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Linke: Biosphäre soll Bildungszentrum werden

Tropenhalle in Potsdam Linke: Biosphäre soll Bildungszentrum werden

Der Betrieb der Biosphäre am Haupteingang zum Buga-Volkspark ist so teuer, dass die Stadt die Tropenhalle lieber heute als morgen loswerden will. Doch dagegen regt sich in der Stadtpolitik Widerstand. Nun macht die Linke einen Vorschlag wie die Tropenhalle weiter genutzt werden kann. Dabei spielen Tiere und Bildung eine Rolle.

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Die Biosphäre.

Quelle: foto: B.G.

Bornstedter Feld. Die Potsdamer Linke will die Biosphäre retten. Die frühere Umweltministerin und, ein Teil der Partei zumindest. Die jetzige Landtagsabgeordnete Anita Tack etwa ist überzeugt, dass die Tropenhalle zu einem landesweiten Bildungszentrum für Umwelt und Nachhaltigkeit umfunktioniert werden kann und dass ihr etwa die Hälfte ihrer Landtagsfraktion in dieser Frage folgen will.

Grüne Klassenzimmer könnte belebt werden

Ein Bildungskooperation zwischen Land und Stadt könne dieses einmalige Projekt am Leben erhalten, um damit sinnvolle Bildungsarbeit zu gestalten, erklärte Tack jetzt gegenüber der MAZ. „Oberbürgermeister Jann Jakobs muss es wollen, und er muss mit der Landesebene reden.“ So ein „Hauptstadtgespräch“ werde von der Linken vorgeschlagen, von der Stadt aber abgelehnt.

Sinnvoll ist laut Tack eine Strategie zum Erhalt der Halle als Kombination aus Theorie und Praxis, so dass das auch Grüne Klassenzimmer belebt wird, das derzeit in einem Bauwagen im Buga-Volkspark residiert. Das Grüne Klassenzimmer habe Besuch aus dem ganzen Land; es sei denkbar, Pro Schüler eine Gebühr zu erheben, denn diese Form der Bildung sei in Lehrplänen enthalten.

Tack hält es für zwingend, dass sich Land und Stadt gemeinsam verantwortlich zeigen. „Die verwendeten Fördermittel dürfen nicht nachträglich in den Sand gesetzt werden.“

Noch gibt es keine Gespräche zwischen Stadt und Land

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) aber ließ der früheren Ministerin ausrichten, es gebe zwar Möglichkeiten zur Beteiligung des Landes Brandenburg, aber keine entsprechenden Gespräche mit der Stadt. Das Land könne sich engagieren, wenn es ein „wichtiges Interesse“ am Projekt habe und der gewollte Zweck sich nicht anders erreichen lässt. Was aber für die Stadt der gewollte Zweck der Biosphäre nach Auslaufen der touristischen Zweckbindung Ende September 2017 ist, sei aber allein Sache der Stadt Potsdam.

Anita Tack sieht die Halle mit ihrer jetzigen Nutzung als Potsdamer Alleinstellungsmerkmal in Tourismus und Bildung, als Ort verstärkter Kongresstätigkeit zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zum Beispiel. Man könne der Biosphäre einen ähnlichen Bildungsauftrag und Bildungsanspruch zuschreiben wie etwa der Stadt- und Landesbibliothek. Aber auch die Halle selbst könnte ihrer Ansicht nach mehr tun zur Publikumsgewinnung.

Auch Tiere spielen in den Vorstellungen der Linke eine Rolle

Mehr frei lebende Tiere oder ein Aquarium wären denkbare Möglichkeiten. Das sieht auch der Linken-Kreisvorsitzende Sascha Krämer als Möglichkeit zur Erhöhung der Besucherzahlen und der Einnahmen.

Tack fordert, dass Stadt und Land über die Verbesserung der Einnahmen und die Senkung der Energiekosten reden, statt die Biosphäre für eine nichttouristische Nutzung freizuziehen. „Stark nachdenken“ muss man Tack zufolge auch über einen deutlichen Ausbau des gastronomischen Angebotes, das für die bald auslaufende Zeit der Zweckbindung der Halle Bildungsunterhaltungs-Objekt den Hallenbesuchern vorbehalten ist, aber durchaus auch weiteres Publikum anziehen könnte.

Derzeit steht die Biosphärenhalle bis Ende in einem Interessenbekundungsverfahren zum Verkauf durch die Pro Potsdam-Tochter Polo.

MAZ-Leser mehrheitlich für den Erhalt der Biosphäre

Mit fünf Interessenten gab es bislang Gespräche, darunter dem privaten Betreiber des Da-Vinci-Schulcampus in Nauen, der aber 4,6 Millionen Euro zum Kauf und 5,7 Millionen zur Sanierung der Fassade aufbringen müsste und das nicht kann.

Ihn schreckt auch die Prognose der Energiekosten der Halle, die rund 400.000 Euro höher liegen sollen als bei einer normalen Schule. Das sieht auch Anitra Tack als Hinderungsgrund für den Haus-in-Haus-Einbau einer Schule: „Jeder Nutzer der Halle hätte diese Kosten.“ Tack verweist auf eine Online-Umfrage der MAZ, bei der von 1062 Teilnehmern 83 Prozent für den Erhalt der Biosphäre waren.

Von Rainer Schüler

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