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Potsdam Linke schönte ihre Mitgliederzahl
Lokales Potsdam Linke schönte ihre Mitgliederzahl
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09:40 11.01.2018
Sascha Krämer im Mai 2017 mit seinen Nachfolgern Kati Biesecke, Stefan Wollenberg, die die Potsdamer Linke als Tandem führen. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Die SPD ist bereits seit Jahren die Partei mit den meisten Mitgliedern in Potsdam, ohne das selbst bemerkt zu haben. Mike Schubert, von 2008 bis 2016 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, sagte am Mittwoch auf MAZ-Anfrage, er habe „Anfang letzten Jahres registriert“, dass die SPD die bis dahin mitgliederstärkeren Linken überholt habe. Auch die SPD-Unterbezirksvorsitzende Ulrike Häfner geht davon aus, dass die SPD seit einer Eintrittswelle im vergangenen Jahr vor den Linken liegt.

Erst mit dem „Schulz-Effekt“ wurde Tendwende deutlich

Anfang Februar 2017 hatte Potsdams SPD mitgeteilt, dass sie mehr als 800 Mitglieder habe. Grund waren etliche Neumitglieder, die im Sog des „Martin-Schulz-Effekts“ nach dem Führungswechsel an der Spitze der Bundes-SPD in die Partei kamen. Der damalige Linken-Kreischef Sascha Krämer hatte daraufhin auf MAZ-Anfrage bekannt gegeben, dass auch die Mitgliederzahl seiner Partei „ungefähr bei 800“ liege. Damit wären die Parteien erstmals mindestens gleichauf gewesen.

Tatsächlich aber haben die Potsdamer Sozialdemokraten die Linken nach Anzahl der Mitglieder schon 2015 überflügelt. Die SPD hatte damals 757 Mitglieder, die Linken lagen bei nur noch 742. Die Zahlen bekam die MAZ am Mittwoch aus den Kreisgeschäftsstellen der Parteien. Der SPD, die 2004 die 700er-Marke „geknackt“ hatte, so Geschäftsführerin Nadine Lilienthal, gelang erst Anfang 2017 der Sprung über die 800er-Schwelle. Zum Jahreswechsel 2017/18 hatte der Unterbezirk laut Lilienthal 874 Mitglieder, aktuell seien es 882.

Schon seit Ende 2014 hat die Linke weniger als 800 Mitglieder

Die Linken haben bedingt durch eine überdurchschnittliche Anzahl von Mitstreitern höheren Alters bereits seit Jahren mit einem stetigen Mitgliederrückgang zu kämpfen. Ende 2013 hatten sie noch 825 Mitglieder. Schon 2014 sank die Zahl unter die 800er-Grenze. Ende 2015 hatten sie noch 742 Mitglieder, Ende 2016 nur noch 693. Zum Jahreswechsel 2017/18 waren es nur noch 686 Mitglieder.

Veröffentlicht wurde die aktuellste Zahl am Dienstag vom neuen Kreisvorsitzenden Stefan Wollenberg im parteiinternen Info-Blatt. Warum sein Vorgänger in der Öffentlichkeit noch 2017 mit einer Stärke von 800 Mitgliedern operierte, bleibt unklar. Krämer räumte auf MAZ-Anfrage ein, dass er „veraltete Zahlen“ verwendet habe: „Unsere Mitgliederzahlen unterliegen Schwankungen – schon durch die Altersstruktur.“

Drittstärkste Partei bleibt mit aktuell 463 Mitgliedern die CDU

Drittstärkste Partei in Potsdam bleibt die CDU mit aktuell 463 Mitgliedern. Nach Angaben des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Gregor Ritzel schwankt die Zahl zwischen 450 und 500 als Höchstwert aus dem Jahr 2012. Die Grünen haben laut Kreisverbands-Geschäftsführer Jürgen Stelter von 198 Mitgliedern im Jahr 2013 auf 237 Ende 2017 zugelegt.

Die FDP konnte sich nach Angaben der Kreisvorsitzenden Linda Teuteberg von 155 im Jahr 2015 auf aktuell 184 Mitglieder verbessern: „Zudem liegen zehn weitere Aufnahmeanträge vor.“ Zuwachs meldet auch die AfD. Im vergangenen Jahr wuchs die Anzahl der Mitglieder nach Angaben von Kreisgeschäftsführer Thomas Jung von 60 auf 90 an.

Kommunalpolitik aus großer Distanz

Sascha Krämer, Jahrgang 1977, war seit 2010 Kreisvorsitzender der Potsdamer Linken und seit 2014 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Mittelfristig wollte er Hans-Jürgen Scharfenberg als Fraktionschef ablösen.

Eine Unterbrechung erfuhr die Karriere im Mai 2017. Krämer gab alle Parteiämter ab für einen eineinhalbjährigen Aufenthalt in Südafrika als Begleiter seiner Frau Denise Dittrich, die dort für die FDP-nahe Naumann-Stiftung tätig ist.

Dass Krämer in die Politik zurück kehren will, gilt als sicher. Auch aus der Ferne mischt er mit. So geht die Nominierung der parteilosen Gleichstellungsbeauftragten Martina Trauth als Oberbürgermeisterkandidatin der Linken auf ihn zurück.

Von Volker Oelschläger

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