilegiert“, sagte er zu den anwesenden Ortsteilvertretern.

Beherrschendes Thema war der Verkehr. Laut Burkhard Radtke, dem Vorsitzenden des Groß Glienicker Gemeindekirchenrates, gibt es mit Blick auf Krampnitz eine „Riesenangst vor dem Verkehr“. Die Neu Fahrländer Ortsbürgermeisterin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) bekam den ersten Zwischenapplaus für ihre Forderung nach einer „nachhaltigen Verkehrsplanung“.

Krampnitz als Transitstrecke

Der Ortsteil werde von der B2 als Transitstrecke durchschnitten, sagte Klockow und zitierte genüsslich einen Schreibfehler im Bebauungsplan für die Insel Neu Fahrland, in dem versehentlich von einer „Bundesautobahn“ die Rede sei. Die Qualität der Zusammenarbeit von Rathaus und Ortsteil machte sie an der seit Jahren vergeblichen Forderung nach einem Fußgängerüberweg fest für den straßenzerschnittenen Ortsteil fest. Die Frage, wie auf der ohnehin engen Tschudistraße Platz für eine Straßenbahn und einen Schnellradweg gewonnen werden sollen, beantwortete sie selbst gallig mit: „Gut, wir haben die Kontinentaldrift.“

Blick von der Lindenallee nach Eiche. Der Ortsteil verzichtete auf Teilnahme an der Diskussion. Quelle: Bernd Gartenschläger

Während der Marquardter Ortsbürgermeister Peter Roggenbuck (ANW) sich weitgehend zufrieden äußerte, nur ein ordentlicher Sportplatz fehle noch, warnte die Golmer Ortsbürgermeisterin Saskia Ludwig (CDU) vor Zersiedlung: „Wir brauchen dringend eine professionelle Bauleitplanung, damit die Fragmentierung des Ortes nicht so weitergeht.“ Dringend nötig sei eine weiterführende Schule mit internationalem Abschluss, sagte sie mit Verweis auf die Mitarbeiter der wissenschaftlichen Institutionen in Golm.

Anregungen zur Verkehrsplanung kamen von Fahrlands Ortsbürgermeister Claus Wartenberg (SPD), der eine Verlängerung der Buslinie über Kartzow bis zum Regionalbahnanschluss Priort empfahl, und von Satzkorns Ortsbürgermeister Dieter Spira (SPD), der eine Reaktivierung von Satzkorns Bahnhof und eine Verlängerung der einstweilen nur bis Fahrland geplanten Straßenbahntrasse nach Satzkorn forderte.

Verschwörungstheorien in Satzkorn

Spira kitisierte, dass in Satzkorn trotz Bedarfs kein Bauland für neue Wohnungen ausgewiesen werde und äußerte die Vermutung, dass Satzkorn als „Kläranlage für Krampnitz“ dienen solle. Das wies Rubelt als „Verschwörungstheorie“ zurück. Richtig sei aber, dass „Ver- und Entsorgung insgesamt modernisiert“ werden müssten.

Vekehrsplanung als Modell für Krampnitz: Der Konrad-Wolf-Park in Drewitz. Quelle: Friedrich Bungert

Auf Kritik aus dem Publikum an der Verkehrsplanung für Kampnitz mit Straßenbahn- und Radwegeanbindung entgegnete Rubelt, dass man sich dabei an Drewitz orientiere. Da betreffe auch die für Krampnitz geplanten 0,5 Pkw-Stellplätze pro Haushalt. Seine „Botschaft: Die Leute sollten das wissen, wenn sie dort hin ziehen“.

Für Gelächter sorgte der Streit von Groß Glienicke und Fahrland, welcher Ortsteil das älteste Bauwerk nach Potsdam eingebracht habe. Groß Glienicke mit der auf 1250 datierten Kirche, wie Radtke behauptete, oder Fahrland mit der Kirche, die 2022 ihr 825. Jubiläum hat, wie Wartenberg entgegen hielt. Die Ortsteile Grube, Eiche und Uetz-Paaren verzichteten auf eine Teilnahme an der Veranstaltung.

Von Volker Oelschläger

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