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Potsdam Projekt Leseförderung erfolgreich abgeschlossen
Lokales Potsdam Projekt Leseförderung erfolgreich abgeschlossen
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01:15 30.09.2018
Fotografieren, zeichnen, schreiben: Im Schloss Babelsberg fanden die Kinder Geschichten für ihr Projekt. Quelle: Foto: Kristina Tschesch
Innenstadt

Luise und Friedrich streiten sich um einen Plüschbären, bei der Auseinandersetzung knallt die Prinzessin gegen eine Wand und eine magische Tür im Schloss Babelsberg öffnet sich. Olivia liest die Geschichte laut und deutlich auf der Bühne vor. „Sie haben jetzt den Mut, etwas vorzulesen – das geht viel besser als am Anfang“, weiß die Potsdamer Kinderbuchautorin Marikka Pfeiffer.

Sechzehn Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren aus dem Fröbel-Hort „Sausewind“ im Zentrum Ost feierten gestern in der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum den erfolgreichen Abschluss des Leseförderungsprojektes „Was ist denn heut bei Fundus los?“.

Im Juli zog die Gruppe aus einheimischen und geflüchteten Kindern in das Schloss Babelsberg und entdeckte dort einen fiktiven, uralten Zeitungsausschnitt und eine Schatztruhe. In der Kiste waren zum Beispiel goldene Nüsse, Ketten, Kerzenständer – alles Dinge, die die Fantasie der Kinder anregen sollte. Es ging nicht nur um die Leseförderung, sondern auch um die Kreativität, erzählt Ronald Gohr, Projekt-Verantwortlicher der Stadt- und Landesbibliothek. Dass es mit der Fantasie gar nicht mehr so einfach ist, weiß Marikka Pfeiffer. „Es hat nachgelassen. Die Kinder müssen lernen, zu ihren eigenen Bildern zurückzukehren.“

In dem Projekt konnten die Kinder, die teilweise aus den Niederlanden der Türkei oder Tschetschenien kommen, ihre (neue) Heimatstadt spielerisch erfahren. Aus diesem Fundus, so der Titel des Projekts, entwickelten die Kinder Geschichten um miauende Drachen, traurige Prinzessinnen oder geheimnisvolle Schlüssel im Schloss Babelsberg. Zudem fotografierten und filmten sie mit dem Tablett.

Die Potsdamer Schlösserstiftung hatte sich bereit erklärt, die Türen des Schloss Babelsbergs exklusiv für die Kinder zu öffnen. „Uns kann es nur Recht sein, wenn die Allerjüngsten sich dafür interessieren und es in ihre Lebenswelt adaptieren“, sagt Silke Hollender von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Bei der Projektarbeit halfen neben der Potsdamer Autorin Marikka Pfeiffer auch der Sprachakrobat Thomas J. Hauck aus Frankreich sowie die Potsdamer Fotografin und Filmemacherin Kristina Tschesch.

Herausgekommen ist ein gedrucktes Buch, Fotografien und eine Film, der ab sofort auf Youtube läuft. „Das Projekt ist ein beeindruckendes Beispiel, wie Lesen und digitale Medien in Einklang gebracht wurden“, sagte Potsdams Bildungs-Beigeordnete Noosha Aubel (parteilos). Ina Penny, vom Schloss Babelsberg, regte sogar an, die Bilder im Schloss auszustellen.

Die Geschichten haben alle ein offenes Ende, denn sie sollen künftig von anderen Kindern weitererzählt werden. Diese Aufgabe übernimmt als nächstes der Hort „Sonnenschein“ in der Kurfürstenstraße. Die Idee soll aber auch über die Stadtgrenzen hinaus gehen. In etwa zwei Jahren soll ein Treffen stattfinden, bei dem alle Texte dann wieder in Potsdam zusammenkommen.

Von Anne Knappe

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