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Potsdam Land und Leute als Pfandobjekt
Lokales Potsdam Land und Leute als Pfandobjekt
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15:54 31.07.2013
Potsdam

In diesem Buch wurde zum ersten Mal für ein breiteres Publikum die Existenz einer Schenkungsurkunde von 993 publiziert, die bis heute als ältester schriftlicher Beleg für die Existenz Potsdams gilt.

Die Urkunde, mit der König Otto III. dem Stift Quedlinburg die Ortschaften Poztupimi und Geleti vermachte, wird im Herbst in der neuen Dauerausstellung des Potsdam-Museums zur Stadtgeschichte als Leihgabe des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalts im Original zu sehen sein. In einer Vitrine mit einer von der Freien Universität Berlin zur Verfügung gestellten seltenen Ausgabe der „Antiquitates Quedlinburgenses“, wird die Urkunde die erste Ausstellungsabteilung „Schenken und Verpfänden“ eröffnen, die von „Potsdam im Mittelalter bis zur Residenzerhebung“ erzählt.

Schenkungsurkunde des Königs Otto III., zur Übereignung der Orte Poztupimi und Geliti an „unsere liebe Tante Mathilde, die ehrenwerte Äbtissin der Quedlinburger Kirche“, ausgestellt in Merseburg am 3. Juli 993, in der Potsdam erstmals erwähnt wird. Quelle: Potsdam-Museum/M. Lüder

Die Anfänge waren prekär: „Die Stadt ist mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut worden“, sagt Tobias Büloff, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Vorbereitung der Ausstellung beteiligt ist. Spuren dieser Katastrophen fanden sich in unterschiedlichen Erdschichten bei den vielzähligen archäologischen Grabungen in der historischen Stadtmitte. Das Areal rings um den heutigen Alten Markt gilt unter Fachleuten als das größte zusammenhängende Siedlungsgebiet im Land Brandenburg, dessen Geschichte seit Jahrzehnten systematisch erforscht wird. Auf einer großen Wandkarte sollen im Eröffnungsraum die unterschiedlichen Zeitschichten der Stadt sichtbar gemacht werden, zu deren ältesten Spuren ein slawischer Acker unter der heutigen Fachhochschule und Pflugspuren unter der Nikolaikirche zählen. Im 12. Jahrhundert begann unter dem Einfluss der Brandenburger Bischöfe mit der Anordnung einzelner Quartiere die planmäßige Stadtentwicklung, der Marktplatz befand sich zeitweise auf der Höhe des heutigen Staudenhofs.

Ausgrabungen, Religion und Verpfänden sind die drei Themen, die mit diversen Zeitzeugnissen in einer raumgreifenden Vitrine im zweiten Zimmer veranschaulicht werden. Mehr als 30 Mal wechselte die Stadt als landesherrschaftliches Pfandgut bis 1660 ihren Besitzer. „Das ist schon sehr oft“, sagt Historiker Büloff. Die rasch wechselnde Herrschaftsabfolge sei sicher auch ein Grund, weshalb Potsdam „keine städtische Souveränität entwickeln“ konnte. Dass der Besitz der Stadt für die jeweiligen Amtmänner und Verwalter durchaus von Interesse war, lasse sich auch daran erkennen, dass der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit den letzten Besitzern 20 Jahre verhandeln musste, bis er die Stadt 1660 endlich zurück bekam. Damals hatte Potsdam kaum 700 Einwohner.

Die Ausstellung zur Stadtgeschichte geht über das komplette erste Obergeschoss des Potsdam-Museums. Abteilung 1 „Schenken und Verpfänden“ schildert die Zeit vom Mittelalter bis zur Erhebung als Residenzstadt, Abteilung 2 „Residieren und Gestalten“ schildert Stadtentwicklung und Landschaftsgestaltung.

Zu den Ausstellungsobjekten gehören ein Kasel genanntes Priestergewand aus dem 17. Jahrhundert, verschiedene Keramiken, Stickereien, Holzskulpturen, darunter ein wertvolles Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert und ein Richtschwert, das im Mai 1969 auf Höhe der einstigen Schwertfegergasse zwischen Nikolaikirche und dem Standort der späteren Stadt- und Landesbibliothek bei Tiefenenttrümmerungsarbeiten entdeckt wurde und der Forschung noch immer Rätsel aufgibt, weil eine altfranzösische Inschrift Fragen zu seiner Herkunft aufwirft.

Ausgestellt wird nicht zuletzt ein Exemplar der „Schedelschen Weltchronik“. Dieses sehr seltene Kompendium gehört zu den Schätzen in der Sammlung des Potsdam-Museums. Auf fast 600 Seiten wird mit vielen Grafiken und einer kaum noch verständlichen Sprache die Weltgeschichte von der Schöpfung bis zur Zeit des Erscheinens dieses Buches im Jahre 1493 in Nürnberg dokumentiert. Die Mark Brandenburg wird als Verpfändungsobjekt aufgeführt – Land und Leute standen als Sicherheit bei Geldgeschäften hoch im Kurs. Die „Schedelsche Weltchronik“ konnte für die Dauerausstellung mit Spenden aus dem eigens aufgelegten Patenschaftsprogramm „Ich trage das Potsdam-Museum“ restauriert werden.

Für die Erhebung Potsdams zur Residenzstadt durch den Großen Kurfürsten gab es „einige gute Gründe“, wie Büloff sagt. Potsdam war nur einen Tagesritt von Berlin entfernt, es war landschaftlich reizvoll gelegen und mit eigener Landwirtschaft versorgt. Eine Rolle bei der Wahl spielte sicherlich das vergleichsweise schwache Bürgertum. Ein wichtiger Beweggrund waren ganz sicher auch die ausgedehnten Jagdgebiete rings um Potsdam. Denn das, sagt der Historiker, „war für die Herrscher jener Zeit sehr wichtig“.

Von Volker Oelschläger

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