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Lebensretter gesucht!

MAZ-Weihnachtsaktion Lebensretter gesucht!

Blut ist unser Leben. Aber Blut kann auch krank machen. Rund 13000 Menschen erhalten pro Jahr in Deutschland die Diagnose Leukämie. Um zu überleben, sind viele auf eine Knochenmark- oder Blutstammzellenspende angewiesen. Die Deutsche Stiftung gegen Leukämie registriert seit 20 Jahren Spender. Angefangen hat alles mit einem kranken Potdamer Schüler.

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Gisela Otto leitet die Deutsche Stiftung gegen Leukämie, die nicht nur auf Knochenmark- und Blutstammzellenspender angewiesen ist, sondern auch auf Geldspenden.

Quelle: BG

Potsdam. Es sind auch die Briefe, die Gisela Otto immer weiter und weiter treiben. „Ich bin so glücklich zu leben“, heißt es in einem. Vom „Geschenk des Jahres“ berichtet ein anderer. Geschrieben haben diese Briefe Menschen, die für etwas Danke sagen möchten, das größer ist als alles andere auf dieser Welt: die zweite Chance.

In Deutschland erkranken etwa 13 000 Menschen pro Jahr an einer Leukämie, der schwersten Form der Blutkrankheit, auch Blutkrebs genannt. Trotz aller Fortschritte in der Medizin reicht die Therapie mit Medikamenten in vielen Fällen nicht aus. Für diese Patienten ist eine Knochenmark- oder Blutstammzellentransplantation die einzige Hoffnung zu überleben.

„Je mehr Menschen registriert sind, desto besser lässt sich auch ein Spender finden“, sagt Gisela Otto. Seit 20 Jahren rekrutiert sie Menschen, die bereit sind für einen anderen einen Teil ihrer Blutstammzellen und ihres Knochenmarks herzugeben. Gisela Otto ist – im positiven Sinne – eine Besessene.

Angefangen hat alles mit der Aktionsgruppe „Helft Stefan“ am Einstein-Gymnasium, an dem Gisela Otto einst Lehrerin war. Als im Frühjahr 1994 der damals 15-jährige Schüler Stefan an einer Leukämie erkrankte, trommelte Gisela Otto seine Klassenkameraden zusammen. „Wenn ihr wollt, dass Stefan lebt, müsst ihr mithelfen“, sagte sie damals – und die Schüler halfen. Sie besuchten Stefan im Krankenhaus, um ihn aufzumuntern, einige gaben ihm in der Klinik und später zu Hause auch Nachhilfe.

„Stefan war immer umsorgt, er gehörte immer zur Klasse – auch wenn er nicht da war“, erzählt Gisela Otto. „Ich bin überzeugt davon, das hat ihm Kraft für die Heilung gegeben.“

Was Gisela Otto nach einem Gespräch mit Stefans behandelndem Arzt und anderen Experten befürchtet, geradezu ahnt: Es ist jederzeit möglich, dass Stefan wieder krank wird und dann eine Kochenmarkspende braucht. Sie appelliert ein zweites Mal an die Klasse. Das Ziel: Mögliche Spender und Geld müssen her, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. „Ich habe das ganze Gymnasium verrückt gemacht“, sagt Gisela Otto. Ihre Beharrlichkeit zahlt sich aus. Die Schüler treten in der Stadtverordnetenversammlung auf und machen auch auf der Straße auf ihre Aktion aufmerksam. Gisela Otto kontaktiert zur gleichen Zeit Politiker, Unternehmer, Größen der Gesellschaft und organisiert Benefizkonzerte. Weil „Helft Stefan“ immer weitere Kreise zieht, braucht es eine juristische Absicherung. Im August 1996 wird der Verein „Aktion Knochenmarkspende Brandenburg-Berlin“ gegründet; Ende 2010 ging er in die „Deutsche Stiftung gegen Leukämie“ über, deren Vorstandsvorsitzende Gisela Otto ist. Schon 1997 hatte sie ihren Beruf an den Nagel gehängt, um sich ganz und gar der Leukämiehilfe widmen zu können. „Lehrer gibt es viele“, sagt sie. „Aber die Bemühungen um die Spenderdatei wären wohl anders nicht weitergegangen.“

So könne Sie helfen!

