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Potsdam „Lästige Bürger wird man mit Häppchen los“
Lokales Potsdam „Lästige Bürger wird man mit Häppchen los“
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20:57 28.04.2017
Ulrich Rosenau von der Initiative „Ruhe im Kiez“ an der Bertha-von-Suttner-Straße. Quelle: Christel Köster
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Nauener Vorstadt

Ergebnis gab es bei der Verkehrsdiskussion am Donnerstagabend im Treffpunkt Freizeit zwar keines. Aber eines wurde klar: Themen, die sich um des Menschen besten Freund beziehungsweise schlimmsten Feind – das Auto – drehen, lassen die Emotionen hochkochen. Konkret ging es um die Verkehrsberuhigung des Wohnquartiers Behlertstraße, Eisenhartstraße, Hebbelstraße, Bertha-von-Suttner-Straße. Der Schleichwegeverkehr stellt Anwohner auf eine harte Probe. Immer mehr Fahrer wollen die Staus am Reiterweg und der Alleestraße am Neuen Garten umgehen. Deshalb suchen sie Schlupflöcher durch das Wohnviertel – sehr zum Ärger der Bewohner, die sogar eine Initiative „Ruhe im Kiez“ gegründet haben.

Oft geht gar nichts mehr auf der Alleestraße. Quelle: Privat

Am Donnerstag stellte die Verwaltung vier Lösungsvarianten vor. Vorausgegangen war die Erarbeitung und Prüfung von 20 Maßnahmen zur Verringerung des Durchgangsverkehrs. Dass davon im Treffpunkt Freizeit nur vier Varianten diskutiert wurden, sorgte für Missstimmung bei manchen: „Lästige Bürger wird man mit Häppchen vom Büffet und dem Aufteilen vor diversen Tafeln los“, ätzte ein verärgerter Anwohner: „Es ist unfair, dass wir hier gleich auf vier Lösungen beschränkt worden sind.“

Wie die Lösungen konkret aussehen

Im Mittelpunkt standen dann aber doch besagte Schautafeln, auf denen die vier Varianten von Verwaltungsmitarbeitern vorgestellt wurden. Deren Vorzugsvariante: Die Bertha-von-Suttner-Straße könnte Einbahnstraße werden.

Ein weitere Variante ist die Verlängerung der Einbahnstraße Hebbelstraße.

Auch die Umkehrung der Einbahnstraßenregelung im Südabschnitt der Eisenhartstraße wurde präsentiert.

Der vierte Vorschlag sieht eine Diagonalsperre in Form von Stechpfosten oder einer Aufpflasterung an der Kreuzung Hebbelstraße/Bertha-von-Suttner-Straße vor.

Viele fordern das Linksabbiegeverbot

„Ich sehe keine Lösung, bei der nicht eine Straße gewinnt und eine andere im Gegenzug etwas verliert“, monierte Anwohner Berend Diekmann. Haarsträubend aus seiner Sicht: Dass die einfachste Lösung – ein Linksabbiegeverbot stadteinwärts aus der Friedrich-Ebert-Straße in die Behlertstraße gar nicht als Variante gezeigt worden sei.

„Das ist die einzige Methode, um das Einfließen von Verkehr zu verhindern“, sekundierte Horst Mentrup, der in der Eisenhartstraße wohnt. Dort würden durch den schnell fahrenden Durchgangsverkehr besonders Schulkinder und die Bewohner des Seniorenwohnheims gefährdet.

Verwaltung will prüfen

Die Verwaltung hält das Linksabbiegeverbot zwar für wenig wirkungsvoll – zuwenig Fahrer würden sich daran halten. Dennoch soll das Verbot geprüft werden.

Auch die anderen Anregungen wird die Verwaltung nochmals untersuchen und die Ergebnisse im Bauausschuss vorstellen. Stadtsprecher Jan Brunzlow:„Eine stufenweise Umsetzung der einzelnen Maßnahmen im dritten Quartal 2017 wird angestrebt.“

Speer: Verkehrsmisere wird noch schlimmer

Ex-Finanzminister und Kiez-Anwohner Rainer Speer befürchtet, dass sich die Misere durch das geplante Quartier Krampnitz noch verschlimmert: „Jede Wohnung, die im Norden gebaut wird, ist zusätzlicher Verkehr“, sagte er im Treffpunkt Freizeit.

Rainer Speer Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Hoffnung von „Ruhe im Kiez“-Mitinitiator Ulrich Rosenau ist eine „dauerhafte und wirksame Verkehrsberuhigung“ im Viertel: „Und zwar unverzüglich.“

Von Ildiko Röd

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