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Künstler hautnah in Werkstatt und Ausstellung

Tag der offenen Ateliers in Potsdam Künstler hautnah in Werkstatt und Ausstellung

Bereits zum 19. Mal fand am Sonntag brandenburgweit der Tag der offenen Ateliers statt. In Potsdam und seinen Ortsteilen nahmen mehr als 100 Künstler in über 40 Ateliers und Galerien teil. Die meisten präsentierten sich in der Innenstadt im Rechenzentrum. Einige feierten beim Aktionstag sogar Ausstellungseröffnungen.

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Fotograf Peter Jaworskyj öffnete sein Atelier im Rechenzentrum.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Zwischen 550 Galerien und Ateliers hatten Brandenburger Kunstinteressierte am Sonntag die Wahl. Mehr als 100 von ihnen öffneten ihre Türen in der Landeshauptstadt. Zum Tag der offenen Ateliers, der in Brandenburg seit fast 20 Jahren stattfindet, präsentierten sich Maler, Fotografen und Designer ebenso wie Illustratoren, Holz- und Keramikkünstler. Auch in mehreren Potsdamer Ortsteilen wie Groß Glienicke und Kartzow wurden Skulpturen, Malerei und Fotografien gezeigt.

Deutsche und Syrer mit gemeinsamer Ausstellung

Mit nur knapp mehr als 20 offenen Galerien war der Aktionstag einst in Potsdam gestartet. 2017 nahmen allein im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum 60 Künstlerinnen und Künstler mit ihren Ausstellungen teil und gewährten einen Einblick in die Werkstätten. „Für uns ist dieser Tag ideal, um mit Interessierten ins Gespräch zu kommen“, sagte Regisseur und Drehbuchautor Thomas Frick, der mit einem neuen Projekt im Rechenzentrum vertreten war.

In drei Räumen führten er und eine Gruppe aus Deutschen und syrischen Flüchtlingen am Wochenende erstmals die Ergebnisse aus drei Workshops zu den Kunstformen Film, Kalligraphie und Fotografie vor. Mehrere Monate lang hatten sie zuvor gemeinsam an der Ausstellung gearbeitet, die den Titel „One Mind“ trägt und den länderübergreifenden Wunsch nach Frieden widerspiegeln soll.

Viele neue Ausstellungen zum Aktionstag

Zu sehen sind unter anderen Momentaufnahmen von Exkursionen der muslimischen Projektteilnehmer in die christlichen Kirchen des Landes. Auch der im Workshop entstandene Film und das dazugehörige Making-Of zeigten die Künstler, allen voran der syrische Filmemacher Mourad Aldeeb. Der 26-Jährige verarbeitet in „Taif“ (zu deutsch: Phantom), seine Zeit in einem syrischen Gefängnis und den Verlust von zehn gleichaltrigen Gefangenen. „Dank des Tages der offenen Ateliers konnten wir sehen, dass die emotionale Wirkung unseres Films sehr gut funktioniert“, sagte Mentor Frick, der das künstlerische und organisatorische Talent des Syrers lobt.

Entstanden war der Film im Potsdamer Kunsthaus Sans Titre, das ebenfalls zum landesweiten Aktionstag eingeladen hatte und eine neue Gruppenausstellung präsentierte. Erst am Freitag hatte „Gold, Geld, Luxus und Mensch“ als Zusammenarbeit von mehr als 50 Künstlerinnen und Künstlern und drei Potsdamer Kuratoren Vernissage gefeiert.

Auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) lobte das Engagement der Teilnehmer des Aktionstages. Dem vielfältigen Angebot sei die positive Entwicklung des Kulturtourismus im gesamten Land in hohem Maße zu verdanken.

Von Victoria Barnack

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