Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kultur zu Gast bei Freunden
Lokales Potsdam Kultur zu Gast bei Freunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 27.11.2017
Potsdamer Wohnzimmerkultur: Dieses Mal mit der Berliner Band Lensing und ihrem Sänger Felix Burkhardt (Ukulele). Quelle: Fotos: Laines Rumpff
Nauener Vorstadt

Ein Potsdamer Wohnzimmer, irgendwo in der Nauener Vorstadt. Es ist ein großes Wohnzimmer. Und trotzdem: so viele Menschen wie heute sind selten hier. Knapp 50 zumeist junge Potsdamer fläzen sich in Sesseln und Sofas, trinken Glühwein, unterhalten sich. Draußen wird es langsam dunkel und drinnen gleich richtig musikalisch.

Die Leute sind gekommen, um die Potsdamer Wohnzimmerkultur (Powoku) zu erleben. Schon das 16. Mal findet sie statt. Nicht immer gab es, wie an diesem Nachmittag, Musik. „Wir machen auch Lesungen und hatten schon einen Zauberer“, sagt Tobias Beyer. Der 29-jährige Potsdamer ist einer der beiden Organisatoren der Reihe. „Ich habe selbst bei einer Veranstaltung in einem Magdeburger Wohnzimmer gelesen und da gefiel mir das Konzept total gut. Das muss nach Potsdam, dachte ich mir.“ Als Mitstreiter habe er seinen Freund Christian Leonhardt begeistern können. Seit Frühjahr 2016 organisieren der Lehrer Beyer und der Kulturarbeiter Leonhardt die Veranstaltungsreihe in den privaten Wohnzimmern der Potsdamer. Und das mit Erfolg. Immer sind die Konzerte, Lesungen und Vorträge gut besucht. Immer wieder kommen Besucher auf sie zu und wollen auch ihre vier Wände zur Verfügung stellen. „Wir schauen uns die Wohnung dann an und überlegen, was möglich ist, wie viele Menschen kommen können.“

Die Adresse gibt es erst per Mail

Am vergangenen Wochenende haben sie gemeinsam mit dem Gastgeber, Henry Täubert, eine Begrenzung auf 50 Personen festgesetzt. Und wer kommen möchte, muss schnell sein. In den sozialen Netzwerken und im Newsletter wird der Termin bekanntgegeben. Dann heißt es Mail schreiben und hoffen. Bekommt man eine Antwort, steht drin, wo die nächste Powoku stattfindet. „Wer zuerst kommt, malt zuerst“, sagt Leonhardt. „Wenn die Höchstzahl erreicht ist, müssen wir dem Rest absagen. Das ist bei Freunden natürlich ganz besonders schmerzhaft.“ Für ihn und Beyer sei die Intimität das Schönste an der Idee. Publikum und Künstler kommen sich sehr nahe, treten in Interaktion.“ Immer mit dabei: eine kleine Stehlampe und ein Teppich, der als Bühne dient. „Wenn die Künstler nur auf diesem Teppich stehen, bleiben sie immer noch auf einer Ebene mit dem Publikum. Das ist uns wichtig“, so Beyer.

Am Sonntag spielten eine Band aus Berlin sowie drei Solokünstler aus Schottland Selbstgeschriebenes. Zum ersten Mal traten Künstler aus dem Ausland bei der Powoku auf. Beyer und Leonhardt wurden auf sie aufmerksam, weil sich das Musiklable von Camy Black, einer der drei Schotten, bei ihnen gemeldet hatte. Er ist derzeit zwei Wochen auf Deutschlandtour und wird hin und wieder von Andy McBride und Mick Hargan unterstützt. So auch im Wohnzimmer von Henry Täubert. Sie traten nacheinander auf. Vor ihnen spielte die fünfköpfige Berliner Gruppe Lensing. Allesamt ohne elektronische Verstärkung. Es war ruhige Musik, mit Akustikgitarre und tollen Stimmen.

Mit der Powoku lässt sich die Stadt anders kennenlernen

„Ich kenne das Format schon“, sagt Renée Fürst. Sie ist aus Wien und besucht einen Freund in Berlin. Sie ist nur für die Powoku nach Potsdam gekommen. „Aber ich habe es noch nicht live erlebt. Als Touristin ist es perfekt, weil man die Stadt ganz anders, total authentisch kennenlernt.“ Sie wolle auch in Zukunft auf ihren Reisen danach Ausschau halten.

Auch Andy McBride, einer der schottischen Musiker, kannte das Konzept schon. In Schottland gebe es das auch, allerdings ist es dort nicht so bekannt. „Ich finde das Konzept schön, weil es so intim ist“, sagt der rotbärtige Mann aus Glasgow. „Ich glaube, dass es bei uns zu Hause wird sicher bald mehr wird, weil immer mehr konventionelle Veranstaltungsorte schließen.“

Von Annika Jensen

Kultur Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte - Ein Museum kämpft um die Besucher

Die Zahlen sind ernüchternd. Verglichen mit der Zahl der Barberini-Besucher, ist die Zahl der Menschen, die jährlich das Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte im Potsdamer Kutschstall besuchen, äußerst dürftig. Jetzt soll das Haus der Landesgeschichte für ein paar Millionen Euro modernisiert und zu einer digitalen Erlebniswelt umgebaut werden.

27.11.2017

„Bevor der Abrissbagger kommt“ ist der Titel einer eindrucksvollen Bilddokumentation zu Gebäuden, die in Potsdam zwischen 1950 und 2000 abgerissen wurden. Das Buch wird am Montag um 18 Uhr in der Französischen Kirche vorgestellt. Die erste Auflage war bereits unmittelbar nach ihrem Erscheinen vergriffen. Die zweite Auflage soll Ende Januar in den Handel kommen.

28.11.2017
Potsdam Vom Blauer Lichterglanz zum Sternenmarkt - Weihnachtsmärkte in Potsdam 2017

Vorweihnachtszeit. Das bedeutet Kekse backen, Geschenke kaufen und ein Bummel auf dem Weihnachtsmarkt. In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam gibt es in diesem Jahr wieder den „Blauen Lichterglanz“. Auch die Feste unserer holländischen und Prager Freunde fehlen nicht. Eine Attraktion kommt am ersten Adventswochenende hinzu.

01.12.2017