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Leichtbauhallen kommen zum „Freiland“

Flüchtlinge in Potsdam Leichtbauhallen kommen zum „Freiland“

Die Stadt forciert alles, um Flüchtlinge unterzubringen und will sogar Ponton-Häuser nutzen. Beim Kulturzentrum „Freiland“ werden im November die ersten zwei Leichtbauhallen errichtet. An der Fachhochschule arbeitet man dagegen fieberhaft an Modellhäusern, um die Hallen damit schnell zu ersetzen.

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Auf dem Areal des Kulturzentrums „Freiland“ werden Anfang November zwei Leichtbauhallen für Flüchtlinge errichtet.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Suche nach Flüchtlingsunterkünften in Potsdam läuft auf Hochtouren. Schiffe, Ponton- und Low-Cost-Häuser und sogar Liegenschaften des Bundes werden neben Wohnungen und Leichtbauhallen von der Stadt geprüft, sagte Frank Thomann, seit drei Wochen Fachbereichsleiter für Soziales und Gesundheit, sowie Chef der fachübergreifenden „Task Force“ der Stadtverwaltung, bei einem Pressegespräch im Kulturzentrum „Freiland“.

Schiffe, Ponton-Häuser und Bundes-Liegenschaften werden genutzt

„Wir sind im Gespräch mit einem seriösen Anbieter von schwimmenden Ponton-Häusern, in denen bis zu 200 Flüchtlinge untergebracht werden können“, sagte Thomann. Auch ein Kabinenschiff für knapp 100 Menschen wolle man anmieten. Mögliche Standorte würden gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt überprüft. Der Bund sei bereit der Stadt zwei dreigeschossige Gebäude zu übertragen. Den Standort wollte Thomann noch nicht verraten. Die Sanierung der Objekte werden mindestens sieben Monate dauern, da nicht einmal Heizkörper vorhanden seien.

„Wir sind weitherziger in der Auslegung von Vorschriften geworden“, sagte Thomann zur Prüfung vieler Standorte, „auch monatelange Vergabefristen können wir uns gerade nicht leisten.“

Acht Leichtbauhallen werden errichtet, zwei davon am „Freiland“

Bereits Anfang November werden zwei Leichtbauhallen auf dem Freiland-Gelände, das den Stadtwerken gehört und nur zum Teil durch das Kulturzentrum gepachtet wird, errichtet. Dort sollen mindestens 80 Menschen untergebracht werden. Die Betreiber des Kulturzentrums lehnen die Unterbringung von Flüchtlingen in Leichtbauhallen wegen mangelnder Privatsphäre für die dort untergebrachten Menschen, sowie mögliche Einschränkungen beim Kulturbetrieb durch unzureichenden Schallschutz der Hallen ab. „Wir werden uns aber niemals gegen eine Unterbringung von Flüchtlingen hier aussprechen und werden eine Alternative entwickeln“, sagte Freiland-Geschäftsführer Achim Trautvetter.

„Make Space“-Häuser

Die Entwicklung der Modellhäuser der Fachhochschule begann schon vor Jahren. Das Konzept sieht Open-Source-Häuser vor, die auch von Laien errichtet werden können.Trotzdem werden vorgeschriebene Werte für Dämmung und Statik erfüllt und ein Preis von weniger als 1000 Euro pro Quadratmeter erreicht.

Die Häuser können mit Küchen, und Toiletten gestaltet werden, so dass keine zusätzlichen Container nötig sind.

Bis zu drei Stockwerke hoch kann geplant werden. Eine Abbau und der erneute Einsatz an anderer Stelle soll ebenfalls möglich sein.

Eine mögliche Lösung sind Modulhäuser, die Holger Jahn, Professor für Produktdesign an der Potsdamer Fachhochschule (FH) derzeit erarbeitet. Ein Prototyp dieser kostengünstigen Häuser, die allen Vorschriften üblicher Fertighäuser entsprechen, werde noch im Oktober an der FH konstruiert. „Da würde ich selbst mit meiner Familie einziehen“, sagte Jahn.

Stadt sagt Austausch der Hallen durch geeignete Modellhäuser zu

Für Thomann sei der Einsatz der Modellhäuser eine Möglichkeit, die er gerne aufgreife. Er gab seine Zusage, die Leichtbauhallen beim Freiland später damit zu ersetzen, wenn diese sich als geeignet erweisen sollten. Auch andere Flächen für die Nutzung des FH-Konzepts stellte er in Aussicht.

Von Peter Degener

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