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Potsdam Lehrer-Suche: Kommt jetzt der große Knall?
Lokales Potsdam Lehrer-Suche: Kommt jetzt der große Knall?
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12:34 12.11.2015
Potsdams Schulen brauchen Pädagogen. Quelle: Foto: Fotolia/Montage: Rumpff
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Potsdam

Schulleiter Frank Brandt ist zuversichtlich. Mittwochvormittag kam ein Kandidat zum Vorstellungsgespräch in die Potsdamer Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Gesamtschule. Brandt sucht einen Lehrer für Deutsch und Musik. Unverzüglich, als Krankheitsvertretung. „Im laufenden Schuljahr Ersatz zu finden ist nicht einfach“, sagt der Schulleiter. „Gerade im Fach Deutsch.“

Im Moment jongliert die Schule im Kirchsteigfeld mit den vorhandenen Mitteln, damit möglichst keine Stunde ausfällt: Kurse werden zusammengelegt. „Das ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei“, räumt Brandt ein.

Die Steuben-Schule ist kein Einzelfall. Das neue Schuljahr ist gerade zehn Wochen alt, da fehlen an einigen Schulen schon die Lehrer: Pädagogenstellen an fünf Potsdamer Schulen sind derzeit auf dem Fachkräfteportal des Landes ausgeschrieben. Die Montessori-Oberschule sucht einen Englischlehrer, vorerst befristet bis zum Jahresende. Die evangelische Hoffbauer-Stiftung hat gleich mehrere Stellen im Angebot: Grund- und Gymnasialschullehrer für mehrere Fächer werden genommen. Eine vorausschauende Personalplanung, wie Sprecherin Heidrun Spengler erklärt. „Aktuell ist der Unterricht abgedeckt.“

Das Einstein-Gymnasium sucht auf dem Online-Portal einen Lehrer für Biologie und Englisch. „Eine Schwangerschaftsvertretung“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Yvonne Hasemann. Noch hat die Schule Schonfrist: Die Stelle muss erst Ende Januar nachbesetzt werden. Gegen Stundenausfall kämpft die Schule aber schon jetzt. Krankheit von Kollegen wirft den Plan durcheinander. Im Moment, so Hasemann, könne das noch durch Referendare kompensiert werden.

„Es sind schon Stunden ausgefallen, das lässt sich gar nicht vermeiden“, sagt Frank Lehmann, Vize-Rektor der „Schule am Nuthetal“, einer Förderschule mit Schwerpunkt „Lernen“. Lehrer für Deutsch, Mathematik, Sachunterricht sowie Sonderpädagogen braucht die Schule laut Fachkräfteportal. In einem Punkt kann Lehmann aber Entwarnung geben: Es werde auf den Halbjahreszeugnissen in allen Fächern Noten geben. Im Vorjahr gingen in ganz Brandenburg Eltern auf die Barrikaden, weil landesweit an 31 Schulen Kinder teils ohne Zensuren in die Winterferien gehen mussten. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hatte gegengesteuert und zusätzliche Lehrer als Ersatz für Dauerkranke eingestellt. Über das Fachkräfteportal sollen die Schulen zudem schneller Ersatz finden, erklärt Baaskes Sprecher Florian Engels.

„Die Lage hat sich insgesamt etwas entspannt“, sagt die Potsdamer Elternvertreterin Daniela Trapkowski Das neue Schuljahr sei in der Landeshauptstadt besser angelaufen als das vorherige. „Massive Beschwerden von Eltern über Unterrichtsausfall gab es noch nicht“, sagt sie. Einige Eltern stört aber etwas anderes, wie der Landeselternrat berichtet: Viele Klassen haben mehr Schüler als eigentlich vom Land vorgesehen. Müssen dann noch Kurse wegen Lehrermangels zusammengelegt werden, wird es auch in Potsdam sehr eng im Klassenzimmer.

Viele Klassen sind zu groß

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Für Grundschulen empfiehlt das Ministerium einen Richtwert von 23 Schülern pro Klasse. Ein Verbot, größere Klassen zu bilden, gibt es nicht. 28 ist aber der oberste, zulässige Wert.

In der Sekundarstufe I an Gesamtschulen und Gymnasien ist der Idealwert 27 Schüler pro Klasse. 72 Klassen in Potsdam haben 28 oder mehr Schüler. In 115 Klassen wird der Richtwert eingehalten.

Deutlich entspannter ist die Lage in der Sekundarstufe I an den vier Oberschulen in der Stadt: Den Richtwert von maximal 25 Schülern halten 33 von insgesamt 37 Klassen ein.

Info: Lehrerstellen unter www.fachkraefteportal-brandenburg.de

Von Marion Kaufmann

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