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Kulturpolitik gegen Belastung des Museums

Potsdamer Gitterstreit geht weiter Kulturpolitik gegen Belastung des Museums

Der Kulturausschuss hat am Donnerstag mit knapper Mehrheit dafür votiert, dass das Potsdam-Museum nicht mit den Kosten belastet werden soll, die durch den Abbau der gefängnisartigen Gitterkonstruktion im Treppenhaus entstehen. Der Architekt machte künstlerische Freiheit geltend. Laut Bauverwaltung hingegen war der Einbau ungenehmigt.

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Das Gitter des Anstoßes – die Frage ist, wer für den Rückbau zahlen muss.

Quelle: Archiv/Christel Köster

Innenstadt. Der Kulturausschuss hat am Donnerstag mit einer knappen Mehrheit von drei gegen zwei Stimmen dafür votiert, dass das Potsdam-Museum nicht mit den Kosten für den Abbau der gefängnisartigen Gitterkonstruktion im Treppenhaus belastet wird. Wie berichtet, hatten die Stadtverordneten schon vor geraumer Zeit den Abbau beschlossen, weil die Konstruktion vom Architekten Reiner Becker beim Umbau des Alten Rathauses ohne Abstimmung mit den politischen Gremien und dem Museum als künftigem Nutzer eingebaut wurde. Das Gitter verstellt den Panoramablick auf den Alten Markt beim Aufstieg ins Obergeschoss mit der Ständigen Ausstellung des Museums zur Stadtgeschichte. In der Ausstellungsdramaturgie spielt diese Situation eine wichtige Rolle.

Vor dem Beschluss zum Rückbau gab es heftigen Streit. Der renommierte Baurechtsexperte Florian Mausbach empfahl, die offenbar von niemandem bestellte Konstruktion vom Verursacher auf eigene Kosten entfernen zu lassen. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) erklärte, das Gitter sei ohne Genehmigung eingebaut worden. Sollten die Stadtverordneten nicht für die Entfernung des Gitters votieren, müsse die Bauaufsicht mit einer „Rückbauanordnung“ auf den Kommunalen Immobilienservice (Kis) zukommen, der den Architekten beauftragte.

Kis-Chef Bernd Richter hingegen bekräftigte am Donnerstag im Kulturausschuss, das Werk des Architekten sei durch die Kunstfreiheit geschützt. Der Kis hatte seinerseits ein Gutachten in Auftrag gegeben, nach dem der komplette oder teilweise Abbau des Gitters nur mit Zustimmung des Architekten erfolgen darf.

Für die Demontage des Gitters soll das Museum im Sommer 2017 acht Wochen geschlossen werden. Nach aktuellem Stand sollen die Kosten vom Museum über Miete und Betriebskosten über einen längeren Zeitraum hinweg beim Kis abgestottert werden. Die Linke hat nun beantragt, dass der Abbau nicht auf Kosten des Museums erfolgen soll.

Von Volker Oelschläger

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