Die MAZ sammelt Spenden, um die Laborkosten für 222 neue Knochenmark- und Blutstammzellenspender bezahlen zu können. Eine solche Typisierung kostet 50 Euro.

Das Spendenkonto:

Deutsche Stiftung gegen Leukämie

Mittelbrandenburgische Sparkasse

IBAN: DE 25 160 500 00 1000 01 49 12

BIC: WELADED 1PMB 

Stichwort: MAZ-Weihnachtsaktion

Spendenquittungen können Sie von der Stiftung erhalten, sofern Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift bei der Überweisung mit angeben.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zur diesjährigen MAZ-Weihnachtsaktion? Oder möchten Sie uns die Geschichte erzählen, die Sie ganz persönlich mit dem Thema Leukämie oder mit der Stiftung verbindet? Dann zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren!

Telefon: 0331/2840280 E-Mail: potsdam-stadt@MAZ-online.de

Gisela Otto setzt auf eine kontinuierliche Arbeit, auf viele kleine Schritte Tag für Tag. Die groß angelegten, medienwirksamen Typisierungsaktionen, die an das Schicksal eines einzelnen Patienten geknüpft sind und mit einem Ruck hunderte, gar tausende Spender mobilisieren, sieht sie inzwischen skeptisch. Wie weit trägt die Welle der Emotionen, die das Bild eines todkranken Kindes, eines abgezehrten Teenagers ausgelöst hat? „Oft nicht über die Jahre hinweg, die es dauern kann, bis ein registrierter Spender dann auch wirklich angefordert wird“, sagt Gisela Otto. „Ich will erst in Ruhe aufklären – die Menschen sollen wissen, was auf sie zukommt und sie sollen sich gründlich überlegen, ob sie einen Teil von sich hergeben wollen. Denn wenn ein Spender zurücktritt, ist das eine Katastrophe für den Patienten. Es ist besser, viele und vor allem zuverlässige Spender in der Datei zu haben, als erst zu suchen, wenn ein Spender gebraucht wird.“

40 000 Spender umfasst die Datei der Deutschen Stiftung gegen Leukämie heute. Doch schon bald werden es weniger sein, denn in diesen Wochen und Monaten vollzieht sich ein Generationenwechsel. Viele der Typisierten werden aus der Kartei gelöscht, weil sie die Altersgrenze von 55 Jahren überschreiten, die für Spender gilt. „Ich brauche Nachwuchs!“, sagt Gisela Otto und wirbt eifriger denn je um neue Spender – und nicht nur das.

Woran nämlich wenige denken, wenn sie ihre Speichelprobe abgeben: Deren Untersuchung im Labor kostet Geld. Und zwar nicht wenig. Die Krankenkassen dürfen laut Gesetz die Kosten für die Ersttypisierung eines potenziellen Spenders aber nicht übernehmen. Die Spender-Dateien sind also in zweifacher Hinsicht auf Spenden angewiesen.

50 Euro fallen pro Grundtypisierung an und nicht selten stehen Gisela Otto und ihre Mitstreiter vor einem Dilemma. Denn: „Viele Menschen sind zwar bereit, sich typisieren zu lassen, können sich die 50 Euro aber nicht leisten.“ Das muss sich doch ändern lassen, meinen wir von der MAZ und bitten deshalb Sie, liebe Leser, um Ihre Spende. Helfen Sie uns und der Deutschen Stiftung gegen Leukämie, die Laborkosten für 222 neue Typisierungen zu bezahlen und so Leben zu retten – nicht nur in Potsdam, Brandenburg und Deutschland, sondern weltweit!

222 Knochenmark- und Blutstammzellenspender mehr in der Kartei der Deutschen Stiftung gegen Leukämie – das bedeutet 222 mal mehr Hoffnung für Betroffene. Dafür benötigen wir 11 100 Euro. Ein ambitioniertes Ziel, gewiss. Aber die Erfahrungen, die wir in den vergangen Jahren mit Ihnen sammeln durften, stimmen uns zuversichtlich, dass wir es mit Ihrer Hilfe wieder schaffen können. Die Aktion läuft bis Weihnachten. Bitte spenden Sie!

Von Nadine Fabian

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