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Landratswahl in Potsdam-Mittelmark, die wichtigsten Infos

Premiere im Landkreis Landratswahl in Potsdam-Mittelmark, die wichtigsten Infos

Seit 2009 ist Wolfgang Blasig (SPD) Landrat in Potsdam-Mittelmark. Vier Konkurrenten wollen ihm den Posten am Sonntag streitig machen. Erstmals entscheiden dabei die Bürger selbst, wen sie sich an der Verwaltungsspitze wünschen – wenn genügend zur Wahl gehen.

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Bis 18 Uhr haben die Wahllokale geöffnet.

Quelle: dpa

Potsdam/Bad Belzig. Politische Premiere in Potsdam-Mittelmark: Zum ersten Mal wird im bevölkerungsreichsten Brandenburger Landkreis der Landrat direkt gewählt. Gegen Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) treten am Sonntag vier Konkurrenten von CDU, Linke, AfD und Piratenpartei an. Rund 175 .000 Bürger ab 16 Jahren in 38 Gemeinden sind wahlberechtigt.

Die Kandidaten:

– Wolfgang Blasig (SPD): Amtsinhaber kämpft um seinen Job

– Franz Herbert Schäfer (CDU): Metzgersohn will Landrat werden

– Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke): „Mit mir wird es keine Zwangsfusion geben“

– Sven Schröder (AfD): Politikneuling strebt Chefposten an

– Andreas Schramm (Piraten): Pirat kämpft für mehr Bürgerbeteiligung

Der Erfolg hängt maßgeblich von der Wahlbeteiligung ab: Der Sieger muss nicht nur mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen, sondern auch mindestens 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten holen. Das Quorum liegt also bei 26.250 Stimmen.

Nur wenn mindestens rund 52.800 Mittelmärker zur Wahl gehen, kann das Quorum erreicht werden, erklärt Wahlleiterin Kerstin Kümpel. In Bad Belzig wird am Sonntag auch der Bürgermeister gewählt. „Das ist sicher der Wahlbeteiligung in der Kreisstadt nicht abträglich“, so Kümpel.

– Ein Landkreis-Porträt: Das märkische Musterländle

Direktwahlen scheiterten meist am Quorum

Von den zwölf Direktwahlen seit 2010 sind nur vier geglückt. Acht Mal musste wie früher der Kreistag den Landrat bestimmen, weil das Quorum verfehlt wurde. Ohne Stichwahl ins Amt kamen bislang nur Stephan Loge 2015 in Dahme-Spreewald und Torsten Uhe (beide SPD) 2014 in der Prignitz. Sollte in Mittelmark eine Stichwahl notwendig werden, weil keiner der Bewerber die notwendige Mehrheit holt, findet diese am 9. Oktober statt. Scheitert auch die Stichwahl am Quorum, bestimmt der Kreistag den Verwaltungschef. Dort hat die CDU einen Sitz mehr als die SPD von Blasig, der seit 2009 im Amt ist. Die Landes-SPD hatte 2007 nur auf Druck des damaligen Koalitionspartners CDU der Einführung der Direktwahl zugestimmt. Seitdem steht das Prozedere immer wieder in der Diskussion.

Auch in der Landeshauptstadt schaut man gespannt auf die Wahl. „Als Parteifreund wünsche ich Wolfgang Blasig, dass er in seinem Amt bestätigt wird“, sagte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) der MAZ. In den Vorjahren habe es eine sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kreis gegeben. Nach der Wahl stünden vor allem zwei Themen auf der gemeinsamen Agenda: die Umsetzung des Stadt-Umland-Wettbewerbs und die Verständigung zur Zeppelinstraße, der Einfahrtsstraße aus Werder nach Potsdam.

Wahllokale öffnen von 8 bis 18 Uhr

Gegen Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) treten Klaus-Jürgen Warnick (Linke), Franz Herbert Schäfer (CDU), Sven Schröder (AfD) und Andreas Schramm (Piraten) an. Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Die SPD stellt die meisten Landräte in der Mark. Sieben von 14 Kreischefs sind Sozialdemokraten. Drei Landräte sind CDU-Mitglieder, drei sind parteilos. In Teltow-Fläming ist mit Kornelia Wehlan die einzige Linke und gleichzeitig einzige Frau auf einem Landratsposten.

Die nächste Landratswahl steht dann am 27. November an. Oder-Spree sucht einen Nachfolger für Kreisreformkritiker Manfred Zalenga (parteilos), der vorzeitig aufhört.

 

Von Marion Kaufmann

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