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Kunstwerkstatt Ost bleibt

Potsdam erhält Treff in Zentrum Ost Kunstwerkstatt Ost bleibt

Das Aus der Kunstwerkstatt Ost in Potsdam schien bereits beschlossene Sache. doch nun kam die erlösende Nachricht: Der vor allem bei Senioren mit künstlerischen Ambitionen beliebte Treff am Humboldtring soll bleiben. Allerdings steht der vor mehr als 30 Jahren eröffneten Werkstatt eine grundlegende Erneuerung bevor.

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Keramikzirkel Leiterin Renate Otto (Bildmitte) mit Eva Maria Döbler (vorn r.) Helga Kehl und Marita Lammers in der Kunstwerkstatt.

Quelle: Christel Köster

Zentrum Ost. Die traditionsreiche Kunstwerkstatt Ost am Humboldtring bleibt. Die zuletzt zum März angekündigte Schließung ist abgesagt. Das gab Kulturamtsleiterin Birgit-Katharine Seemann am Freitagabend im Veranstaltungssaal des Potsdam-Museums vor mehr als 100 Kursteilnehmern und Kursleitern bekannt.

Besiegelt schien die Schließung der Einrichtung mit dem von den Stadtverordneten im März des vergangenen Jahres verabschiedeten Zukunftsprogramm 2019. Pro Jahr rechnete man mit der Einsparung in Höhe von 110 000 Euro, die anderen Maßnahmen wie dem Schulneubauprogramm zugute kommen sollten. Allerdings hätte für die Schließung noch ein extra Beschluss der Stadtverordneten verabschiedet werden müssen.

Erste Proteste regten sich im Spätherbst des vergangenen Jahres. Anfang Dezember kam es zu einem Krisentreffen im Rathaus. Seemann räumte am Freitag ein, dass für von der Verwaltung erwogene Ersatzvarianten etwa in den Räumen der Kunstschule im Kulturhaus Babelsberg keine Kapazitäten frei seien.

Vor wenigen Tagen meldete sich die SPD-Fraktion mit einer Meldung für den Erhalt der Kunstwerkstatt an ihrer bisherigen Adresse. Der kulturpolitische Sprecher der Fraktion, David Kolesnyk, verwies dabei auf eine Reihe von Vorschlägen der Aktiven.

Zu den Ideen, die am Freitag im Museumssaal vorgestellt wurden, zählte eine Stärkung des Ehrenamts der Beteiligten und eine moderate Erhöhung der Kursgebühr, um die offenbar seit 1990 stagnierende Honorare der Kursleiter etwas anheben zu können.

Die Kunstwerkstatt Ost

Die Kunstwerkstatt Ost wurde im April 1984 gegründet. Zunächst war es eine Einrichtung des Kreiskabinetts für Kulturarbeit. Nach 1989 wurde die Kunstwerkstatt von der Stadt übernommen, die diese Einrichtung gemeinsam mit der Gewoba betreibt. Versuche, die Kunstwerkstatt in freie Trägerschaft zu überführen, blieben ohne Erfolg.

Aktuell gibt es in der Kunstwerkstatt 14 Kurse mit rund 140 zumeist älteren Kursteilnehmern. Die Angebote reichen von der Keramikwerkstatt bis zum Klöppelzirkel. In der Kunstwerkstatt sind zwei Mitarbeiter des Rathauses angestellt. Einer soll im Zuge von Sparmaßnahmen auf einen anderen Arbeitsplatz versetzt werden.

Die Kunstwerkstatt will sich mit integrativen Angeboten für Flüchtlinge öffnen und verstärkt auf jüngeres Publikum zugehen. Die Öffnungszeiten sollen – zumal an Wochenenden und Feiertagen deutlich großzügiger – als in den vergangenen Jahren ausfallen. Auch eine Erneuerung des Internetauftritts ist angekündigt.

Beschlossen ist, dass einer der zwei hauptamtlichen Mitarbeiter in einen anderen Verwaltungsbereich versetzt wird. Seemann versicherte, dass die Stadt auch weiter für Betriebs- und Unterhaltungskosten aufkommt.

Von Volker Oelschläger

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