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Kunstschulfest im Kulturhaus Babelsberg

Zum Auftakt die wilde, verwegene Jagd Kunstschulfest im Kulturhaus Babelsberg

Drei Jungen und ein Mädchen standen am Samstagnachmittag hoch oben auf dem Balkon der Kunstschule im Kulturhaus Babelsberg und bliesen auf ihren Hörnern Carl Maria von Webers Melodie zum reichlich martialisch anmutenden Text des dichtenden Revolutionsbarden Theodor Körner.

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Das Hornquartett der Städtischen Musikschule auf dem Balkon des Kulturhauses.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. So hallte die "wilde, verwegene Jagd" der Freikorpskrieger des Majors von Lützow über die Dächer des Kiezes und lockte Publikum zum Kunstschulfest mit dem Titel "Halali".

Das Hornquartett der Städtischen Musikschule "Johann Sebastian Bach" blieb aber nicht die einzige Attraktion dieses Nachmittags, an dem sich alles ums Thema Jagd drehte. Die Kunstschule ist im Bereich bildende Kunst mit mehr als einem Dutzend unterrichtenden Berufskünstlern einer der kreativen Leuchttürme dieser Stadt und der Andrang zum Fest belegte auch die Generationen übergreifende Ausstrahlung ihrer vielfältigen Angebote.

Natürlich dominierten auch bei der zum Fest eröffneten Ausstellung die Malereien und Grafiken, aber Lehrer und Schüler hatten sich wirklich jede denkbare Erweiterung der Kunstausübung gestattet. Ganze Räume waren aufwendig als Baumkulissen gestaltet und in einem sogar Waldboden aufgebracht. Überall wimmelte es nur so von echten und gemalten Geweihen und natürlich hatten etliche Kinder auch das beliebte Motiv des röhrenden Hirsches für sich entdeckt.

Eine der eindrucksvollsten Gemeinschafts-Arbeiten entstand im Kurs der Malerin Stefanie Schubert mit der Anmutung eines gewebten, mittelalterlichen Wandteppichs. Ein Fluss schlängelt sich an einem Burgfelsen vorbei durch Wälder und Auen, in denen tapfere Waidmänner in Booten, hoch zu Ross oder per pedes dem Wild nachjagen. Völlig unmöglich ist es, aus den hunderten winzigen bis kleinen, mittelgroßen bis großen und manchmal riesigen Objekten, Bildern, Keramiken und Installationen die Arbeiten herauszugreifen, denen eine Einzelbesprechung zustände. Was hier in der Ausstellung landete, ist ausnahmslos beeindruckend.

Wie bei der wirklichen Jagd wurde anschließend gemeinschaftlich gespeist. Eine aus Essbarem und Dekorativem gestaltete, wie ein einziges Kunstwerk wirkende Tafel mit einem gebratenen Spanferkel als Mittelpunkt wurde mit einem zünftigen Jagdsignal zum Verzehr freigegeben. Dazu stieß der 81-jährige Jäger Anton Klug waidgerecht und in vollem Jägerornat ins Horn. Kurz danach war auch das jugendliche Hornspiel wieder zu vernehmen, das nun Louis Armstrongs Titel "What a wonderful world" intonierte.

Von Lothar Krone

Ausstellung in der Karl-Liebknecht-Straße 136 bis 29.11., Mo‒Do 10‒20 Uhr.

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