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Potsdam Auf den eigenen Namen bestehen
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00:34 21.09.2015
Larissa Aimée Breidbach ist neues Ensemble-Mitglied des Hans-Otto-Theaters. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Das Gesicht von Larissa Aimée Breidbach haben die Potsdamer unbewusst schon kennen gelernt. Mit offenem, wilden Lockenschopf schaute die Schauspielerin in den vergangenen Wochen über den Rand einer knalligen Sonnenbrille von den Plakaten für das Theaterfest des Hans-Otto-Theaters. Diesen Freitag steht die 32-Jährige bei der ersten Saisonpremiere des Stadttheaters erstmals als festes Ensemblemitglied auf der Bühne.

Beinahe wäre sie Amerikanistin und Politologin geworden

Als Larissa Breidbach 2008 zum Schauspielstudium an die damalige Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF) nach Potsdam kam, war das noch ein Zufall. Denn ihren Berufswunsch erfüllte sich Breidbach erst, als sie schon auf dem Weg zur Amerikanistin und Politikwissenschaftlerin war. „Ich wollte immer spielen, aber habe mich verunsichern lassen, mir das stets ausreden lassen“, sagt sie heute. Doch ein Studienprojekt ändert ihre Entscheidung. Für eine Arbeit stand sie vor der Kamera und der Kommentar ihres Professors („Sie hätten doch Schauspiel machen müssen!“) ließ sie nach dem Grundstudium den bisherigen Weg abbrechen.

Die Premiere von „Das schwarze Wasser“

Die Premiere von „Das Schwarze Wasser“ findet am 18. September um 19.30 Uhr im Neuen Theater statt.

Restkarten für die Premiere gibt es an der Abendkasse. Weitere Vorstellungen gibt es am 26. und 27. September, sowie am 3. und 18. Oktober.

Der Autor Roland Schimmelpfennig ist der derzeit meistgespielte deutsche Dramatiker der Gegenwart („Spam“). Das Hans-Otto-Theater ist nach dem Schauspielhaus Mannheim das zweite Theater, dass „Das schwarze Wasser“ auf die Bühne bringt.

Regie führt der Schweizer Regisseur Elias Perrig, der in der neuen Spielzeit auch die Adaption von Lutz Seilers Erfolgsroman „Kruso“ inszeniert, die am 15. Januar 2016 Premiere feiert.

Die HFF nahm ihre Bewerbung sofort an. So zog Breidbach aus dem Oberbergischen Kreis bei Köln an die Havel. Filmproduktionen und erste Auftritte am Hans-Otto-Theater im Rahmen der Kooperation mit der Filmhochschule folgten in den nächsten Jahren.

Szenenfoto von „Das schwarze Wasser“ Quelle: HL BÖhme

Anschließend war sie drei Jahre fest im Ensemble des Schauspiels Köln angestellt. Bei Lesungen des Literaturfests „lit.Cologne“ und in Hörspielproduktionen des WDR hat sie sich stimmlich ausgezeichnet und es wäre auch keine Überraschung, wenn sie künftig als Sängerin in den Potsdamer Inszenierungen auftritt. Jazz und Chanson gehören zu ihrem Repertoire.

Jazz-Gesang und Chanson gehören zu ihrem Repertoire

Als sie jetzt die Gelegenheit bekam, nach Potsdam zurückzukehren, war das kein Zufall mehr. Das Theater hatte es ihr seit dem Studium angetan: „Es gibt hier ein echtes Ensemble von Menschen, die miteinander etwas erzählen wollen. Gerade bei meinem ersten Stück müssen wir uns alle extrem zurückhalten.“ Denn in der Aufführung von „Das schwarze Wasser“ hat Breidbach keine feste Rolle. Autor Roland Schimmelpfennig ist für seine lyrischen Stücke bekannt, bei denen die Darsteller immer wieder die Rollen wechseln. Erzählt wird in Rückblicken die Geschichte einer Gruppe von Freunden deutscher und türkischer Herkunft. Was in einer Nacht im Schwimmbad wie eine gleichberechtigte Gruppe junger, ambitionierter Menschen erscheint, ist Jahre später auseinander gebrochen.

In ihrer ersten Kinorolle spielt sie bald Egon Schieles Muse „Moa“

Die Deutschen haben es bis zum Minister geschafft, die anderen wurden dagegen Randfiguren der Gesellschaft. „Ich fühle mich besonders mit der Rolle der „Leyla“ verbunden. Sie gehört zur türkischen Seite, ist klug, witzig und tough und hat eine Beziehung mit „Frank“, der später sehr erfolgreich wird. Sie selbst wird nur Kassiererin.“, sagt Larissa Breidbach. „Ich möchte nicht so gesehen werden, aber kann mich damit identifizieren“, ergänzt sie. Denn auch Larissa Breidbach hat Wurzeln in einem fernen Land und musste gegen Vorurteile Stärke beweisen. Ihr Vater stammt aus dem westafrikanischen Burkina Faso, wo bis heute Teile ihrer Familie leben. Sie selbst wuchs ohne ihren Vater auf. Auf ihre Geburtsstadt Mülheim an der Ruhr und deren lebendige Theaterszene angesprochen sagt sie: „Eine echte Heimatstadt habe ich nicht, ich wurde dort geboren, habe aber meine Jugend in vielen kleinen Städten verbracht“.

Die 32-jährige Larissa Breidbach ist erst spät zur Schauspielerei gekommen. Mittlerweile hat sie als Sprecherin Erfolge und dreht ihren ersten Kinofilm. Quelle: Christel Köster

Auch das Theater soll nicht ihre letzte Heimat werden. Derzeit finden noch die Dreharbeiten für ihre erste Kinorolle statt. Als Tänzerin und Muse „Moa“ stellt sie in der Romanverfilmung „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ das einzige Modell des expressionistischen Malers dar, dessen Namen Schiele auf einem seiner Werke verewigte. „Sie hatte darauf bestanden, denn wie könnte sie ohne ihren Namen je berühmt werden“, sagt Larissa Breidbach.

Von Peter Degener

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