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Potsdam Künftig Kita im "Minsk"?
Lokales Potsdam Künftig Kita im "Minsk"?
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14:47 23.07.2014
Kita statt Café: Hier könnten bald Kinder toben. Quelle: Simulation LSB
Potsdam

„Wir stehen dafür, dass das ,Minsk’ stehen bleibt!“ Mit diesem griffigen Slogan hat der Landessportbund Brandenburg (LSB) gestern seine Pläne für eine bewegungs- und gesundheitsorientierte Kindertagesstätte in dem maroden Ex-Restaurant am Brauhausberg vorgestellt.

Wie berichtet, hat die Stadt Potsdam ein Interessensbekundungsverfahren für das verfallende Traditionsobjekt beauftragt, dessen Ergebnisse Anfang August veröffentlicht werden sollen. Wieviele andere Interessenten es sonst noch für das „Minsk“ gibt, ist derzeit noch unklar.

220 Kinder auf 1800 Quadratmetern

Klar ist hingegen, dass bislang keiner der Bewerber so offensiv mit seinem Konzept an die Öffentlichkeit gegangen ist wie der Landessportbund mit seiner Tochter, der LSB Sportservice Brandenburg. Gestern präsentierten sie ihre Visionen für die Wiederauferstehung des „Minsk“. Auf 1800 Quadratmetern Nutzfläche sind 220 Kindergartenplätze für Kinder zwischen einem und sechs Jahren geplant. Einzugsgebiet wären der Brauhausberg, die Speicherstadt und eventuell der alte Landtag, falls dort Wohnungen entstehen.

Der LSB Sportservice betreibt bereits insgesamt sieben Kitas in Potsdam, Falkensee und Brandenburg/Havel. Der Ansatz: „Praktizierte und gelebte Bewegung“ zur Stärkung der kindlichen Ressourcen. Standort-Plus für die Kita ist das Bad am Brauhausberg.

1977 bei seiner Eröffnung war das "Minsk" ein modernes Restaurant am Potsdamer Brauhausberg. Mehr als drei Jahrzehnte später ist es völlig heruntergekommen. Über die weitere Nutzung wird diskutiert. Die Chronik eines Zerfalls in Bildern.

Sozialistische Moderne soll erhalten bleiben

Das eingereichte Konzept für die „Minsk“-Sanierung sieht vor, die Bausubstanz des geschichtsträchtigen Gebäudes „als Beispiel der Architektur der sozialistischen Moderne zu erhalten“, erklärten LSB-Hauptgeschäftsführer Andreas Gerlach und LSB-Sportservice-Chef Robert Busch. Konkret heißt das, dass die markanten Aufteilungen des Fensterbandes im Obergeschoß erhalten bleiben und dass die Sichtbetonbänder als Hauptgestaltungsmerkmal größtenteils wiederhergestellt werden. Im Unterschied zu früher sind allerdings im Keller-Geschoss Fensteröffnungen geplant. Im Erdgeschoss sollen die auskragenden Dächer mit einer transparenten Glasfassade geschlossen werden, um zusätzlichen Raum zu schaffen. Als Sonnenschutz würden Jalousien vor den großflächigen Glasfassaden dienen. Vor dem „Minsk“ seien ausreichend Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder eingeplant, hieß es bei der Konzeptvorstellung: Dafür will man den versiegelten Parkplatz in eine 3000-Quadratmeter-Grünfläche umwandeln.

Ersten Applaus gab es gestern bereits von der „Bürgerinitiative pro Brauhausberg“ und den Aktivisten von „Mitteschön“. Architekt Christian Wendland erinnerte an die vergeblichen Versuche, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Er erneuerte auch die Kritik von „Mitteschön“ an der geplanten Form der Bebauung des Brauhausbergs: „Es droht, dass dieser Berg ein betonierter Berg der gesamten deutschen Immobilienbranche wird.“

Von Ildiko Röd

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