Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Schneller nach Schönefeld
Lokales Potsdam Schneller nach Schönefeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 16.12.2013
Neubau der Landstraße L 40 - Ortsumgehung Güterfeld Quelle: stepmap, 123map, OpenStreetMaP, Lizenz ODbl 1.0 | Detlev Scheerbarth
Güterfelde

Ein Auto mit Potsdamer Kennzeichen und ein Kleintransporter aus Berlin - das waren am Montag die ersten Fahrzeuge auf der Ortsumgehung von Güterfelde. Vorneweg fuhr die Polizei mit Blaulicht. Sie verhinderte, dass die ersten Nutzer des neuen Abschnitts der Landesstraße 40 gleich die eigentlich zulässigen 100 Kilometer pro Stunde fuhren.

Die elf Kilometer lange Ortsumgehung ist Teil der Schnellstraßenverbindung von Potsdam zum Flughafen Schönefeld. Weil Baufirmen und Planer gut gearbeitet haben, lobte Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD), ist die Ortsumgehung schon nach drei Jahren fertig geworden. Ursprünglich war die Freigabe erst 2014 vorgesehen. Vogelsänger hob hervor, dass die Straße nicht nur Potsdam und Schönefeld verbindet, sondern auch Güterfelde, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow eine Entlastung vom Durchgangsverkehr bringt. Außerdem wird das Güterverkehrszentrum Großbeeren besser erreichbar. Fertig ist das Projekt, wenn im kommenden Jahr auch die Ortsumgehung Mahlow übergeben wird.

Der Stahnsdorfer Gemeindevertreter Peter Ernst (SPD) nutzte die Anwesenheit des Verkehrsministers, um an den aus seiner Sicht dringenden S-Bahnanschluss für Stahnsdorf zu erinnern. Ernst hatte das historische Bahnhofsschild mit der Aufschrift "Stahnsdorf Reichsbahn" und ein kleines Protestschild mitgebracht, aber Vogelsänger ließ sich nicht umstimmen. Nicht jedes Projekt sei verkehrlich nötig, wiederholte er seinen Standpunkt.

ZAHLEN UND ARGUMENTE

  • Die Landesstraße 40 ist eine wichtige regionale Ost-West-Verbindung. Sie verläuft südlich des Stadtgebietes von Berlin und nördlich vom Berliner Ring.
  • Von der Humboldtbrücke in Potsdam bis zur Bundesstraße 101 bei Großbeeren ist die Straße vierspurig ausgebaut. Sie ist insgesamt 26 Meter breit.
  • Investiert wurden insgesamt 42 Millionen Euro, davon 30 Millionen für die Ortsumgehung Güterfelde und zwölf Millionen für den Umbau des Güterfelder Ecks zu einem großzügigen Kreisverkehr.
  • 75 Prozent der Bausumme wurden aus dem Fonds für regionale Entwicklung von der EU gefördert.
  • Die Ortsumgehung Güterfelde ist fast elf Kilometer lang.
  • Mit der neuen Straße werden Stahnsdorf und Teltow entlastet. Es entfallen Ortsdurchfahrten von neun Kilometern Länge.
  • Hintergrund des Projektes ist die prognostizierte Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung der Region, mit der eine signifikante Erhöhung des Verkehrsaufkommens verbunden sein dürfte.
  • Entscheidend beeinflusst wird dieser Trend durch die Entwicklung der Wohn- und Gewerbestandorte in Potsdam, Teltow, Stahnsdorf, Ludwigsfelde, Großbeeren und am künftigen Flughafen in Schönefeld.
  • Mit der Schnellstraßenverbindung sollen Lärm- und Schadstoffbelastungen insgesamt verringert werden. Außerdem soll die Fahrzeit nach Schönefeld sinken und gleichzeitig das Sicherheitsniveau verbessert werden.

