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Letzte Chance fürs „Minsk“ in Potsdam

Entscheidung vor der Sommerpause Letzte Chance fürs „Minsk“ in Potsdam

Bis zur Sommerpause soll sich entscheiden, ob es für das Gebäude des Terrassenrestaurants „Minsk“ am Potsdamer Brauhausberg eine Zukunft gibt. Die Stadt führt Verhandlungen mit dem Landessportbund, der in dem aus den 1970er Jahren stammenden Gebäude eine sportbetonte Kita mit 220 Plätzen einrichten will.

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Das vor Jahren stillgelegte Terrassenrestaurant „Minsk“ ist mittlerweile von wildem Grün überwuchert.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Mitte. Die Zeit läuft gegen das Terrassenrestaurant „Minsk“ am Brauhausberg. Mittwochabend bestätigten die Stadtverordneten mit großer Mehrheit eine Änderung des Flächennutzungsplans für das Baufeld „Am Havelblick“ auf dem Brauhausberg. Zwei Fraktionen enthielten sich: Die Grünen, weil für das geplante Wohnviertel Wald gerodet werden soll. Die Linken, weil mit der in diesem Wohngebiet geplanten Kindertagesstätte der Bedarf an einer weiteren Kita im „Minsk“ schwindet.

Wie berichtet, will der Landessportbund (LSB) das in den 1970er Jahren errichtete „Minsk“ von der Stadt erwerben und dort eine sportbetonte Kita einrichten. Kommt der LSB nicht zum Zuge, soll das heruntergekommene Gebäude abgerissen werden, um Platz für weitere Wohnungen zu schaffen. Die geplanten Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf in Höhe von 1,5 Millionen Euro benötigt die Stadt zur Finanzierung des Badneubaus, der am kommenden Freitag mit der Grundsteinlegung offiziell eröffnet werden soll.

Die Verhandlungen der Stadt mit dem LSB, die sich seit Monaten zähe dahinschleppen, scheinen nun allerdings an Tempo zu gewinnen. Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) gab in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend auf mehrfache Nachfrage von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg bekannt, dass es einen „Abschluss“ der Gespräche „zeitnah“ geben werde, dass sie „noch vor der Sommerpause mit einem Ergebnis“ rechne. Ihre Prognose klang günstig: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

In den Verhandlungen geht es um die Finanzierung und um die Aufnahme der Einrichtung in die städtische Kita-Bedarfsplanung. Im Sommer 2014 hatte sich der LSB in einem Interessenbekundungsverfahren der Stadt zunächst mit einem Höchstgebot von 850 000 Euro gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Auf Drängen der Stadt erhöhte der Sportbund die Summe dann jedoch auf 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Investitionssumme von bis zu 3,5 Millionen Euro für die Sanierung und den Ausbau des Hauses. Für beide Summen forderte die Stadt in den Gesprächen einen Finanzierungsnachweis.

Restaurant mit 310 Plätzen

Das Terrassenrestaurant „Minsk“ wurde 1971 bis 1977 nach einem Entwurf der Architekten Karl-Heinz Birkholz und Wolfgang Müller errichtet.

Das von Planern der damaligen weißrussischen Partnerstadt Minsk folkloristisch ausgestattete Lokal hatte 190 Innen- und 120 Terrassenplätze.

Für die Gesamtgestaltung inklusive der Freiflächen mit ihren Wasserspielen und die städtebaulichen Einordnung wurde das Restaurant 1979 mit einer Anerkennung im Architekturwettbewerb der DDR bedacht.

Eine Eintragung des „Minsk“ als Denkmal wurde 2011 vom Landesamt für Denkmalschutz abgelehnt.

In der Kita-Frage hat der LSB, der 220 Plätze einrichten will, mittlerweile gleich doppelte Konkurrenz: Das evangelische Jugendhilfe- und Fürsorgewerk (EJF) will am alten Tramdepot in der Heinrich-Mann-Allee eine Kita mit 120 Plätzen eröffnen. Schon vor geraumer Zeit hieß es, „abschließende Gespräche“ dazu seien bereits geführt worden. Die Firma Kondor Wessels wiederum soll Am Havelblick neben 18 Doppelhaushälften die Errichtung einer Kita mit 90 Plätzen planen. In Anlage 1 zu der am Mittwoch beschlossenen Änderung des Flächennutzungsplans heißt es: „Die Kindertagesstätte ist als Planstandort im entsprechenden Erläuterungsplan ,Soziale Infrastruktur/Kindertagesbetreuung, Kindertagesstätten und Hort’ des Flächennutzungsplan bereits enthalten.“

Von Volker Oelschläger

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