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Selbstporträt mit Sanssouci

Neues Innenstadtfest zog trotz Potsdamer Schlössernacht Besucher an Selbstporträt mit Sanssouci

Trotz der Schlössernacht zog es viele Potsdamer am Wochenende zum neuen Innenstadtfest ins Holländische Viertel. Unter dem Titel „Kunst im Viertel“ hatte die neugegründete Aktionsgemeinschaft zu einem großen Kunst- und Kulturerlebnis eingeladen. Die Besucher konnten sich unter anderem auf einem gemalten Luftbild von Schloss Sanssouci fotografieren lassen.

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Christiane Jessen-Richardsens Luftbild von Schloss Sanssouci.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Wie sehr sich die strenge serielle Architektur des Holländischen Viertels als ordnende Kulisse für die Vermarktung der unterschiedlichen handwerklichen und künstlerischen Hervorbringungen eignet, musste nicht bewiesen werden. Lediglich die Frage, ob das neue zweitägige Innenstadtfest „Kunst im Viertel“ der Aktionsgemeinschaft Holländisches Viertel im Gleichschritt mit der Schlössernacht nicht unter Schnappatmung leiden würde, blieb offen. Schon zur Eröffnung am Samstagvormittag aber wuselte es dann nur so vor Besuchern, die sich oft samt Kind und Kegel an den roten Backsteinfassaden vorbei schoben.

Die weißen Zeltdächer der Marktstände bestimmten den Rhythmus dieser merkantilen Prozession. Was gab es nicht alles zu sehen, zu hören, anzufassen, zu schmecken und zu riechen! Gleich am Beginn der Mittelstraße bemalte eine Künstlerin Gefäßkeramik, die in fein geschwungener Schrift als „Lieblingstücke für Frauen“ ausgewiesen waren. Stoffe, Tücher, Kleider und andere Textilien lockten nicht nur in den Geschäften, sondern auch auf der Straße die elektrisierte weibliche Kundschaft. Da wurde gefühlt und angepasst, in Betracht gezogen, wieder verworfen und natürlich gekauft. Was unter den hunderten Angeboten schön, sinnvoll, nützlich oder entbehrlich war, blieb einer zutiefst individuellen Entscheidung vorbehalten. Die große Spannbreite der Versuchungen dieser Kunst erstaunte. Sie reichte von rustikalen hölzernen Stullenbrettern aus Polen bis zu Fackeln die mit in Frittieröl getränkten Toilettenrollen befeuert werden.

Neben vielen handwerklich hochwertigen Produkten gab es etliche Stände die äußerst unbekümmert farbenfrohe malerische Werke zum Verkauf anboten. Da lächelte einem gleich mehrfach Marilyn Monroe entgegen, die mit einem gemalten treuen Rauhaardackel-Blick konkurrieren musste. Am Vierteldrehkreuz Mittel- und Benkertstraße lagen Pastellstifte aus, und vor allem Kinder bewiesen hier auf großen Hartfaserplatten ihre überbordende Kreativität.

Ein Hingucker war das von Christiane Jessen-Richardsen gemalte Luftbild von Schloss Sanssouci. Dort konnte man sich auf dem Bild stehend von ihr kostenlos fotografieren und vom 3-D Effekt verblüffen lassen. Verblüffend auch das Udo Lindenberg-Double das direkt vor der Galerie Baake Erfolgstitel wie „Wozu sind Kriege da?“ sang und täuschend echt „Danke schön“ nuschelte. Drinnen warteten die vom Rockmusikstar gemalten Bilder, in der gewohnt dicht gehängten Galerie, auf ihre Käufer.

Ausgesprochen angenehm und hörenswert war die Livemusik auf der kleinen Bühne gegenüber vom „Fliegenden Holländer“. Sowohl Alexander Gau und Felix Dubiel mit Kontrabass und Piano, als auch später der Saxophonist Georg Lehmann machten aus der Kreuzung eine Klang-Oase in die sich die vom Trubel gestressten Besucher flüchten konnten.

Die Doppelung aus Schlössernacht und „Kunst im Viertel“ funktionierte.

Von Lothar Krone

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