Mit dem Straßenbau sind beträchtliche Eingriffe in die Natur verbunden. Eine 2004 in der Planungsphase erstellte Karte weist 18 Konflikte mit Belangen des Natur- und Umweltschutzes aus. So ist die als Erholungsgebiet gern genutzte Parforceheide nicht mehr so gut wie früher erreichbar. Zu den, wie der Stahnsdorfer Grünen-Ortssprecher Thomas Michel formulierte, "Verlierern" des Straßenbaus, gehören auch die Wildtiere. War der Wechsel über die alte Landesstraße 40 für das Wild gefährlich, sei er jetzt unmöglich, erklärte Michel in einer Pressemitteilung. Er verwies auf eine 2012 gegründete Initiative zum Bau einer Wildbrücke. "Da dafür aber große Finanzmittel benötigt werden, brauchen wir noch mehr Unterstützung", so Michel.

Noch während an der neuen Umgehungsstraße die letzten Arbeiten liefen, haben an der Landesstraße 76 nach Stahnsdorf die Rückbauarbeiten begonnen. Für einen Teil der neu versiegelten Flächen werde andere entsiegelt. Das heißt: Auf der L76 wird es künftig nur noch zwei statt vier Fahrspuren geben. Momentan werden Betonbegrenzungen an der dem Feld zugewandten Straßenseite beseitigt. Hier entsteht ein Radweg.

Die Gemeinde Stahnsdorf hat entsprechend dem brandenburgischen Waldgesetz einen Antrag auf Schutzwaldbereiche gestellt. Die Bäume sollen den Menschen in der Ortslage Güterfelde beziehungsweise südlich von Güterfelde/Kienwerder Lärm- und Sichtschutz bieten. So werden zum Beispiel nahe dem neuen Kreisel am Güterfelder Eck weitere Bäume gepflanzt, damit es in Kienwerder ruhiger ist. Die Waldbewirtschaftung soll nicht mit großen Harvestern erfolgen, sondern behutsam, damit die Schutzwirkung erhalten bleibt.

AUF EIN WORT

Happy

Es wurde viel gestritten um die Ortsumgehung von Güterfelde. Nord- oder Südumfahrung, eng oder weit – nun führt die Schnellstraße nördlich an Güterfelde vorbei. Es wurde sehr viel Erde bewegt, zu Lasten der Natur. Das muss beklagt werden. Aber: Den Einwohnern von Güterfelde war der Durchgangsverkehr, der zum großen Teil auch noch durch Lastwagen verursacht wurde, auf Dauer nicht zuzumuten. „Die Güterfelder sind happy“, sagte Ortsvorsteher Dietrich Huckshold. Endlich werde es ruhiger im Ort. Auch Stahnsdorf und Teltow werden erheblich entlastet. Beide Kommunen, die von Auswärtigen vor allem als Durchfahrtsorte wahrgenommen wurden, haben nun die Möglichkeit, ihre Zentren lebenswerter zu gestalten. Sogar früher, als ursprünglich gedacht, denn die Ortsumgehung wurde vorfristig fertiggestellt. Auch die Wirtschaft profitiert von der Schnellstraßenverbindung zwischen Potsdam und dem künftigen Flughafen BER in Schönefeld. All das rechtfertigt letztlich die Investitionen.

Von Stephan Laude

Potsdam Neu und schlagkräftig: besser zu zweit - Fusion von HBPG und Kulturland Brandenburg

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) und der Verein Kulturland Brandenburg werden zum 1.Januar vereint. Ziel sei es, eine "schlagkräftige Kultureinrichtung" in Potsdam zu schaffen - und dafür wird mehr Geld zur Verfügung gestellt, als beide bisher zusammen hatten. Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es dennoch.

17.12.2013
Potsdam Mehr Anfragen von Gewaltopfern als Plätze im Frauenhaus - Erstmals mehr als 1500 Frauen beraten

Immer mehr Frauen suchen bei familiären Problemen Hilfe in der Beratungsstelle Potsdamer Frauenzentrums. Die Zahl der Beratungskontakte ist weiter gestiegen und hat in diesem Jahr erstmalig die 1500er Marke überschritten.

16.12.2013
Polizei Potsdam: Polizeibericht vom 16. Dezember - Fußgängerin (83) von Auto angefahren

+++ Waldstadt: Beim Abbiegen Rentnerin umgefahren +++ Babelsberg: Bußgeld wegen Trunkenheit am Steuer +++

17.12.2013