Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Läden zur Schlössernacht geschlossen

Potsdam streitet über verkaufsoffene Sonntage Läden zur Schlössernacht geschlossen

Die Stadtverordneten sollen darüber befinden, an welchen Sonn- und Feiertagen die Läden in Potsdam öffnen dürfen. Die neue Verordnung gilt zwar nur für 2017, deutet das Szenario für 2018 aber bereits an. So sollen die Geschäfte zur Antikmeile nur noch in einem kleinen Teil der City öffnen dürfen. Der Sonntag zur Schlössernacht wankt und fällt in diesem Jahr flach.

Potsdam, Mittelstraße 52.4030067 13.060578
Google Map of 52.4030067,13.060578
Potsdam, Mittelstraße Mehr Infos
Nächster Artikel
Potsdam am Mittwoch: Das ist heute wichtig

Einkaufen in Potsdam – hier bei der Erlebnisnacht.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Der für die Potsdamer Schlössernacht angekündigte verkaufsoffene Sonntag fällt aus. Das bestätigte Stadtsprecher Markus Klier auf Anfrage der MAZ. Nach dem Stadtwerkefest am ersten Juli-Wochenende hat die Landeshauptstadt damit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ein fest eingeplantes Sonntagsshopping abgeblasen. Dabei hatte das Rathaus nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg angekündigt, den 20. August im Nachklang der Schlössernacht unbedingt halten zu wollen.

Wie berichtet, hatte das Gericht Ende Juni auf Antrag der Gewerkschaft Verdi die sechs für 2017 angesetzten Potsdamer Sonntagsöffnungen per einstweiliger Verfügung teilweise gekippt. Begründung: Die bislang gültige städtische Verordnung entspreche nach Änderung des Brandenburgischen Ladenöffnungsgesetzes nicht mehr der aktuellen Rechtslage. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadtverwaltung bereits mit der Überarbeitung der städtischen Verordnung begonnen. Damals hieß es, dass man sich bemühe, den Termin zur Schlössernacht zu verteidigen. Daraus wird nun nichts. Laut Stadtsprecher war es in der Kürze der Zeit nicht möglich, „hinreichende Besucherströme für eine Öffnung nachzuweisen“.

Sonntagsshopping zur Antikmeile – aber nur in ein paar Straßen

In der Verordnung, die den Stadtverordneten am Mittwoch zum Beschluss vorgelegt wird, ist vom 20. August denn auch keine Rede mehr. Lediglich zwei Adventssonntage, der 3. und der 17. Dezember, sind darin als stadtweite verkaufsoffene Sonntage vorgesehen. Erwähnt ist auch ein verkaufsoffener Sonntag zur Antikmeile im Herbst. Einst stadtweit geplant, sollen nun nur noch Läden in der Innenstadt öffnen dürfen – allerdings auch dort nicht alle. Der Verordnung nach dürfen nur Geschäfte in der Jägerstraße (zwischen Hegel­allee und Charlottenstraße), in der Gutenbergstraße (zwischen Jägerstraße und Friedrich-Ebert-Straße), in der Friedrich-Ebert-Straße (zwischen Nauener Tor und Charlottenstraße) sowie in der Brandenburger Straße (zwischen Brandenburger Tor und Friedrich-Ebert-Straße) öffnen. Das traditionell gut besuchte Holländische Viertel gehört nicht in diesen erlesenen Kreis. Auch das kürzere Ende der Brandenburger Straße, wo jüngst Star-Coiffeur Udo Walz eine Boutique eröffnet hat, bleibt außen vor.

Sonntagsöffnung - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Der Unmut ist vor allem im Holländischen Viertel groß. „Es ist und bleibt eine Katastrophe“, sagt Anatara Elke Dusin, die drei Modeläden, ein Schuhgeschäft und ein Yogastudio in der Mittelstraße betreibt. „Die Regelung der Stadt Potsdam zu den Sonntagsöffnungszeiten trifft uns alle sehr hart.“ Fast alle Geschäfte im Viertel seien inhabergeführt und hätten mit Verdi nichts zu tun. „Viele der Besitzer stehen an den Wochenenden selbst hinter der Kasse oder haben wie ich Mitarbeiterinnen, die sich sonntags gern schick machen und arbeiten gehen“, sagt Anatara Elke Dusin. „Es gibt nicht nur alleinerziehende Mütter, die an den Sonntagen gezwungen werden.“ Anatara Elke Dusin engagiert sich in der Aktionsgemeinschaft Holländisches Viertel, ist seit März Vorsitzende und spricht für viele: „Wir im Holländischen Viertel wollen unsere Geschäfte vom 20. März bis zum 31. Oktober an jedem Sonntag öffnen.“

AG-Innenstadt: Potsdam muss gegenüber Berlin attraktiv bleiben

Eine Farce nennt Manfred Gerdes, Chef der AG Innenstadt, die Entscheidung zur Schlössernacht und die neue Verordnung. Er fragt: „Wollen wir weiter unsere Kunden nach Berlin treiben und Kaufkraft einfach so wegwerfen?“ Es sei an der Zeit, dass Verwaltung und Politik umdenken, „und zwar aus Perspektive der Einwohner und Gäste dieser Stadt“, so Gerdes. „15 bis 18 Millionen Besucher kommen jedes Jahr nach Potsdam – das sind rund 30 000 am Tag und doppelt so viele an den Wochenenden. Wenn ich mir das touristische Bild anschaue, ist alles da, um Sonntagsöffnungen zu rechtfertigen. Der Mix aus Kunst, Kultur, Freizeitmöglichkeiten, Natur und Historie, den ich hier durchlaufen kann, ist einmalig.“ Gerdes fordert ein „Elf plus Advent“-Modell: „Die Händler – egal, wo in Potsdam – sollten jeden Monat einmal sonntags und an allen Adventssonntagen öffnen dürfen. Das trifft den Nagel der Zeit auf den Kopf und macht uns auch gegenüber Berlin mit zehn verkaufsoffenen Sonntagen wettbewerbsfähig.“

Von Nadine Fabian

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
7b1a3dba-c221-11e7-939a-14d1b535d3f1
Potsdamer Lichtspektakel 2017

Es werde Licht! Drei Nächte lang wird Potsdam mit einem Lichtspektakel von Freitag bis Sonntag illuminiert.

Die Karikaturen des Potsdamers Hafemeister

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Nun hat er immer mittwochs seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier. Wir zeigen an dieser Stelle alle Karikaturen.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg