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Lenin bleibt auf der Denkmalliste

Erinnerungskultur in Potsdam Lenin bleibt auf der Denkmalliste

Von 1961 bis 2004 stand eine zwei Meter hohe Leninstaue in der Potsdamer Hegelallee. Potsdam-Museum will das Denkmal, das derzeit in einem Privatgarten in Schleswig-Holstein steht, 2019 in einer Sonderausstellung zum Abzug der sowjetisch-russischen Truppen zeigen.

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Von 1961 bis 2004 stand die zwei Meter hohe Lenin-Statue in der Hegelallee.

Quelle: Foto: Christel Köster

Potsdam. Die 2004 in der Hegelallee demontierte Lenin-Statue behält ihren Denkmalschutz. Der Kulturausschuss hat einen Antrag von CDU/ANW angelehnt, nach dem sich Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei der Landesregierung dafür einsetzen sollte, die Statue von der Denkmalliste des Landes zu streichen. Die Ausschussvorsitzende Karin Schröter (Linke) zitierte in der Diskussion aus einer Auskunft der Landesregierung, die im Juni auf Anfrage des Abgeordneten Steeven Bretz (CDU) zum Lenindenkmal mitteilte: „Das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet sich in der künstlerischen und wissenschaftlichen Bedeutung der Leninstatue sowie in ihrer Funktion als einem Zeugnis der Gedenkkultur der DDR-Zeit, auch und immer noch in ihrem fragmentarisch überkommenen Umfang, nachdem die eigentliche ,Gedenkstätte’ an der Hegelallee beseitigt worden ist.“

Denkmalpflegerin Sabine Ambrosius bestätigte im Kulturausschuss, dass neben der Statue selbst auch das Postament erhalten sei. Der Eigentümer der Statue, der sie derzeit auf einem Privatgrundstück in Oldenburg aufgestellt hat, sei bereit, sie der Stadt für eine museale Nutzung zu überlassen. Hannes Wittenberg, der stellvertretende Leiter des Potsdam-Museums, bestätigte am Sonntag, dass die Lenin-Statue in einer 2019 geplanten Sonderausstellung des Potsdam-Museums zum 25. Jahrestag der letzten in Potsdam stationierten Truppen der früheren Sowjetarmee gezeigt werden soll. Das entspricht einer Anregung der Landesregierung, die an Bretz schrieb: „Eine Wiederaufstellung der Statue ist aus Sicht der Landesregierung hingegen nicht geboten. Aus denkmalfachlicher Sicht könnte zum Beispiel auch eine museale Aufstellung geeignet sein, um die Möglichkeit der Kontextualisierung zu schaffen.“

Im Kulturausschuss wurde der CDU-Antrag auf Aberkennung des Denkmalstatus konträr diskutiert. Peter Schultheiß (Potsdamer Demokraten/SPD) sah dringenden Handlungsbedarf mit der Begründung, Lenin habe als Revolutionsführer Konzentrationslager eingerichtet und Erschießungen durchgeführt. David Kolesnyk (SPD) hingegen verwies darauf, dass die Angelegenheit nicht in der Zuständigkeit der Stadt, sondern des Landes liege. Die zwei Meter hohe Bronzestatue vor dem mittlerweile abgerissenen Haus der sowjetischen Offiziere wurde am 21. April 1961 zum Vorabend des 91. Geburtstages von Lenin enthüllt. 1987 kam sie als „Gedenkstätte zu Ehren des 100. Geburtstages von Wladimir Iljitsch Lenin” auf die Denkmalliste.

Die Statue ist immer wieder Gegenstand politischer Anträge. Zuletzt lehnten die Stadtverordneten im Mai einen Antrag der Anderen ab, nach dem die Statue „unverzüglich“ wieder in der Hegelallee oder einem anderen öffentlich Ort aufgestellt werden sollte. Ein weiteres erhaltenes Lenindenkmal gibt es in Potsdam nahe der Biosphäre. Ein Lenindenkmal aus Krampnitz ist im Depot des Potsdam-Museums.

Von Volker Oelschläger

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