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Kunst für den Palast der Republik

Kurt Robbel in der Datenbank „Private Künstlernachlässe in Bradenburg“ Kunst für den Palast der Republik

Der märkische Maler und Grafiker Kurt Robbel (1909-1986) ist der jüngste Neuzugang in der Internet-Datenbank „Private Künstlernachlässe in Brandenburg“. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählte das Triptychon „Die Schaffenden“ für den Palast der Republik, das er in einem zeitweiligen Atelier im Hofdamenflügel des Neuen Palais in Potsdam schuf.

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Kurt Robbel 1982 in seinem Atelier in Mahlow.

Quelle: Ute Krause

Potsdam. Rembrandt, Liebermann und Wilhelm Busch – die Gemeinde Mahlow hat sie alle. Ein gutes Dutzend Straßen trägt dort den Namen von Malern. „Für Orte dieser Größenordnung ist das nicht normal“, sagt Wolfgang Liebert, der beim Urheber dieser Besonderheit Malerei und Grafik studierte. Kurt Robbel (1909-1986), Kommunist und Liebhaber der russischen Sprache, war 1945 auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht Bürgermeister von Mahlow: Eine seiner Amtshandlungen war die Ehrung von Künstlern mit Straßennamen.

Kurt Robbel ist der jüngste Neuzugang der von den Potsdamer Wissenschaftlern Liane Burkhardt und Thomas Kumlehn aufgebauten Internet-Datenbank „Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg“. Fast ein Vierteljahrhundert lehrte er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. „Unbeirrt von der Formalismus-Debatte“, so Burkhardt, „entwickelte Robbel seine Formensprache seit den späten 1950er Jahren auf der Basis der Frührenaissance, des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit – einfach, streng, auf das Wesentliche konzentriert.“

Liebert sollte Robbel mehrere Jahre assistieren und wurde so auch Zeuge einer außergewöhnlichen Arbeitssituation: Robbel gehörte wie Tübke, Sitte oder Mattheuer zu einem erlesenen Kreis von Künstlern, die Anfang der 1970er mit Arbeiten für den Palast der Republik beauftragt wurden. Das Triptychon „Die schaffenden Kräfte“ schuf Robbel in einem zeitweiligen Atelier im Hofdamenflügel des Neuen Palais, in dem er sich, so Liebert, eingerichtet hatte wie seine Vorbilder in der Frührenaissance: mit Feldbett und Kocher. Der Saal hatte „eine opulente Höhe und war so geräumig, dass man auch mal zurück treten konnte“. Studien für das Triptychon sind in dem 45 Arbeiten umfassenden Werkverzeichnis der Datenbank abgebildet.

Internet-Datenbank

Die Initiatoren der Internet-Datenbank www.private-kuensternachlaesse-brandenburg.de wollen den Erben der Nachlässe bei der Aufbereitung helfen und damit zugleich die Nachlässe öffentlich zugänglich machen. Im Januar wurde ein Verein gegründet.

Bisher sind die Nachlässe von Philipp Schack (1967-2006), Hubert Globisch (1914-2004), Werner Gottsmann (1924-2004) und Kurt Robbel (1909-1986) publiziert. Folgen soll Christian Roehl (1940-2013). Landesweit gibt es laut Mitinitiator Thomas Kumlehn etwa 80 private Künstlernachlässe, die in die Datenbank kommen könnten.

Nicht berücksichtigt sind Arbeiten in öffentlichen Sammlungen, darunter die fünf Gemälde im Depot des Potsdam-Museums. Eines schmückte über Jahrzehnte das Treppenhaus des Kulturhauses „Hans Marchwitza“. Liebert hatte für das 1966 entstandene Bild „Die musizierende Jugend“ als Student Modell gesessen.

Zu den Spuren, die sich mit der Arbeit an der Datenbank auftaten, zählen Hinweise auf ein Wandgemälde „Am Meere“ (1961) in der Kinderabteilung der Potsdamer Poliklinik, das Anfang der 1990er übermalt oder, wie Kumlehn befürchtet, „abgeschlagen“ wurde. Liebert schildert seinen einstigen Lehrer als geradlinigen Charakter, der gut poltern konnte. Den späteren Potsdamer Ehrenbürger Werner Nerlich nannte er abwertend „Gebrauchsgrafiker“. Linientreue Künstler und Verbandskollegen waren für ihn Pharisäer, Besserwisser, Schriftgelehrte, Mogoten. Auf schlechtes Benehmen konnte Robbel ebenso reagieren. Mit Schwung trat er die Leiter um, die Handwerker an sein Wandbild „Fischereihafen“ in Weißensee gelehnt hatten. Ronald Paris, ein anderer seiner Schüler, sagte in der Trauerrede für Kurt Robbel: „,Ungefällig sein’ war sein Schlüsselwort gegen billigen Erfolg.“

Von Volker Oelschläger

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