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Potsdam Kulturszene im Aufbruch
Lokales Potsdam Kulturszene im Aufbruch
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00:17 28.10.2013
Das 1992 mit einer Besetzung durch Künstler und Jugendliche eröffnete Waschhaus ist die älteste Kulturstätte in der Schiffbauergasse. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die städtische Bauholding Pro Potsdam soll zum 1. Januar 2014 die Bewirtschaftung des Kunst- und Gewerbequartiers Schiffbauergasse übernehmen. Das ist die zentrale Botschaft einer am Freitag vorgestellten Vorlage der Verwaltung, die am 6. November in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht wird. Deren Zustimmung ist nach einer langen und komplexen Vorgeschichte sehr wahrscheinlich. Denn trotz hoher Investitionen in die Infrastruktur und erheblicher Zuschüsse konnte das Kulturareal die hohen Erwartungen der Anfangszeit bislang nicht erfüllen. Ein zentrales Management gilt den Beteiligten als Schlüssel für den Erfolg. Die Übernahme durch die Pro Potsdam wird nach anfänglichen Sorgen auch von den Kultureinrichtungen vor Ort befürwortet. In einer gemeinsamen Ideenwerkstatt hatten sich die Beteiligten im Spätsommer auf die Entwicklung der Schiffbauergasse zum "Internationalen Kunstquartier und Publikumsmagneten" verständigt (MAZ berichtete).

Das Kulturmanagement, zu dem unter anderem die Koordination der Angebote auf dem Gelände und die gemeinsame Vermarktung der kulturellen Angebote gehören, soll von der Stadt separat ausgeschrieben werden. Nach den gestern vorgestellten Plänen soll für das Kulturmanagement die Option bestehen, mit der Schinkelhalle und dem Schirrhof eigene Veranstaltungsorte zu bespielen. Vom Tisch ist hingegen vorerst die Überlegung, auch das Waschhaus in die Hand eines neuen Kulturmanagements zu geben. Das wäre nur möglich gewesen, wenn die Stadt den Vertrag mit der aktuellen Betreibergesellschaft gekündigt hätte. Doch der Vertrag mit der Waschhaus gGmbH unter dem vor einem guten Jahr angetretenen neuen Geschäftsführer Siegfried Dittler wurde gerade um zwei Jahre verlängert.

Übereinstimmung besteht zwischen den Kulturbetrieben und der Immobiliengesellschaft, dass auf der Schiffbauergasse Platz für weitere Kulturanbieter, zusätzliche Gastronomie und zur Kulturszene passendes Gewerbe geschaffen werden soll. Potenziale werden derzeit im Auftrag der Bauverwaltung in einer Studie erkundet, die nach Diskussion mit den Einrichtungen auf dem Platz Basis für ein Bebauungsplanverfahren werden soll. Ein erster namhafter Zuzug ist für Dezember angekündigt: Dann soll das Theaterschiff von der Alten Fahrt zur Schiffbauergasse umgesetzt werden, wie gestern bestätigt wurde. Verzögerung sei allenfalls durch die ausstehende Kampfmitteluntersuchung am künftigen Liegeplatz und durch widrige Witterungsverhältnisse möglich.

Das Kunst- und Gewerbequartier Schiffbauergasse

Die früher von Militär und Industrie genutzte Schiffbauergasse wurde in fast 20 Jahren zum modernen Kultur- und Gewerbestandort saniert und umgebaut. Dabei wurden mehr als 100Millionen Euro an Fördermitteln eingesetzt.

Namhafte Kultureinrichtungen auf dem Gelände sind das Hans-Otto-Theater, das Waschhaus, das T-Werk und die Fabrik. Wichtige Gewerbeansiedlungen sind das VW-Designzentrum und die Vertriebszentrale des Softwareriesen Oracle.

Trotz der enormen Investitionen blieb die Schiffbauergasse bislang unter den in sie gesetzten Erwartungen. Bei der Entwicklung des Geländes rechnete man mit 500.000 Gästen jährlich, zur Zeit kommen übers Jahr gerade 350.000 Menschen aufs Gelände. Als einer der Gründe dafür gilt das Fehlen eines zentralen Managements.

Von Volker Oelschläger

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