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Potsdam Lichthaus Ammon feiert 120. Jubiläum
Lokales Potsdam Lichthaus Ammon feiert 120. Jubiläum
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00:28 24.03.2018
Blick von der Eingangstür hinein ins Lichthaus Ammon in der Potsdamer Jägerstraße, Ecke Hegelallee. Quelle: fotos und Repro: bernd Gartenschläger
Potsdam

Filigrane Hängeleuchten, denen man die verbaute Technik nicht ansieht, stattdessen strahlt ein kleiner schmaler Glaskorpus aus sich heraus. Daneben mundgeblasene Lüster und mit Kristallen besetzte Kronleuchter, großkugelige Lampenschirme mit weißen Federn und Pendelleuchten aus kunstvoll geschwungenem Furnierholzband. Solche Modelle hängen im Jahr 2018 im Lichthaus Ammon, das am 26. März seinen 120. Geburtstag feiert. Keine Form – davon zeugt etwa der schwarze Hundekörper einer Tischlampe im Schaufenster –, kein Material, das sich nicht erleuchten ließe.

Die Geschichte des Lichthauses nahe des Nauener Tores begann im vorletzten Jahrhundert mit Gaslampen. Kaum ein anderes Fachgeschäft hat so lange in Potsdam durchgehalten, hat Kriege, Kaiser und Währungsunionen überlebt. Die Traditionsbäckerei Braune jubiliert in diesem Jahr zum 165. Mal. Die Gärtnerei Spillner wurde bereits bei einer Volkszählung im Jahr 1764 erwähnt. Wie also hat es der Licht- und Elektrofachhandel durch die Zeit geschafft?

Damals, so um 1900...

Lichthaus Ammon in der Potsdamer Jägerstraße um 1900 Repro:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläge

... und im März 2018:

Lichthaus Ammon in der Potsdamer Jägerstraße Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger

1898 eröffnete Alfred Ammon als 30-Jähriger das Geschäft an der Ecke Hegelallee und Jägerstraße. An den Gashaken von damals hängt heute die herabgesetzte Decke, von dieser Leuchten aus dem Premiumsegment. Bis 2016 nutzten die Mitarbeiter eine amerikanische Registrierkasse mit Kurbel aus den Anfangsjahren des Lichthauses. Heute steht das Relikt in einer Vitrine im Geschäft.

Der Gründer Alfred Ammon war Klempner von Beruf und mauserte sich zum königlich-preußischen Hoflieferanten. Weil er gleich zu Beginn der Elektrifizierung, etwa um das Jahre 1905, auf die da neue elektronische Beleuchtung umrüstete, entwickelte sich das Lichthaus erfolgreich weiter. 1941 starb der Gründer, sein Sohn mit gleichem Namen übernahm und führte den Lampenladen durch die Kriegsjahre – und bis 1971.

Die heutige Inhaberin Andrea Buttenberg mit ihrem Mitinhaber und Bruder Falko Folz junior (l.) und mit Vorbesitzer und Vater Falko Folz senior Quelle: Bernd Gartenschläger

Da Ammons Nachkommen im Westen lebten, suchten sie einen Nachfolger für das Geschäft außerhalb der Familie. Und wurden im Potsdamer Falko Folz fündig, weil sich die Väter Ammon und Folz aus der Handwerkskammer kannten. „Ich habe vorher als Elektroinstallateur gearbeitet, später bei der HO und habe kurz vor der Übernahme meinen Meister gemacht“, berichtet Falko Folz senior. Er übernahm den kleinen Privatbetrieb und lotste ihn durch die Mangelwirtschaft der DDR-Zeiten.

„Ein Betrieb der Größe durfte damals nicht mehr als zehn Mitarbeiter haben. Zwischen uns und den Herstellern waren Streckengeschäfte in Höhe von 20 000 Ostmarkt genehmigt“, erinnert sich Falko Folz, geboren 1944. Die Produzenten kamen alle aus der DDR: Stadtilm, von wo Folz die damals modernen Hängeleuchten mit Korbgeflechten bezog, aus dem sächsischen Wurzen, wo noch immer Leuchten produziert werden, oder Kristallkronen aus Ebersbach. Im Laden konnte Falko Folz auch Kabelverlängerungen, Schalter und andere Kleinteile verkaufen – sofern vorhanden. Baumärkte gab es nicht und derlei Zubehör war seinerzeit für Privatleute nicht selbstverständlich zu erwerben. „Mit fragen war da nicht viel“, sagt Folz zum Thema Nachfrage.

So präsentiert sich das Potsdamer Lichthaus Ammon in der Jägerstraße im Jahr 2018 Quelle: Bernd Gartenschläger

Zu seinen Vorgaben gehörte auch, 50 Prozent Handel und 50 Prozent Handwerk, sprich Elektroinstallationen, zu betreiben. Doch die Mangelwirtschaft trieb die Preise hoch, „es wurde alles 50 bis 100 Prozent teurer“. 1988 schloss Folz den Laden für ein knappes Jahr. Doch mit der Wende wuchs der Bedarf an zeitgemäßer Einrichtung und Technik. „Vorm Laden standen Händler, denen wurden die Kaffeemaschinen aus den Händen gerissen“, sagt Falko Folz im Rückblick. In seine Schaufenster zog neben Leuchten „weiße Ware“ – Waschmaschinen, Haushaltsgeräte, von Bosch bis Siemens und Rowenta, bis 1995.

Es folgte die Spezialisierung auf Lampen, im Jahr 2000 übernahmen die Kinder Andrea Buttenberg, geboren 1967, und Falko Folz junior, Jahrgang 1973, den eingetragenen Innungsbetrieb. „Ich bin im Grunde hier aufgewachsen, um die Ecke war mein Kindergarten“, sagt Andrea Buttenberg. Sie kümmert sich um das Geschäft, ihr Bruder um das Handwerk. Insgesamt elf Mitarbeiter hat das Lichthaus, davon sind sechs Gesellen, drei Verkäufer und ein Auszubildender.

Insgesamt elf Mitarbeiter sind im Lichthaus Ammon beschäftigt, darunter Elektroinstallateure, Verkäufer und ein Auszubildender Quelle: Bernd Gartenschläger

Das Eckhaus, in dem sich die Geschäftsräume befinden, gehört noch immer der Familie Ammon, die es vermietet. Alfred Ammon, der wie sein Vater und auch wie sein Großvater und Geschäftsgründers den selben Namen trägt, wohnt in Düsseldorf.

Im Jubiläumsjahr steht dem Lichthaus noch einiges bevor: Ein Ladenumbau Anfang August soll dem preisgekrönten Münchner Leuchtenhersteller Occhio mehr Präsentationsfläche schaffen. Eine Spendenaktion für einen gemeinnützigen Verein und die erneute Teilnahme am Potsdamer Lichtspektakel im November stehen auch im Kalender.

Ab Dienstag, 20. März, sind Ostereier in den Schaufenstern versteckt. Wer die richtige Zahl im Geschäft mitteilt, erhält eine Osterüberraschung. Jubiläumstag ist der kommenden Montag, 26. März. An diesem Tag lädt das Team von 11 bis 19 Uhr zu einem persönlichen Rundgang ein.

Von Michaela Grimm

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