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17:54 02.08.2016
Auf der Brandenburger Straße werben fast alle Geschäfte mit Rabatten. Quelle: Luise Fröhlich
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Innenstadt

Rote Schilder mit dick gedruckten Zahlen reihen sich hintereinander. Prozente und Rabatte soweit das Auge reicht. Der Sommerschlussverkauf, der in manchen Geschäften auf der Brandenburger Straße schon Anfang Juni begann, befindet sich aktuell in der Hochphase. „Die Brandenburger haben ja erst relativ spät Ferien, deshalb gibt es auch jetzt noch den ein oder anderen, der eine Badehose für den Urlaub braucht“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg Günter Päts.

Seit Wochen reduzieren die Händler alles, was auch nur annähernd als Saisonware bezeichnet werden kann. Dazu zählen längst nicht mehr nur Sandaletten oder Bikinis. Das Warenhaus Karstadt bietet etwa vergünstigte Koffer an und die Marken WMF oder Leonardo stellen ihre Gläser oder Stabmixer auf die Angebotstische. Bevor 2004 das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb erneuert wurde, war das nicht erlaubt. Ursprünglich durften bei den Saisonschlussverkäufen ausdrücklich nur Saisonwaren wie Textilien, Kleidung, Schuhe und Lederwaren günstiger verkauft werden.

Händler sind nicht unbedingt die Gewinner

Auch die zeitliche Begrenzung stammt aus dieser Zeit, denn die Ausverkäufe waren auf zwei Wochen begrenzt – im Sommer üblicherweise auf die letzte Juli- und die erste Augustwoche. Außerdem waren grundsätzlich nur zwei Saisonschlussverkäufe im Jahr erlaubt. Diese Limits existieren jetzt nicht mehr. „Jedes Unternehmen kann selbst entscheiden, wann der Sommerschlussverkauf beginnt und wie lange er andauert“, erklärt Günter Päts. Auch Baumärkte beteiligen sich am Ausverkauf, um zum Beispiel Terrassenmöbel und Grills loszuwerden.

Üblich sei, dass die Händler ihre Waren nach und nach reduzieren, angefangen bei 10 Prozent bis hin zu 70 Prozent. „Deshalb ist es auch nicht mehr so, dass die Leute wie auf Kommando auf die Grabbeltische losstürmen“, so Päts weiter. Das sei ohnehin aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht gerade sinnvoll. Denn der reine Umsatz ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen steht der Gewinn und der wäre höher, wenn die Klamotten, Möbel und Geräte nicht so drastisch reduziert wären. „Die Händler sind also nicht unbedingt zufrieden, wenn der Schlussverkauf gut läuft“, sagt der Fachmann. Richtig glücklich sei der Händler eigentlich erst dann, wenn er seine Saisonware pünktlich zum Ende des Sommers oder des Winters verkauft hat, ohne mit Rabatten werben zu müssen.

Einlagern wäre zu teuer

Das Publikum in den Geschäften auf der Brandenburger Straße ist indes bunt gemischt. Unter den Jugendlichen, Ferienkindern und Einheimischen tummeln sich auch einige Touristen, berichten zwei Verkäuferinnen aus einem Modegeschäft. „Wann der Schlussverkauf wirklich aufhört, erfahren wir meist sehr kurzfristig“, sagen sie. Laut Päts entscheiden die Geschäftsführer tatsächlich intern, welche Waren zusätzlich noch reduziert werden können.

Dabei spielen auch Trends eine große Rolle, denn was in diesem Jahr auf der Fashionweek in Berlin vorgestellt wurde, muss im kommenden Sommer nicht mehr modern sein. Kaum ein Händler könne es sich daher leisten, Saisonware aufzuheben und einzulagern. „Standardwaren“ wie das weiße Hemd oder das schwarze Shirt hängen hingegen das ganze Jahr über auf der Stange.

Von Luise Fröhlich

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