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Potsdam Lebensmittel für Geist und Seele
Lokales Potsdam Lebensmittel für Geist und Seele
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20:30 15.04.2013

Für das heutige Punktspiel des SV Babelsberg 03 gegen Rostock wurden ebenso erste Freikarten vermittelt wie gegen die morgen anstehende Nachholbegegnung des 1. FFC Turbine Potsdam gegen Duisburg. Für die Fußballspiele gibt es laut Ricarda Schlegel, Sprecherin der Kulturloge, genauso noch Karten wie für die vom Studentenfilmfest „Sehsüchte“ angebotenen Filmblöcke.

Nach zehnmonatiger Vorbereitung wurde die Kulturloge gestern offiziell eröffnet. Philosophie des Projekts, das es bereits in 30 größeren deutschen Städten gibt, ist die unentgeltliche und unbürokratische Vermittlung freier Plätze an Menschen, die sich die regulären Eintrittspreise kaum leisten können. Teilnahmeberechtigt sind Personen mit einem Nettoeinkommen bis 900 Euro und Zweipersonenhaushalte mit bis zu 1400 Euro im Monat. Uwe Hanf, Leiter des Studiengangs Kulturarbeit an der Fachhochschule, verglich das Projekt gestern mit Tafeln zur Vermittlung von Lebensmitteln. Er nannte es einen Skandal, wenn mit freien Plätzen Lebensmittel für Geist und Seele verfielen.

Laut Mitinitiatorin Claudia Steinwegs hat die Loge derzeit 26 Kulturpartner, also Veranstalter, die Kartenkontingente zur Verfügung stellen oder kurzfristig freie Plätze anbieten. Auf der anderen Seite stehen mit der Potsdamer Tafel, der Arbeiterwohlfahrt und der Volkssolidarität erste drei Sozialpartner, die das Angebot der Kulturtafel zu den Adressaten bringen. Sozialpartner und ehrenamtliche Betreuer kümmern sich um die Anmeldung. Die Gäste können Interessen etwa für Sport, Theater oder Musik hinterlegen und werden entsprechend kontaktiert. Da die Modalitäten vorab geregelt sind, genügt an der Abendkasse der Personalausweis. Im Angebot ist immer eine zweite Freikarte für eine Begleitung. Laut Steinwegs hat die Kulturtafel derzeit 33 Gäste. Ziel in einem Jahr seien 400 Gäste und 1200 vermittelte Besuche.

Ud Joffe, Leiter der Musik an der Erlöserkirche, merkte als Schirmherr kritisch an, dass die großen Veranstalter der Stadt nicht unter den Partnern seien, was aber daran liegen könne, dass sie eigene Mechanismen hätten. Hans-Otto-Theater und Nikolaisaal bestätigten gestern, dass sie bereits seit Jahren spezielle Angebote für Besucher mit geringem Einkommen hätten und deshalb derzeit keinen Bedarf an einer weiteren Beteiligung sähen.

www.kulturloge-potsdam.de; 0152/54 07 29 87. (Von Volker Oelschläger)

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