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Potsdam Linke fordern Umdenken in der Verkehrspolitik
Lokales Potsdam Linke fordern Umdenken in der Verkehrspolitik
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20:05 21.02.2018
Hier soll eine Fußgängerzone entstehen. Quelle: Julian Stähle
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Innenstadt

Die weitestgehende Befreiung größerer Teile der Potsdamer Innenstadt von Autoverkehr ist für manche Traum und für andere Alptraum. Nachdem die MAZ die Haltung der Parteien in dieser Frage gegenüberstellt hat und der Linken unterstellte, als Gegner der Verkehrsraumeinschränkung auf der Zeppelinstraße eher „Lobbyist der Autofahrer“ zu sein, haben sich nun die Potsdamer Landtagsabgeordnete der Linken, Anita Tack, zugleich verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, und der frühere Kreischef der Partei, Sascha Krämer, klar in der Frage positioniert.

„Weniger Autos bedeuten mehr Platz, der anderweitig genutzt werden kann. Das macht die Innenstadt erlebbarer für Einwohnern sowie Gäste, attraktiver für die Einzelhändler und ist absolut gut für die Umwelt“, schreibt das Duo in einer gemeinsamen Mitteilung.

Aufenthaltsqualität und Freiräume

„Stellen Sie sich vor, wie attraktiv und lebenswert Potsdams Innenstadt wäre, wenn zwischen Altem Markt und Nauener Tor sowie Brandenburger Tor und Bassinplatz überall Fußgänger- und Grünbereiche statt Parkplätze und Straßen sein würden. Das klingt heute noch schwer vorstellbar“, schreiben die Politiker und nennen bessere Aufenthaltsqualität, mehr Sicherheit und weniger Lärm und Schadstoffe als stärkste Vorteile, die „eventuelle Nachteile bei Weitem überwiegen“ würden.

Noch sei die Innenstadt voll von Autos – fahrend und parkend. „Da ist wenig Freiraum für Kreativität, Ruhe, Genuss, Lebendigkeit. Auch ist Potsdams Innenstadt recht klein und frei von großen Einkaufszentren – die Großeinkäufe mit dem Auto nach sich ziehen würden. Die Brandenburger Straße mit ihren vielen Seitenstraßen kann zum Schlendern und Verweilen einladen. Die freien Flächen könnten für Kunst, Markt, Kultur verwendet werden und einfach nur zum Entspannen“, sagen Tack und Krämer.

Räder und Fußgänger, aber keine parkenden Autos – dieses Bild ist bislang auf die Brandenburger Straße beschränkt. Quelle: Jacqueline Schulz

Rahmenbedingungen für Ausweitung der Fußgängerzone fehlen

Sie befürworten eine derartige Ausweitung der bestehenden Fußgängerzone, sofern bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sind. Damit Menschen die Innenstadt ohne Auto erreichen, müsste etwa die Radinfrastruktur bereitgestellt werden: „Die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad ist wegen fehlender sicherer Abstellplätze nicht komfortabel.“ Damit viele Wege in der Stadt gar nicht erst mit dem Auto zurückgelegt werden müssen, brauche es zudem ein Umdenken weg von der traditionellen Verkehrspolitik hin zur Mobilitätspolitik.

„Wir brauchen mehr Mobilität mit weniger Verkehr“, schreiben Tack und Krämer. „Wir plädieren für verbesserte Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer und für die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit Bussen und Straßenbahnen. Autofahrer sollen durch attraktive Alternativen zum Umsteigen bewegt werden.“

Unerwartete Hilfe von der Bundesregierung

Eine unerwartete Hilfe habe man nun von der Bundesregierung bekommen. „Der Vorschlag des ÖPNV zum Nulltarif könnte bedeuten, dass der Bund künftig Länder und Kommunen finanziell dabei unterstützt, wenn diese einen beitragsfreien öffentlichen Nahverkehr einführen wollen. Dies wäre eine große Chance für Potsdam, die Herausforderungen einer wachsenden Stadt mit mehr Mobilität nachhaltig zu lösen.“ Zugleich stellen die Politiker grundsätzlich fest: „Der private Pkw wird auch künftig gebraucht werden, aber immer weniger in unseren Städten.“

Von Peter Degener

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