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Potsdam Längere Frist fürs Rechenzentrum
Lokales Potsdam Längere Frist fürs Rechenzentrum
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19:56 09.08.2017
Das Rechenzentrum soll nun bis 2023 als Arbeitsstätte und Treff der Potsdamer Kreativszene erhalten bleiben Quelle: Christel Köster
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Innenstadt

Die Ankündigung von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), die befristete Nutzung des Rechenzentrums an der Breiten Straße als Kunst- und Kreativhaus möglicherweise bis 2023 zu verlängern, hat gemischte Reaktionen ausgelöst. „Das ist grundsätzlich positiv“, erklärte André Tomczak, Sprecher des Potsdamer Kreativen-Netzwerks „Kulturlobby“ am Mittwoch. „Man sieht, dass die Stadt das Thema ernst nimmt, Kreativräume zu schaffen, und das als Wirtschaftsfaktor versteht.“

André Tomczak. Quelle: Friedrich Bungert

Derzeit ist der Vertrag der Künstler im Rechenzentrum bis Ende August 2018 befristet. Dennoch ist die Freude bei den 350 Nutzern in dem DDR-Gebäude über die mögliche Verlängerung nicht uneingeschränkt. „Der Wunsch ist, langfristig im Haus zu bleiben“, so Tomczak. Der Nutzerrat fordere Planungssicherheit über 20 bis 25 Jahre, damit eine Modernisierung möglich wird.

Unterwegs im Kunst- und Kreativhaus. Quelle: Archiv

Wie berichtet, wäre eine weitere Nutzung des Rechenzentrums parallel zur Errichtung des direkt benachbarten Garnisonkirchturms – Baustart soll in diesem Herbst sein – aus baurechtlicher Sicht möglich. Demnach könne „der Parallelbetrieb von Rechenzentrum und Turm der Garnisonkirche befristet bis 31. Dezember 2023 geduldet werden“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow.

Am Dienstagabend hatte es ein Treffen gegeben, bei dem Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) mit Vertretern der Garnisonkirchenstiftung, der Stiftung SPI als Träger des Kreativhauses, dem Nutzerbeirat und dem Sanierungsträger Potsdam über die Zukunft des Provisoriums berieten. Der Kirchenstiftung gehört ein Teil des Grundstücks, auf dem das Rechenzentrum jetzt steht. Bis Jahresende soll eine Vereinbarung über die künftigen Perspektiven getroffen werden.

So könnte es an der Breiten Straße einmal aussehen. Quelle: Mitteschön

Bei dem Treffen im Rathaus wurden auch die Mehrkosten angesprochen, die sich aus den besonderen Baubedingungen – der Turm wird praktisch Wand an Wand mit dem Rechenzentrum hochgezogen – ergeben. Jakobs will den Stadtverordneten in der September-Sitzung vorschlagen, dass die Stadt diese Kosten übernimmt. Damit würde sie sich erstmals direkt an den Kosten der umstrittenen Kirche beteiligen.

Norbert Müller, Bundestagsabgeordneter und Direktkandidat der Linken für den Bundestagswahlkreis 61,erinnerte den Oberbürgermeister daraufhin gestern an „eine eindeutige Beschlusslage“ der Stadtverordnetenversammlung: „Kein städtisches Geld für die Garnisonkirche.“ Müller verwies darüber hinaus auf zahlreiche Bürgerhaushalte, bei denen diese Forderung weit vorne lag.

Blick auf das Rechenzentrum und die künftige Baustelle. Quelle: MAZonline

Außerdem wirft er Jakobs „doppelte Standards“ bei der Bewertung unterschiedlicher Projekte vor: „Als jüngst ein Angebot für die Fachhochschule unterbreitet wurde, lehnte er nicht nur das Angebot ab, sondern er beendete auch die demokratische Debatte mit Verweis auf Stadtverordnetenbeschlüsse.“

Wieland Eschenburg Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Garnisonkirchenstiftung hat sich am Mittwoch ebenfalls zu der Ko-Existenz von Turm und Kreativzentrum geäußert. Aus Sicht der Stiftung gibt es zwar „gute Gespräche“ zwischen den Akteuren. Die mögliche Nutzungsverlängerung bis 2023 ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. „Es gibt im Hinblick auf die Laufzeit bis 2023 keine Vereinbarung“, sagte Kommunikationsvorstand Wieland Eschenburg gestern. „Welche Jahreszahl dann tatsächlich in der Vereinbarung steht, ist noch völlig offen.“

Vom Langen Stall ist nur noch der Kopfbau mit der Barockfassade erhalten. Quelle: MAZonline

Eschenburg favorisiert den Langen Stall an der Plantage als Ausweichstandort für die Kreativen. Der langgezogene Holzbau mit dem markanten Spitzdach wurde im Krieg zerstört und könnte – zumindest teilweise – an seinem ehemaligen Standort unweit vom Rechenzentrum wiedererrichtet werden.

Jann Jakobs Quelle: Friedrich Bungert

Auch Jakobs hat sich im MAZ-Gespräch erstmals deutlich zu dieser Variante positioniert: „Das kann ich mir durchaus vorstellen“, sagte er: „Geprüft werden aber alle Neubaupotenziale in der näheren Umgebung. Mir wäre es recht, dass man am Ende zu einer verbindlichen Vereinbarung kommt.“ Es sei zu prüfen, inwieweit die Nutzer aus dem Rechenzentrum im Langen Stall untergebracht werden können. Als Grundbedingung für die Umsetzung dieser Varianten nannte Jakobs zumutbare Mieten für die Kreativen.

Aus Sicht der Kulturlobby könnte der wiedererrichtete Lange Stall lediglich eine Dependance zum Rechenzentrum bieten. „Der Bedarf ist so groß, dass wir es eher als Ergänzungsobjekt brauchen.“

Von Jens Trommer und Ildiko Röd

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