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Potsdam Land stoppt Schulcampus Waldstadt
Lokales Potsdam Land stoppt Schulcampus Waldstadt
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01:16 16.02.2019
Diese Bebauung im Wald links der Plattenbauriegel greift zu stark in das Landschaftsschutzgebiet ein, sagt das Umweltministerium Quelle: Peter Degener
Waldstadt

Das Umweltministerium hat den bisherigen Plänen für den geplanten Schulcampus Waldstadt Süd für bis zu 1200 Schulkinder eine Absage erteilt. Darüber informierte Harald Kümmel, der der neuen Integrierten Planungsgruppe für Schul- und Kitaneubauten in der Stadtverwaltung vorsteht, am Dienstagabend den Bauausschuss.

Am gleichen Tag hatte die Verwaltung ein Schreiben des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) erhalten. Demnach verlief die Voranfrage der Stadt auf Herauslösung größerer Teile des Waldes nahe des Bahnhofs Rehbrücke aus dem dortigen Landschaftsschutzgebiet negativ.

Umfangreiche Pläne widersprechen dem Schutzzweck des Gebiets

Die umfangreichen Pläne für eine neue Gesamtschule, sowie eine Förderschule, Kita, doppelstöckige Turnhalle und zwei wettbewerbstaugliche Sportfelder seien „im Hinblick auf eine nachhaltige und naturverträgliche Landnutzung nicht vereinbar“ mit dem Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes. „Das Land vertritt die Meinung, dass man den Schulcampus auch außerhalb des Landschaftsschutzgebiets realisieren könnte“, sagte Kümmel.

Land verneint auch Bedarf für Neubau einer Förderschule

Eine weitere Überraschung: Das Land könne „den Bedarf am Neubau einer Förderschule nicht nachvollziehen“. Das Umweltministerium ließ am Mittwoch eine Anfrage der MAZ zu den konkreten Vorbehalten gegenüber der bisherigen Planung allerdings unbeantwortet.

Der Schulcampus ist bei den Bewohnern von Waldstadt II umstritten. Nach Bekanntwerden der ersten Entwürfe vor einem Jahr hatte sich die Bürgerinitiative „Bürger für Waldstadt“ gegründet, die gegen die Eingriffe protestierte. Daraufhin hatte die Stadtverwaltung ihren Entwurf überarbeitet, zugleich aber auch vergrößert.

13 Hektar groß soll der Schulcampus werden. Der Wald gilt als Erholungswald der niedrigsten Stufe. Quelle: Rainer Schüler

Stadtverwaltung hat „erheblichen Gesprächsbedarf mit dem Ministerium“

„Es gibt von unserer Seite erheblichen Gesprächsbedarf mit dem Ministerium“, so Harald Kümmel im Ausschuss. Er kritisierte, dass das Land mit der veralteten Schulentwicklungsplanung von 2014 argumentiere. „Wir müssen deutlich machen, das wir nicht mehr in dieser Situation sind, sondern erhebliche Mehrbedarfe haben“, sagte Kümmel. Tatsächlich plant die Stadt derzeit mehr als ein Dutzend Schulen und sucht ständig nach weiteren potenziellen Standorten. Der Schulcampus ist die einzige, die außerhalb des Siedlungsbereiches liegt.

„Synergien im Wald“ bedeutet zwei Großsportfelder (unten), eine Förderschule und eine Gesamtschule mit Turnhallen, sowie eine Kita (Mitte und oben). Quelle: Stadt Potsdam

Inwiefern der Entwurf „Synergien im Wald“ noch als Grundlage herhalten könne, ist ungewiss. In der Werkstatt, an der neben der Verwaltung auch Vertreter der Bürgerinitiative, Naturschutzverbände und die Fraktionen teilnehmen, sollen nun „gegebenenfalls städtebauliche Alternativentwürfe auf Grundlage der Stellungnahme des MLUL“ thematisiert werden. Daneben werde es um den Erhalt zusammenhängender Waldflächen und Bäume, sowie die Erschließung der Schulen und Sportflächen gehen. Die Erschließung soll so gestaltet werden, dass Anwohner möglichst nicht belastet werden.

Das Land hatte den Standort vor einigen Jahren selbst für Schule ins Gespräch gebracht

Der Bildungsexperte der Linken und Stadtverordnete Stefan Wollenberg zeigte sich überrascht von den Bedenken des Landes. „Explizit diese Fläche wurde uns vom Landesbetrieb Forst vor einigen Jahren angeboten, als es noch um die Errichtung eines kleinen Gymnasiums ging“, sagte er der MAZ.

Von Peter Degener

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