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Kripo zerlegt Lärmboxen vom Pogida-Aufzug

Pogida in Potsdam Kripo zerlegt Lärmboxen vom Pogida-Aufzug

Zwei Lärmboxen haben am Mittwochabend die Auftaktkundgebung der islamfeindlichen Pogida am Hauptbahnhof von Potsdam beinahe verhindert. Genau zum Redenbeginn setzte das sirenenartige Geräusch aus zwei Fahrradgepäckboxen ein. Die Polizei brauchte fast zehn Minuten, die Störquellen unschädlich zu machen.

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Aus einer dieser Kisten auf Rädern in der Stellplatzanlage der Bahnhofsrückseite kam der an- und abschwellende Sirenenton.

Quelle: Saskia Popp

Mitte. Die geheimnisvollen Lärmboxen auf der Pogida-Demo am Mittwochabend beschäftigen jetzt die Kriminaltechniker. Sie haben die beiden Metallkisten aufgebrochen und die darin eingebauten Vorrichtung auseinandergenommen. Aus einer Kiste unmittelbar neben der Pogida-Versammlung ertönte ein mächtiger Dauerton, aus anderen auf dem Fahrradstellplatz der anderen Straßenseite ein an- und abschwellendes Sirenengeräusch. Vor allem der Dauerton war so laut, dass die Pogida die Auftaktreden verschieben und knapp hundert Meter zur Seite rücken musste. Das passierte gegen 18.40 Uhr, und die Polizei hatte zehn Minuten lang alle Mühe, die Metallkisten von den Gepäckträgern der angeschlossenen Räder zu bekommen beziehungsweise die Schlösser der Räder zu zerstören.

Ein Polizist versucht vergeblich, mit einem Bolzenschneider das Lärmfahrrad mit dem Dauerton von einem Schildmast neben der Pogidaversammlung ab

Ein Polizist versucht vergeblich, mit einem Bolzenschneider das Lärmfahrrad mit dem Dauerton von einem Schildmast neben der Pogidaversammlung abzukneifen.

Quelle: Rainer Schüler

Ein unterarmlanger Bolzenschneider war da ein untaugliches Instrument; die Trennung gelang schließlich mit roher Gewalt. Die Technische Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei brachte die weiter lärmenden Boxen in ein Fahrzeug und brach sie dort auf. Die Fahrräder wurden sichergestellt und eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gegen unbekannt gestellt.

Zur genauen Funktionsweise und der Auslösung der Lärmapparate konnte die Polizei am Donnerstagabend noch nichts sagen, weil die kriminaltechnische Untersuchung noch nicht beendet ist. Etwas über den Aufbau der Geräte zu sagen, würde zudem Täterwissen öffentlich machen, nach dem man die Konstrukteure befragen möchte, sobald man ihrer habhaft wird. Der Potsdamer Polizei jedenfalls war diese Art der Versammlungsstörung bislang unbekannt.

Falls es sich um Lautsprecher handelte, muss es sowohl eine Energie- als auch eine Datenquelle für den Ton geben. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Lärmapparate aus sicherer Entfernung in Gang gesetzt wurden, mit einer Fernbedienung oder einem Handy und einer entsprechenden Empfangseinrichtung in der Box.

Im Vorfeld der Versammlungen würden die Versammlungsorte natürlich im Rahmen des Möglichen nach Stör- und Gefahrenquellen abgesucht, um Störungen und Risiken für die Versammlungsteilnehmer, die Passanten und die Polizisten zu minimieren, erklärte Polizeisprecher Heiko Schmidt gegenüber der MAZ. Trotzdem fielen die Boxen nicht als Risiko auf.

Von Rainer Schüler

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