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Lebenslänglich für Mord an Partner

Prozess in Potsdam Lebenslänglich für Mord an Partner

Das Potsdamer Landgericht hat entschieden: Hans-Dieter V. ist ein Mörder, er muss lebenslang in Haft. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass er vor acht Jahren seinen damaligen Geschäftspartner erschossen hat. Dessen Leiche wurde gefunden – aber es gibt keine Blutspuren, keine Tatwaffe, kein Geständnis. Dennoch fand der Richter deutliche Worte für den Verurteilten.

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Der Angeklagte mit seinem Anwalt am Freitag bei der Urteilsverkündung.

Quelle: Nadine Fabian

Potsdam. Das Urteil ist gefallen: Die 1. Große Strafkammer des Potsdamer Landgerichts sprach den Glindower Hans-Dieter V. am Freitag des Modes an seinem früheren Geschäftspartner schuldig. Er muss lebenslang in Haft. Das Urteil erging als Gesamtstrafe wegen Mordes, Betrugs und Untreue.

Der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter fand deutliche Worte für den Verurteilten: „Sie sind ein Mensch, der jederzeit bereit dazu ist, für Geld auch strafbare Handlungen zu begehen. Sie sind ein Mensch, der so kaltblütig ist, einen Menschen zu töten – auch wenn das jetzt das erste Mal in Ihrem Leben war.“ Das Tatmotiv ist dem Richter zufolge klar: „Was hat einen Menschen wie Sie dazu gebracht, einen anderen Menschen zu töten? Das Tatmotiv war der Antrieb: Ihre Gier nach Geld, Ihr grenzenloser Bedarf an Geldmitteln.“

Alles zum Kopfschuss-Prozess

Verhängnisvolle Geschäftsreise: Brunnenbauer Joachim L. fand den Tod während einer Reise nach Tschechien. Er war vermögend, lebte aber sparsam.

Treffsicherer Angeklagter: Hans-Dieter V. ist ein guter Schütze, er gründete den Glindower Schützenverein mit und war aktiver und begeisterter Sportschütze.

Der Prozessauftakt: Schon zu Beginn der Verhandlung kommen Tatsachen an den Tag, die den Angeklagten in keinem guten Licht erscheinen lassen

Mord und Betrug

Verwertbare Spuren gab es in dem mehr als acht Jahre zurückliegenden Mordfall kaum. An der Schuld des nun verurteilten V. besteht dennoch für das Gericht kein Zweifel, wie Horstkötter ausführte: „Wir haben keine eindeutigen Beweismittel wie Tatzeugen, DNA, eine Tatwaffe. Aber wir haben so viele Indizien, die keinen begründeten Zweifel mehr offen lassen, dass Sie Joachim L. am 10. Juni 2009 in einem Waldstück zwischen Ostrava und Sucha Rudna ermordet haben.“

Unmittelbar nach der Urteilsverkündung wurde der Mann in Untersuchungshaft gebracht. Es bestehe Fluchtgefahr, hieß es.

In dem aufsehenden Indizienprozess wird damit allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen sein: Noch bevor die Beamten ihn abführten, beantragte V. Revision.

Von MAZonline

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