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Potsdam „La danse“ mit dem Neuen Kammerorchester
Lokales Potsdam „La danse“ mit dem Neuen Kammerorchester
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10:38 01.06.2016
Ud Joffe (l.) und Christian Seidel. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Brandenburger Vorstadt

Ein Herz für die Musik hatte Christian Seidel (67) schon als Jugendlicher: „Mit 15, 16 habe ich geschwankt, ob ich Musiker oder Physiker werde." Als Student hatte er ein Abonnement für die Dresdner Philharmoniker unter Kurt Masur. Nach der Abwicklung der Brandenburgischen Philharmonie Potsdam im Jahr 2000 votierte er als SPD-Stadtverordneter für die von Ud Joffe getragene Bewerbung eines Neuen Kammerorchesters als Klangkörper der Stadt und als Hausorchester des Nikolaisaals. Den Zuschlag bekam die Kammerakademie.

Doch die um Joffe vereinten Musiker entschieden sich, es trotzdem zu versuchen. Im Januar 2001 fragte Joffe Seidel, ob er Mitglied des Trägervereins werden will. Im Sommer 2001 wählten sie ihn zum Vorsitzenden. Anfangs waren ein Drittel der Musiker ehemalige Mitglieder der Brandenburgischen Philharmonie. „Doch von den Honoraren die wir zahlen, kannst du als Musiker nicht leben.“ Viele der Mitglieder sind heute junge Absolventen, für die das Neue Kammerorchester eine wichtige Station auf dem Weg in größere Klangkörper ist. Das, so Seidel, „verhindert Verkrustung und Stagnation, aber du hast über die Jahre eben keine stabile personelle Besetzung“.

Zu seinen Sternstunden gehörte die Verhandlung mit den oft namhaften Solisten, die spielten, obwohl das Neue Kammerorchester kaum Geld hat: „In den 15 Jahren gab es vielleicht zwei Fälle, die an der Honorarhöhe gescheitert sind. Das ist schon ein tolles Verhältnis.“ Dass zum ersten Konzert im neuen Jahr üblicherweise noch gar nicht sicher war, ob die Stadt Projektförderung zahlt, gehört zu den Unwägbarkeiten, die jedem freien Kulturveranstalter vertraut sind: „Wir sind – Gott sei Dank – nie so auf die Nase gefallen, dass wir nicht wieder aufstehen konnten. Aber es hätte auch schief gehen können.“

Wenn das Neue Kammerorchester am Donnerstag in der Erlöserkirche mit dem Konzert zum Saisonabschluss sein 15-jähriges Bestehen feiert, geht mit dem Abschied Christian Seidels eine kleine Ära zu Ende. Nach einer Laudatio von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) wird er sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Dass er aufhört, hat vor allem mit der zeitlichen Belastung zu tun. 25 bis 30 Konzerttermine pro Jahr organisieren sich nicht nebenher. Ganz verabschiedet Christian Seidel sich aber nicht aus dem Ehrenamt. Nach der Musik soll es nun mit Blick auf seine bald drei Enkelkinder der Umweltschutz sein: „Wir überlegen, einen Klimaweg zu organisieren von Aachen über Cottbus bis nach Berlin – durch alle Braunkohlereviere Deutschlands.“

Bach trifft Pulcinella

„La danse“ ist das Motto zum Saisonabschluss des Neuen Kammerorchesters am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Erlöserkirche in Potsdam-West.

Zur Aufführung kommen die Orchestersuite Nr. 1 in C-Dur von Johann Sebastian Bach und „Pulcinella“ von Igor Strawinsky. „Pulcinella" wird szenisch begleitet vom Potsdamer Poetenpack.

Nach dem Sinfoniekonzert wird zur Geburtstagsfeier des Neuen Kammerorchesters in den Gemeindesaal der Erlöserkirche eingeladen.

Von Volker Oelschläger

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