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Angelkunde für den Nachwuchs

Potsdam Angelkunde für den Nachwuchs

Am Hegetag des Landesanglerverbandes kamen knapp 20 Kinder der Kinderangelschule an den Baggersee. Fischwirt Wolfram Hahlwig gab Fisch- und Gewässerkunde. Besonders spannend fanden die Jungen und Mädchen eine Überraschung gleich am Anfang des Aktionstages.

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Fischwirt Wolfram Hahlwig gibt Fisch- und Gewässerkunde für die Jungen und Mädchen der Kinderangelschule. Anlass ist der Hegetag.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Wolfram Hahlwig schlägt kräftig zu. Eissplitter fliegen und schlittern über die zugefrorene Wasseroberfläche des Baggersees. Er steht am Ufer. Um ihn herum sind knapp 20 Kinder. Sie schreien laut auf, als der Fischwirt Hahlwig beginnt, das Eis zu zertrümmern. Er will einen Karpfen aus der Eisschicht holen. Es gibt Fisch- und Gewässerkunde für die Mädchen und Jungen. Sie alle sind Teil der Angel-AG, oder auch Kinderangelschule, der Grundschule am Pappelhain. Sie gründete sich am Anfang des Schuljahres. An diesem grauen Sonntagvormittag sind sie am Baggersee zusammengekommen, weil der Landesanglerverband zum Hegetag aufgerufen hat.

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Kalt war es und der Baggersee war zugefroren. Eingefleischte Angler lassen sich davon aber nicht stören. Es war Hegetag und auch der Kreisanglerverband Potsdam war aufgerufen, etwas zu organisieren. Und das tat er. Er lud knapp 20 Kinder der Kinderangelschule zu einem Ausflug an den Baggersee ein. Gleich am Anfang gab es etwas Spannendes zu entdecken.

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Es geht den Anglern nicht nur um das Fischefangen

„Hier sieht man ein paar Merkmale, wo ein Kormoran den Fisch angegriffen hat“, sagt Hahlwig, nachdem er den Karpfen auf die Eisfläche gezogen hat. „Wenn er im Sommer zu wenig gefressen hat, wird er schwach und wenn er dann angegriffen wird, kommen Bakterien in den Körper und so stirbt er dann. Aber das ist Natur und ganz normal.“ Nach der kleinen Theoriestunde gehen die Kinder um den gesamten See und sammeln Müll ein. „Für die Angler geht es nicht nur um das Angeln, sondern auch um die Biologie. Die Kleinen sollen von Anfang an Bescheid wissen. Deswegen gab es auch ein bisschen Insektenkunde und Erklärungen zu den Nährstoffkreislaufen“, sagt Hahlwig.

Fischwirt Wolfram Hahlwig gab den theoretischen Input am Hegetag in Potsdam

Fischwirt Wolfram Hahlwig gab den theoretischen Input am Hegetag in Potsdam.

Quelle: Friedrich Bungert

In Brandenburg sind 1700 Kinder an den verschiedenen Kinderangelschulen engagiert. Der Hegetag ist für sie ein willkommener Anlass, mit Gleichgesinnten in großer Runde zusammenzukommen und sich um die Gewässer zu kümmern. Der Aktionstag wird von jedem Kreisanglerverband individuell organisiert. Das Landesverband ruft lediglich dazu auf. „Ich denke, der Hegetag ist ein kräftiges Symbol“, sagt der Pressesprecher des Landesanglerverbandes, Marcel Weichenhan. „Es geht darum, zu zeigen, dass es den Anglern nicht nur um das Angeln geht, sondern auch darum, die Natur zu erhalten.“ Im Grunde sei das ein Eigenzweck. Denn wenn alles verdreckt wäre, könnte niemand mehr Fische fangen.

Kinderangelschule in Potsdam

Für die Kinder der Kinderangelschule war es der erste Hegetag. Streng genommen handelt es sich um eine Angel-Arbeitsgemeinschaft (AG). Andreas Rautenberg, selbst passionierter Angler, wurde vom Direktor der Grundschule am Pappelhain gefragt, ob er die AG gründen wolle. Seit Beginn des Schuljahres kommen die Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren einmal in der Woche zusammen und lernen alles über das Angeln, die Gewässer und die Biologie der Fische.

Potsdamer Gewässer sind sauber, aber auch recht nährstoffarm

Die Potsdamer Gewässer indes haben eine immer bessere Qualität, sagen Hahlwig und Weichenhan. Das bedeutet aber auch, dass die Nährstoffe im Wasser abnehmen und damit die Fische weniger werden. „Das wiederum ist für uns Angler natürlich nicht gut“, sagt Weichenhan. Aber grundsätzlich lassen sich in den Flüssen und Seen in Potsdam recht viele Fische angeln. Darunter sind jene, die in ganz Brandenburg vorkommen: Flussbarsch, Plötze, Schleie und Hecht. Auch im Baggersee sind die beheimatet.

Die Müllrunde ist vorbei. Am Ufer steht Herr Oecknick und wartet auf seinen Sohn Enrico. Der ist acht Jahre alt und angelt seit einem halben Jahr. „Es macht mir Spaß, heute“, sagt er. „Besonders hat mir gefallen, als wir den toten Fisch entdeckt haben.“ Sein Vater lacht. In der Familie gibt es einige, die einen Angelschein haben. Noch aber geht der kleine Enrico eher mit der Angel-AG zum Fischen.

Am Müllsammeln ist indes kein Kind mehr interessiert. Mit ihren Eltern stehen sie am Wasser. Viele von ihnen haben sich auf das Eis gewagt. Einen eingefrorenen Fisch finden sie allerdings nicht noch mal.

Von Annika Jensen

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