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Potsdam Künstler verlassen Potsdam
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02:17 24.07.2015
Künstlerin Anja Claudia Pentrop packt bald ihre Sachen.   Quelle: Foto_ Peter Degener
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Groß Glienicke

 Es sind nur 82 Euro im Monat, doch für die Künstlerin Anja Claudia Pentrop ist die Mieterhöhung im Atelierhaus Panzerhalle in Groß Glienicke der ausschlaggebende Grund, die Stadt Potsdam zu verlassen. Ihre Entscheidung verbindet sie mit einer grundlegenden Kritik an der Kunstförderung der Stadt: „Viele Künstler müssen von Sozialhilfe leben anstatt von ihrer Arbeit“, sagt Pentrop. Das sei ein generelles Problem für Kreative in ganz Deutschland, aber in Potsdam habe es die zeitgenössische Kunst besonders schwer. Das gilt leider auch für die Sammler“, klagt die 35-Jährige über die Rahmenbedingungen.

Sechseinhalb Jahre hat die aus dem Münsterland stammende Künstlerin in Potsdam gelebt und gearbeitet. „Im Gegensatz zu anderen Städten gibt es in Potsdam selbst in städtischen Ausstellungen kein Künstlerhonorar. Diese Landeshauptstadt hat keinen Kunstpreis und investiert wird nur in die Vergangenheit.“

Eine positive Ausnahme in Potsdam sei das Localize-Festival, wo Pentrop zuletzt ausgestellt hat: „Jetzt, wo es damit vorbei ist, denke ich, dass dieses Festival das wertvollste Event für zeitgenössische Kunst der Stadt war. Dort hat Kunstförderung stattgefunden und man hat sich nicht nur um gute Betreuung, sondern auch um kleine Honorare bemüht.“ Eine ähnliche Wertschätzung für Künstler kenne Pentrop, die an den Kunstakademien Münster und Barcelona studierte, aus vielen anderen Städten.

Das Rechenzentrum, wo ab Herbst neue Räume für Künstler angeboten werden, ist für sie keine Option. „Das ist zum einen nur ein temporäres Projekt und andererseits auch überhaupt kein Argument, andere Projekte sterben zu lassen.“ Der mehr als 20 Jahre alte Standort in Groß Glienicke gehe nun langsam kaputt, sagt sie voraus. Tatsächlich haben drei von 24 Künstlern wegen der Aussicht auf die Mieterhöhung das Atelierhaus Panzerhalle bereits im Frühjahr verlassen. Anja Claudia Pentrop wird die vierte sein.

Grund für die Erhöhung ist eine Beschwerde des früheren Stadtverordneten Andreas Menzel bei der Kommunalaufsicht. Er hatte die unüblich niedrigen Mieten für den Verein „Atelierhaus Panzerhalle“ in städtischen Räumen der Groß-Glienicker Waldschule wegen verdeckter Kulturförderung bemängelt. Doch statt einer Anpassung ab August wurden Pentrop und zwei weiteren Künstlern bereits im Juni erstmals die über 70 Prozent gestiegenen Mieten abgebucht. Ein Sprecher des Kommunalen Immobilienservice (KIS) bestätigte, dass es ab August einen Gesamtmietvertrag für die im Verein organisierten Künstler geben soll und dabei die bisherige Kaltmiete von 1,12 Euro auf 3,33 Euro pro Quadratmeter steigen wird. Mehrere nicht zum Verein gehörende Mieter behielten dagegen Einzelverträge. „Ich gehe davon aus, dass die verfrühte Abbuchung ein Missverständnis ist, weil die drei bereits langjährige Vereinsmitglieder sind“, sagt Vereinsvorsitzende Bettina Schilling, „aber von der Mieterhöhung sind wir alle bedroht.“

Von Peter Degener

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