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Potsdam Kran hebt 70.000-Euro-Figur auf Parlamentsdach
Lokales Potsdam Kran hebt 70.000-Euro-Figur auf Parlamentsdach
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18:07 13.09.2018
Die Figur des Marcus Manlius ist auf den Luisenflügel des Stadtschlosses gesetzt worden. Quelle: Peter Degener
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Innenstadt

Der Stadtschlossgiebel auf dem sogenannten Luisenflügel am Alten Markt ist wieder vollständig. Mit der Figur des Marcus Manlius ist am Donnerstagmorgen die dritte Sandsteinfigur mit einem Kran neben Herkules und einen unbestimmten Jüngling gehoben worden. Trotz des Nieselregens verfolgten Dutzende Zuschauer die Reise der Figur auf das Dach des Landtagsgebäudes.

Die dritte Figur ist auf das Dach des Landtagsgebäude in Potsdam gehoben worden. Die Skulptur des Römers Marcus Manlius, der von einer Gans begleitet ist, schmückt nun zusammen mit Herkules und einem weiteren Jüngling einen der Kopfbauten des Stadtschlosses am Alten Markt

Hans-Joachim Kuke, der Vorsitzende des Stadtschlossvereins, dankte vor allem Lothar Wilhelmy, dessen Berliner Stiftung die rund 70 000 Euro teure Figur mit einer Spende finanziert hat.

Über 80 Figuren sollen das Stadtschloss langfristig schmücken

„Für das gesamte Figurenprogramm rund um das Stadtschoss benötigen wir etwa fünf Millionen Euro“, erklärte Kuke, der mit seinem Verein weiter Spenden einwirbt. Über 80 Skulpturen sollen langfristig die Attika des Gebäudes schmücken. Kommendes Jahr sollen Theseus und Ariadne als erste Figuren auf der Längsseite des Gebäudes in der Humboldtstraße aufgestellt werden. Bereits am kommenden Dienstag um 15 Uhr statt – dann die erste Adlergruppe auf das Fortunaportal gesetzt.

Erstmals wurde eine verlorene Figur völlig neu geschaffen

Im Gegensatz zu den bisherigen Skulpturen auf dem Stadtschloss samt Fortunaportal ist der Marcus Manlius die erste Vollrekonstruktion. „Es ist für uns ganz wichtig, dass der Bildhauer gezeigt hat, dass das möglich ist und man nicht nur restaurieren kann, sondern auch Historisches neu schaffen kann“, sagte Willo Göpel aus dem Vorstand des Stadtschlossvereins. Das durch den Krieg und den Abriss des Stadtschlosses verloren gegangene Original der Figur wurde um 1750 von Johan Gottlieb Heymüller geschaffen.

Das Original von 1750 wurde durch Krieg und Abriss zerstört

„Wir haben zahlreiche Skulpturen von Heymüller in Sanssouci und Reste von Stadtschossfiguren, an denen ich mich orientieren konnte“, sagte der Potsdamer Bildhauer Andreas Klein. Er hat den römischen Soldaten zwischen 2016 und 2017 anhand von Fotografien und seiner Erfahrung mit Heymüllers anderen Skulpturen neu geschaffen. „Im wissenschaftlichen Austausch konnten wir die Figur identifizieren“, sagte der Vereinsvorsitzende Hans-Joachim Kuke mit Dank an die Stiftung Preußische Schlösser & Gärten und Bildhauer Klein.

Kuke selbst identifizierte die Gans und damit die Figur

Trotzdem rätselten die Experten lange. Auf den Bildern war das kleine Wesen neben dem Jüngling nicht gut erkennbar. Erst Kuke hat den entscheidenden Gedanken, dass es sich um eine kapitolinische Gans handeln könnte. Damit hatte der Kunsthistoriker aus einem unbestimmten Jüngling den Marcus Manlius gemacht.

Eine Allegorie der Wachsamkeit

Der Hintergrund der Figur des Marcus Manlius reicht in die römische Antike zurück. Der Befehlshaber der Stadt Rom wurde nach der Legende von schnatternden Gänsen aus dem Schlaf geweckt, die ihn damit auf den Einfall der Kelten in die Stadt aufmerksam machten – laut Kuke konnte damit Rom gerettet werden.

Die Figur des schwebt hinauf auf das Dach des Landtags. Quelle: Peter Degener

„Damit handelt es sich bei dieser Figur auch um eine Allegorie der Wachsamkeit. Doch sie ist zugleich doppelbödig. Marcus Manlius stieg das zu Kopf, er wollte Alleinherrscher und Cäsar werden und wurde schließlich hingerichtet“, sagte Kuke bei der Präsentation der Figur.

„Es geht also auch um Wachsamkeit sich selbst gegenüber. Das man auf dem Boden bleiben muss und selbst auf der Welle der Zustimmung nicht abheben darf. Das ist doch eine tolle Bedeutung für das Parlament des Landes Brandenburg“, sagte Kuke. Anschließend hob die Figur allerdings ab und schwebte vorsichtig auf die Attika hinauf.

Von Peter Degener

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