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Potsdam Leipziger Dreieck vor dem Umbau
Lokales Potsdam Leipziger Dreieck vor dem Umbau
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18:40 05.10.2016
Imposant aus der Luft, aber ein Ärgernis im täglichen Verkehr in Potsdam: Das Leipziger Dreieck wirkt wie eine Stadtwand. Quelle: Archiv/Lutz Hannemann
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Südliche Innenstadt

Es ist zweifelsohne Potsdams größter Verkehrsknotenpunkt: das Leipziger Dreieck ist nicht nur eine vierspurige Doppelkreuzung aus den Straßen Heinrich-Mann-Allee, Brauhausberg, Leipziger Straße und Friedrich-Engels-Straße, die Lange Brücke – eines der zwei Hauptnadelöhre der Insel Potsdam – grenzt direkt daran, ebenso der Hauptbahnhof mit seinen Tram- und Busverbindungen. Mehr als 50 000 Autos queren das Dreieck jeden Tag, mehr als 9000 Fahrräder und mehr als 36 000 Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Drei Bauherren

Vom Ex-Baubeigeordneten Matthias Klipp (Grüne) stammt das Zitat, das Dreieck wirke wie eine „Stadtwand“ oder wie „eine Autobahn“. Seither ist viel Gehirnschmalz in eine Umplanung des Verkehrsmonsters investiert worden, auch gab es erste Anwohnerversammlungen. 2006 gab es ein Verkehrsgutachten, 2011 eine neue „integrierte verkehr- und städtebauliche Konzeption“. Schließlich sitzen auch drei Bauherren mit an einem Tisch: Die Stadt wegen des Auto- und Radverkehrs, der Verkehrsbetrieb ViP wegen der Tram- und Buslinien und die Stadtwerke-Tochter EWP wegen der Kabel und Rohre.

Bis Mitte November soll ein Planer gefunden sein

Derzeit würden die Planungsleistungen ausgeschrieben, sagte Ines Rudolph-Henning vom Verkehrsamt der Stadt, bis Mitte November soll ein Planer gefunden worden sein, Baubeginn ist 2017, bis Ende 2021 soll alles fertig sein – ein Ziel, das sowohl ViP als auch Stadt als „ambitioniert“ und „sportlich“ bezeichnen – schlimmstenfalls, so eine Voruntersuchung, dauert es bis 2023.

Umbau beginnt in Leipziger Straße

Der Umbau wird in der Leipziger Straße beginnen. Dort dreht sich die Einbahnstraße ab dem Persiusspeicher um, so dass Autolenker dann nur noch stadtauswärts fahren. Dazu werden sie hinter der Langen Brücke zweispurig in die Leipziger Straße einfahren können. Derzeit muss man dort noch geradeaus fahren. Künftig führen zwei Spuren bis zum Persiusspeicher, dann geht es einspurig weiter. Bislang ist hinter dem Persiusspeicher indes die Fahrt zu Ende.

Tram verlässt das Leipziger Dreieck

Wer aus Richtung Rehbrücke kommt, kann künftig am Brauhausberg und an der Leipziger Straße links abbiegen, auch das ist zurzeit nicht möglich und zwingt zu Umwegen. Die größte Entlastung verspricht sich indes der ViP, weil die Tram künftig nicht mehr das Leipziger Dreieck kreuzen muss, um in die Heinrich-Mann-Allee zu gelangen. Wann immer das nötig ist, müssen drei Richtungen komplett gesperrt werden.

Nach dem Umbau verspricht ViP-Chef Oliver Glaser eine Wendeschleife im Bahnhofsvorbereich, so dass keine Tram mehr übers Dreieck muss. Die Gleise in der Heinrich-Mann-Allee werden entfernt. Alle Trams fahren dann über den „Schlauch“, der Friedrich-Engels-Straße und Heinrich-Mann-Allee neben dem Bildungsministerium verknüpft. „Das ist auch in Havariefällen günstig“, verspricht Oliver Glaser beim Vor-Ort-Termin mit der MAZ, denn die neue Wendeschleife kann auch dann angefahren werden, statt Strecken zu blockieren. Er erhofft sich davon nicht zuletzt auch pünktlichere Bahnen, weil unkontrollierbare Ampelzeiten entfallen. Wegen des komplexen Ausbaus beginnen die Verlegearbeit der Gleise erst später als der Straßenumbau. Alle Bauarbeiten sollen bei laufendem Verkehr erfolgen.

Zu den voraussichtlichen Kosten mochten sich weder die Stadt als federführender Bauherr noch die ViP äußern.

Wann welche Tram wo wenden würde

Wenn eine Tram am Bahnhof wenden möchte, muss sie heute noch bis zum Bisamkiez fahren. Das koste gerade in den Spitzenzeiten Zeit, Geld und strapaziere die Geduld der Fahrgäste, so der ViP.

Eine Wendeschleife direkt am Bahnhof wird dieses Problem elegant lösen.

Bevor der erste Spaten gestochen werden kann, muss aber noch der dort gültige Bebauungsplan 107 geändert und zum Beschluss ausgelegt werden – auch, um die Bürger zu beteiligen.

Der Umbau entlastet auch Radler und Fußgänger: Durch kürzere Rotphasen und vor allem weniger Ampeln und zu querende Spuren sollen sie schneller über das Nadelöhr Leipziger Dreieck geführt werden.

Von Jan Bosschaart

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