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Kritik an „Buchankäufen aus rechten Verlagen“

Potsdams Bibliothek verteidigt sich Kritik an „Buchankäufen aus rechten Verlagen“

Die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek hat Kritik an „Buchankäufen aus rechten Verlagen“ zurück gewiesen. „Um allen Bürgern eine Meinungsbildung zu ermöglichen und der Nachfrage zu entsprechen“, so Direktorin Marion Mattekat, würden auch „diese Titel in geringem Umfang in der Bibliothek angeboten“.

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Blick in den Empfangssaal der Stadt- und Landesbibliothek.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Die Zielsetzungen des „Lokalen Aktionsplanes für Toleranz und Demokratie gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ sind für die Stadt- und Landesbibliothek kein alleiniges Kriterium bei der Gestaltung ihres Medienbestandes. In der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion Die Andere zum Ankauf von Büchern aus Verlagen wie Antaios, Kopp und Kai Homilius verweist Direktorin Marion Mattekat auf die Satzung der Bibliothek.

Dort heißt es, der Zweck der Einrichtung werde verwirklicht durch „Bereitstellung“ von Beständen „zur Information und Nutzung für jedermann“. Das schließe „auch weltanschaulich tendenziöse Schriften und Medieninhalte ein, wenn sich diese im gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs“ befänden: „Insbesondere durch die in den Wahlergebnissen der letzten Jahre manifestierten politischen Veränderungen gehören dazu auch Medien, deren Inhalte und Werte von der Landeshauptstadt Potsdam nicht geteilt“ würden, so Mattekat: „Um allen Bürgern eine Meinungsbildung zu ermöglichen und der Nachfrage zu entsprechen, werden diese Titel in geringem Umfang in der Bibliothek angeboten.“

Die Andere hatte unter dem Betreff „Buchankäufe aus rechten Verlagen“ gefragt, welche Publikationen aus Verlagen wie Antaios, Kopp und Kai Homilius sich im frei ausleihbaren Bestand der Bibliothek befinden, wer für Ankäufe zuständig sei und nach welchem Verfahren über Neuankäufe entschieden wird. Die Bibliothek antwortete mit einer Liste von knapp 70 Titeln mit insgesamt rund 120 Exemplaren, von denen allerdings „nur 25 Prozent einen politischen Inhalt aufweisen“. Der Großteil sei heimatkundlich. Ein Teil dieser Medien vor allem aus dem in Werder/Havel ansässigen Kai-Homilius-Verlag käme durch „Pflichtabgaben der Verlage“ ins Haus.

Die Andere reagierte kritisch auf die Antwort: „Offenbar hat sich das Engagement im Bündnis ,Potsdam bekennt Farbe’ noch nicht bis in die städtische Bibliothek herumgesprochen.“ Beistand hingegen kam per Mitteilung vom AfD-Kreisvorstand: „Ausgerechnet unter dem Aktionsplan für ,Toleranz, Demokratie, gegen Gewalt, Rechtsextremismus sowie Fremdenfeindlichkeit’“ wolle Die Andere Potsdamern „die Meinungsfreiheit durch Bücherverbot einschränken“.

Die Stadt- und Landesbibliothek hat aktuell gut 252 000 Titel im Freihandbereich des Haupthauses und der Zweigbibliotheken. Hinzu kommt ein Magazinbestand von über 327 000 Titeln, darunter etwa 100 000 Bände in der regionalkundlichen Sammlung Brandenburgica.

Von Volker Oelschläger

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