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Potsdam Kunstwerk aus Versehen übermalt
Lokales Potsdam Kunstwerk aus Versehen übermalt
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17:20 31.08.2018
Künstlerin Jasmin Siddiqui von „Herakut“ vor dem im Juni fertig gestellten Graffiti an der „Schatztruhe“. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Schlaatz

Der Schreck war groß eines Morgens: Das 30 Meter lange Graffiti-Kunstwerk an der Wand des Awo-Tauschladens „Schatztruhe“ im Schlaatz war mit weißer Farbe übermalt worden, nur wenige Tage, nachdem es fertiggestellt worden war.

Wand verwechselt

Ein Arbeiter der Hausverwaltung hatte aus Versehen die falsche Wand gestrichen. Eigentlich sollte er die Rückwand des Gebäudes malern – nicht aber die Seitenwand. Das Versehen konnte passieren, weil die Awo-Mitarbeiter erst am Vormittag zur „Schatztruhe“ kamen, der Maler hatte seine Arbeit jedoch bereits am frühen Morgen begonnen, deshalb stoppte ihn niemand.

Mousa Shaker (Bufdi) und Julian Gößler (Ehrenamtler) bei der Awo stehen vor dem übermalten Graffito an der Schatztruhe. Quelle: Jonas Nayda

Die weiße Farbe überdeckt das Graffito nicht komplett. Sie hat sich allerdings wie ein dicker Nebelschleier über die bunten Bilder gelegt.

Hausverwaltung übernimmt Verantwortung

Der Awo ist der Vorfall etwas peinlich. „Das hat so niemand gewollt, es war wirklich ein Missverständnis“, sagt Dirk Harder, Sprecher des Awo-Bezirksverbandes Potsdam. Der Maler hätte seinen Fehler sofort eingesehen und sich entschuldigt. Die Hausverwaltung habe die Verantwortung übernommen.

Ganze drei Tage hatte die Arbeit des Street-Art-Duos „Herakut“ im Juni gedauert. Während eines Workshops war gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern das Kunstwerk entstanden, das die Helden der Kinder und Jugendlichen zeigen sollte, die mitgearbeitet haben. Über dem Bild hatte der Spruch gestanden: „Der größte Schatz ist der in deinem Kopf.“

Die Streetart Künstler Jasmin Siddiqui und Falk Lehmann bemalen vom 14.06.2018 bis zum 16.06.2018 mit Kindern und Freiwiligen eine Wand im Schlaatz. Quelle: Friedrich Bungert

Doch die Awo-Mitarbeiter sind inzwischen nicht mehr sauer. Sie versuchen, der Sache etwas positives abzugewinnen. „Kunstwerke werden eben ab und zu auch mal zerstört, dafür gibt es genug Beispiele. Wir können darüber sogar schon wieder schmunzeln“, sagt Dirk Harder.

Restauration geplant

Außerdem soll das Graffito schon bald wieder restauriert werden. Das Künstlerpaar „Herakut“ hat sogar zugesagt, ein zweites Mal einen Workshop zu veranstalten. Vom 12. bis 14. September soll die Wand erneut bunt bemalt werden und am Ende mit einem großen Fest „wiedereröffnet“ werden.

Ob die noch sichtbaren Linien und Farben einfach wieder verstärkt werden, oder ob ein ganz neues Bild auf die Wand kommt, steht noch nicht fest.

Keine illegalen Graffiti mehr

In der Vergangenheit war die Seitenwand der „Schatztruhe“ immer wieder illegal von Sprayern mit Graffiti übersät worden. Seit das Bild von „Herakut“ an der Wand prangte – auch in nebligem Zustand – war jedoch kein neues Graffito mehr drübergesprüht worden.

Die Rückwand des Gebäudes, an der kein Kunstwerk zu sehen war, ist derweil ordnungsgemäß sauber überpinselt worden. Dort hat sich der Eifer des Malers gelohnt.

Von Jonas Nayda

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