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Ladenhüter Lenin

Potsdamer versteigert kommunistische Denkmäler Ladenhüter Lenin

Der Potsdamer Auktionator Frank Ehlert hatte am Wochenende fünf besondere Herren unterm Hammer: Er bot bei einer Online-Versteigerung insgesamt sechs Skulpturen von Lenin, Stalin, Thälmann, Zapotocky und Gottwald. Doch die kommunistischen Denkmäler müssen vorerst in Bayern bleiben: Es fand sich kein Käufer.

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Adieu, roter Bahnhofsvorsteher: Am 12. Mai 1992 wurde der Kopf des Dresdner Lenin-Denkmals abtransportiert.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Frank Ehlert hat schon einige aufsehenerregenden Auktion geleitet. Er hat die Interieurs der traditionsreichen Potsdamer Lokale „ Gastmahl des Meeres“ und „ Café Melody“ versteigert und das Inventar der durch die ZDF-Weißkittelserie bekannt gewordenen Schwarzwaldklinik an den Mann gebracht. Am Samstag hatte der Potsdamer Auktionator sechs ganz besondere Posten unter dem Hammer: die monumentalen Denkmale von Wladimir Lenin, Josef Stalin, Ernst Thälmann (gleich zweimal im Angebot), Klement Gottwald und Antonin Zapotocky. Alle Herren fanden, nachdem sie im Osten vom Sockel gestürzt worden waren, eine Heimat bei Grabmalunternehmer Josef Kurz im bayrischen Gundelfingen.

Niemand hat Interesse

Teuerster Steinkollos bei der Online-Versteigerung des Hauses Auktionspunkt: der zwölf Meter hohe und 80 Tonnen schwere Lenin aus Granit, der bis 1992 gegenüber dem Dresdner Hauptbahnhof Wache hielt. Für den „roten Bahnhofsvorsteher“, wie er genannt wurde, rief Ehlert einen Startpreis von 150 000 Euro auf. Doch weder Lenin noch die anderen steinernen Genossen – Stalin gab es schon für 58 000, Thälmann für 11 000 Euro – wurde der Auktionator los. Es habe einige Interessenten gegeben, unter anderem aus Russland, aber am Ende gab keiner ein Gebot ab. „Uns war vorher klar, dass das eine extrem schwierige Nummer wird. Bei alten Autos kann man leichter einschätzen, wie es laufen wird“, sagte Ehlert am Sonntag der MAZ. „Für diese Auktion brauchten wir unseren ganzen Mut, aber ein Anfang ist gemacht: Die Auktion hat zum Nachdenken angeregt.“ Ein Stadtrat der Linken in Dresden hat angeregt, die Figur in die Stadt zurückzuholen.

Lenin bleibt vorerst im Süden

Einstweilen bleiben die Figuren in Bayern. „Sie nehmen dort nicht viel Platz weg und fressen kein Brot“, sagt Ehlert, „insofern hat der Auftraggeber keine große Eile.“ Vier Wochen dauert der Nachverkauf jetzt. Liebhaber können Angebote für die Skulpturen machen. Überzogen findet Ehlert die vom Sammler ursprünglich angesetzten Summen nicht. Man müsse unpolitisch rangehen. „150 000 Euro für eine Skulptur – das ist gar nichts. Der Kunst tun wir keinen Gefallen, wenn wir die Werke zu niedrig anbieten.“

Von Marion Kaufmann

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