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Kritik zum Umbau des Leipziger Dreiecks

Potsdam, südliche Innenstadt Kritik zum Umbau des Leipziger Dreiecks

Mehr als 70 Anlieger und Interessierte kamen am Montagabend ins Foyer des Humboldt-Gymnasiums, um sich über die Pläne von Stadt und ViP zum Umbau des Verkehrsnadelöhrs Leipziger Dreieck zu informieren, der 2017 beginnen und 2021 enden soll. Prinzipiell stimmten viele der elf-Millionen-Euro-Maßnahme zu, im Detail gab es aber viele kritische Nachfragen.

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Heute muss jede Tram übers Leipziger Dreieck, was es zum Nadelöhr macht. Bis Ende 2021 soll sich das zumindest bessern.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Südliche Innenstadt. Dass auch eine akribische, jahrelange Vorbereitung, die Planung und das Durchspielen von 38 Szenarien sowie genaue Verkehrsstromanalysen und -prognosen nicht vor kritischen Nachfragen und skeptischen bis unzufriedenen Anrainern schützen, lernten Vertreter der Stadt und des städtischen Verkehrsbetriebs ViP am Montagabend auf der ersten öffentlichen Vorstellung der Pläne für den Umbau des Leipziger Dreiecks, der 2017 beginnen und bis Ende 2021 abgeschlossen sein soll. Mehr als 70 Interessierte waren ins Foyer des Humboldt-Gymnasiums gekommen, um sich die Pläne noch einmal vorstellen zu lassen und ihre Fragen, Bedenken und Verbesserungsvorschläge an die verantwortlichen Damen und Herren zu bringen.

Zur Erinnerung: Das rund elf Millionen Euro teure Projekt, finanziert aus einem 50 Millionen Euro schweren Investitionspaket von Land, Stadt und ViP, soll den chronischen Staupunkt Leipziger Dreieck entzerren, den Tramverkehr erleichtern und für einen besseren Durchfluss aller Verkehrsteilnehmer – vom Fußgänger über den Radler bis zum Autofahrer und dem ViP-Kunden – sorgen.

Die wichtigsten Maßnahmen dafür sind straßenseitig die Umkehr der Einbahnstraße Leipziger Straße, so dass Autofahrer direkt von der Langen Brücke, Friedrich-Engels-Straße oder Heinrich-Mann-Allee dort entlang stadtauswärts fahren können. Die Strecke wird zudem verbreitert, wenn das Bad fertig ist. Die Straße am Brauhausberg wird auch in beide Richtungen geöffnet, ein Links- wie Rechtsabbiegen an ihrem Fuße in die Heinrich-Mann-Allee oder aufs Leipziger Dreieck wird dann möglich. Das alles kann nur geschehen, weil die Tram vom Bahnhof aus – und zwar jede! – künftig nicht mehr das ganze Dreieck lahmlegt auf dem Weg in die Heinrich-Mann-Allee, sondern vor dieser in die Friedrich-Engels-Straße abbiegt und dann eine Wendeschleife zum Norden des Hauptbahnhofs erhält. Dadurch können die Bahnen auch wieder schneller in den wachsenden Norden zurückkehren.

Nicht alle restlos überzeugt

Zumindest jene Bürger, die sich am Abend zu Wort meldeten, waren nicht restlos überzeugt. Während eine Dame sich wunderte, warum nach soviel Vorplanung noch ein Bebauungs- und ein Planfeststellungsverfahren nötig seien und was das wieder koste, brachte ein Mitglied des Potsdamer Verkehrstisches seine Idee nochmals vor, den Tramverkehr doch über die Friedhofsgasse wenden zu lassen, um so noch mehr Flüssigkeit zu erreichen. „Das wären mehr als 300 Meter mehr Gleis plus alle Nebenkosten“, wiegelte Axel Mittelstädt, Abteilungsleiter Infrastruktur beim ViP, den Vorschlag ab. Auch die Stadt hatte dem Verkehrstisch nach genauer Prüfung schon eine Absage erteilt, sagte ein Vertreter. Weil es am Fuße des Brauhausberges nicht richtig abfließe, fürchtete ein anderer einen lärmenden, stinkenden Rückstau bis Hermannswerder, der ihn als Anlieger besonders treffe. Diese Befürchtung versuchte wiederum Ines Rudolph-Henning, Expertin für das Vorhaben in der Stadtverwaltung, zu zerstreuen: Durch die Möglichkeit, vom Brauhausberg in beide Richtungen herunterzufahren und dadurch, dass das Leipziger Dreieck dann nicht mehr durch Trams blockiert sei, hätten alle Simulationen gezeigt, dass mit Rückstau an normalen Tagen nicht zu rechnen sei. Der Herr setzte sich wieder, mit skeptischem Blick.

Selbst das Grüngleis der neuen Tram in der Heinrich-Mann-Allee mit breiten, barrierearmen Haltenstellen fand keinen nachhaltigen Applaus. Eine Dame hatte nach dem Umbau auf eine Aufweitung der Trasse gehofft, damit sie nicht so lange anstehen müsse, wenn sie aus der Waldstadt komme. Ihr erklärte ein Herr aus der Stadtverwaltung, dass die neue Prämisse ja nicht wäre, das Autofahren zu erleichtern, sondern den Umstieg schmackhaft zu machen. Ab da zerfaserte die Debatte ins Allgemeine und löste sich dann auf.

Die Bürger werden aber durch weitere Infoabende und die Auslegung von B-Plan und Planfeststellungsverfahren weiter involviert.

Von Jan Bosschaart

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