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Lesewolf Lupe im Interview

Vorlesetag in Potsdam Lesewolf Lupe im Interview

Am heutigen Freitag ist bundesweiter Vorlesetag. Auch in Potsdam wird in Schulen und Bibliotheken zum Buch gegriffen. Im MAZ-Interview erzählt Lesewolf und Bibliotheksmaskottchen Lupe – nicht nur für Kinder – warum es nichts Schöneres gibt, als eine Geschichte vorgelesen zu bekommen.

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Lesewolf und Maskottchen Lupe

Potsdam. Heute ist bundesweiter Vorlesetag. Auch in Potsdam wird ausgiebig in Büchern geschmökert. Lupe (Alter unbekannt) ist ein Lesewolf und das Maskottchen der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Die MAZ sprach mit ihm über die Kunst des Vorlesens, die Freude an Büchern und Erwachsene, die ständig am Smartphone hängen.

Hallo Lupe, darf ich Du sagen?

Na klar, dann darf ich doch auch Du sagen, oder?

Ja, nur zu. Was liest Du denn gerade?

„Ein Schaf fürs Leben“ - ein tolles Buch über Freundschaft - ich liiiebe ja Schafe . . .

Echt? Das überrascht mich jetzt aber . . . Was ist denn eigentlich Dein Job als Bibliotheksmaskottchen? Erklär mal!

Meistens sitze ich auf meiner Schatzkiste und beobachte, was so in der Kinderwelt los ist. Am liebsten mag ich Besuche von Kita-Gruppen, denn da bin ich mittendrin. Dann gibts ja noch meine Veranstaltung „Lesestart mit Lupe“ – da verschenke ich am Ende sogar tolle Bücher! Und was ich nachts hier so mache, bleibt mein Geheimnis.

Bestimmt liest Du heimlich mit Taschenlampe. Hast Du denn einen Lieblingsort zum Lesen?

Da gibts hier einige, zum Beispiel die Lesehöhlen in den Bücherregalen oder ich kuschel’ mich in einen Sitzsack.

Lässt Du Dir auch gerne vorlesen?

Das ist soooo schön! Auch wenn ich natürlich selber lesen kann ist es am tollsten, wenn mir Kinder vorlesen – so wie heute!

Was macht denn einen guten Vorleser aus?

Wenn jemand mit Begeisterung, deutlich und nicht zu schnell – und vielleicht sogar mit unterschiedlichen Stimmen vorlesen kann – dann rutscht mir vor Freude fast die Brille von der Nase.

Von wem würdest Du Dir gerne mal vorlesen lassen?

Von Günther Jauch, der hat es auch nicht so weit und kann hier gleich „Wer wird Bibliotheks-Millionär“ moderieren! Ich bin natürlich der erste Kandidat!

Schlau, Lupe. Was ist denn nun eigentlich so toll am Lesen?

Lesen macht einfach Spaß. Die Bilder zu den Geschichten entstehen im Kopf – und Fantasie macht klug!

Aber man kann doch auch vor dem Fernseher sitzen. Das ist nicht so anstrengend.

Wir Lesewölfe sagen immer, anstrengend ist Lesen nur, wenn man es zu selten tut.

Mit welcher literarischen Figur oder welchem Autor würdest Du Dich gerne mal eine Nacht in der Bibliothek einschließen lassen?

Mit den sieben Geißlein würde ich die ganze Nacht Verstecken spielen. Wie gut, dass es keinen Uhrenkasten gibt . . . Wenn wir damit fertig sind, würde ich ihnen aus meinem schönsten Kochbuch vorlesen: „Rein vegetarische Rezepte für Wölfe“ .

Hast Du noch ein anderes Lieblingsbuch?

Ich habe viele Lieblingsbücher, aber eins mag ich ganz besonders, weil es so gut zu mir passt : „Der kultivierte Wolf“ von Becky Bloom und Pascal Biet. Darin geht es um einen Wolf, der die Liebe zum Lesen entdeckt.

Was sagst Du Kindern, die nicht gerne lesen?

Ihr verpasst was! Lesen ist Kino im Kopf. Außerdem wette ich, dass hier jeder etwas Tolles findet! Kommt vorbei – ich warte auf euch.

Und was ist mit den Erwachsenen? Die sind ja auch nicht immer Vorbild. Manche nehmen nie ein Buch in die Hand und schauen immer nur auf ihr Smartphone.

So was hab ich auch schon gesehen. Dann zeigen eben die Kinder den Erwachsenen, wie schön das Lesen ist! Manchmal können die Großen auch von den Kleinen lernen.

Und was findet denn heute alles bei Dir in der Stadt- und Landesbibliothek statt?

Vormittags lesen Kinder für Kinder. Tolle Sache! Am Nachmittag um 16 Uhr laden wir alle ein, denen das Lesen nicht so leicht fällt; aber auch Deutschlernende, denn es wird eine Lesung in einfacher Sprache geben. Andrea Thelemann vom Hans-Otto-Theater liest die Abenteuergeschichte „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf vor.

In Schulen und Bibliotheken wird gelesen

Der bundesweite Vorlesetag ist eine Initiative der Stiftung Lesen, der Deutschen Bahn und der „Zeit“. Er findet in diesem Jahr zum 13. Mal statt.

Auch in Potsdam beteiligen sich heute wieder Vorleser an dem Tag, der zur Institution geworden ist.

Im Treffpunkt Freizeit wird ab 8.30 Uhr der Vorlesetag gefeiert. Unter anderem wird Melanie Straub, Schauspielerin am Hans-Otto-Theater, vortragen. Neben den Lesungen gibt es einen Literaturbasar.

In der Dortu-Grundschule liest ab 7.45 Uhr die Landtagsabgeordnete Anita Tack (Linke).

I
n der Grundschule „Ludwig Renn“ liest um 7.55 Uhr der Jugendbeigeordnete Mike Schubert (SPD).

Die Gesamtschule Am Schilfhof wird um 8.30 Uhr zur Lesehöhle.

Am Einstein-Gymnasium liest um 9.45 Uhr die Potsdamer Autorin und Übersetzerin Antje Wagner.

In der Rosa-Luxemburg-Grundschule lesen in 20 Klassen mindestens 20 Schüler-Vorleser aus ihren Lieblingsbüchern vor. Start ist um 10 Uhr.

In der Eisenhart-Schule liest SPD-Fraktionschef Pete Heuer dreimal vor, unter anderem aus „Die Söhne der großen Bärin“.

In der Bilingualen Schule in Marquardt wird um 14.30 Uhr vorgelesen.

In der Stadt- und Landesbibliothek liest HOT-Schauspielerin Andrea Thelemann um 16 Uhr aus „Tschick“.

Von Marion Kaufmann

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