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Potsdam Linke Aktivisten richten obszöne Grüße an die OSZE
Lokales Potsdam Linke Aktivisten richten obszöne Grüße an die OSZE
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17:01 22.08.2016
Klettern für den Frieden? Den Aktivisten droht nun eine Strafe. Quelle: Foto: B.G.
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Innenstadt

Nach dem Supersamstag ist vor dem OSZE-Treffen: In Potsdam wirft das nächste Großereignis mit strengen Sicherheitsmaßnahmen und Verkehrsbehinderungen seine Schatten voraus. Am 1. September treffen sich die Außenminister der 57 Mitgliedsstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Dorint-Hotel in der Jägerallee Was sie davon halten, verkündeten linke Aktivisten am Montagmittag mit einem Transparent am Turm der Nikolaikirche, direkt gegenüber des Landtags: „Eure Moral wollen wir nicht. Fuck OSZE“.

Mit ihrer Aktion wollten sie gegen die Doppelmoral der OSZE protestieren, erklärt ein 27-jähriger Aktivist, der sich Fabian Dach nennt. Die Staaten redeten von Frieden, betrieben aber militärische Intervention. Sich mit der Arbeit der OSZE kritisch auseinanderzusetzen sei legitim, findet Raimund Jennert, Geschäftsführer der Potsdam Tourismus und Marketing GmbH, der zufällig vorbeikommt. „Aber Fuck an eine Kirche zu hängen, das ist einfach unangemessen. Das ist ein Baudenkmal“, protestiert er gegen den Protest. Andere Passanten stören sich weniger an der Kletteraktion an exponierter Stelle. „Sonst wird doch keiner auf das Thema aufmerksam“, sagt eine 31-jährige Sozialpädagogin aus Potsdam, die sich auf den Alten Markt gesetzt hat und die vier Kletterer beim Entrollen des sechs mal zehn Meter großen Transparents beobachtet. „Der 1. September ist Weltfriedenstag und die Außenminister der OSZE Staaten tagen in Potsdam. Daher ist es wichtig die Forderung zu wiederholen: Frieden schaffen ohne Waffen“, erklärt auch Linken-Kreischef Sascha Krämer.

Die Kirche erwägt einen Strafantrag

Eine Kirchenfassade unangemeldet als schwarzes Brett für frivole Friedensbotschaften nutzen dürfen die Aktivisten aus Brandenburg und Berlin freilich nicht. Ein Bürger alarmiert die Polizei. Die fährt mit fünf Streifenwagen vor, nimmt die Personalien der Störer auf und konfisziert das Laken. Gegen fünf junge Männer wird von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet. Sie seien bereits polizeibekannt, sagt Dienstgruppenleiter Marko Kiether vor Ort. Die Kirche prüft noch, ob sie einen Strafantrag stellt und Schäden an dem Gotteshaus entstanden sind.

Zwei Demos im Umfeld des OSZE-Treffens geplant

Für die linke Gruppe war die Enthüllungsshow erst der Auftakt: Für den 31. August um 18 Uhr kündigen sie eine Demonstration auf dem Luisenplatz an, die aber noch nicht genehmigt ist. Am 1. September lädt die Friedenskoordination Potsdam für 18 Uhr zu einer Kundgebung auf den Platz der Einheit. Als Rednerin ist unter anderem die Landtagsabgeordnete Anita Tack (Linke) angekündigt.

Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, am Montag gab es eine Lagebesprechung im Polizeipräsidium. Wenn das Außenminister-Treffen gemeistert ist, können Polizisten und Potsdamer kurz Luft holen, dann kommt die nächste „Lage“: Am 15. September wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Verleihung des M 100 Media Awards in Potsdam erwartet.

Von Marion Kaufmann

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