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Krawalle in Potsdam nach Pegida-Demo

Liveticker zum Nachlesen Krawalle in Potsdam nach Pegida-Demo

Ausnahmezustand am Montagabend in Potsdam: Die Pegida-Demo verläuft zunächst friedlich. Als eigentlich schon alles vorbei scheint, gibt es aus den Reihen der Gegendemonstranten stundenlang Krawalle. Böller krachen, Steine und Fahrradständer fliegen, Straßen werden blockiert. Die Polizei muss teils Gewalt einsetzen. Der Liveticker zum Nachlesen.

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Viel Polizei wegen der Pegida-Demo in Potsdam.

Quelle: Hajo von Cölln

Potsdam. Es wird heute die erste Pegida-ähnliche Demo in Potsdam, und die Polizei ist vorbereitet. Um 20 Uhr wollen sich Asylkritiker auf dem Bassinplatz zum Abendspaziergang "gegen die Islamisierung des Abendlandes" treffen. Auch die Pegida-Gegner machen mobil.

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+++ 22.51 Uhr: Die Pegida-Anhänger erreichen den Hauptbahnhof - und verschwinden. Die Pegida-Gegner müssen draußen bleiben, applaudieren aber und rufen "Haut ab!".

+++ 22.48 Uhr: Jetzt sperrt die Polizei auch den Potsdamer Hauptbahnhof ab.

+++ 22.40 Uhr: Es geht tatsächlich über die Lange Brücke. Das bedeutet nichts Gutes für den Verkehr. Die Lange Brücke ist komplett gesperrt, auch Straßenbahnen fahren nicht.

+++ 22.30 Uhr: Der Pegida-Zug biegt nach rechts in die Straße Am Kanal ein. Es geht wohl über die Lange Brücke Richtung Hauptbahnhof.

+++ 22.25 Uhr: Die Polizei ist nicht zu beneiden. Der Pegida-Zug ist jetzt bis zur Französischen Kirche gelangt und läuft die Französische Straße entlang, ringsherum abgeschirmt von Polizisten. Hunderte Pegida-Gegner laufend schreiend hinterher. Neben "Nazis raus" ist nun auch "Alerta Antifaschista" zu hören.

+++ 22.15 Uhr: Der Zug kommt schon wieder zum Stehen, denn teils Vermummte blockieren die Straße und damit den Abzug der Pegida-Anhänger. Nicht nur Menschen, auch viel Müll und andere Gegenstände liegen auf der Straße.

+++ 22.05 Uhr: Die "Demo" auf dem Bassinplatz wird offenbar aufgelöst. Die Polizei leitet die Pegida-Anhänger Richtung Hebbelstraße. Die Gegendemonstranten bleiben ihnen auf den Fersen. Noch immer ohrenbetäubende Rufe "Nazis raus".

+++ 21.55 Uhr: Vom Bassinplatz schallt die deutsche Nationalhymne. Nach Auskunft der Polizei ist die Pegida-Demo bis 22.30 Uhr angemeldet. Wie die Leute dann sicher wegkommen, will die Polizei nicht verraten. Rings um den Bassinplatz ist es noch immer gut gefüllt.

+++ 21.45 Uhr: Es bewegt sich nichts. Noch immer sind ist der Bassinplatz "besetzt", noch immer sind viele Menschen drumherum. Vom Bassinplatz schallt es "Wir sind das Volk!" und "Wir kommen wieder"", von außen antworten "Nazis raus"-Rufe.

+++ 21.30 Uhr: Noch immer keine Entspannung am Bassinplatz. Es ist aber relativ ruhig. Die Pegida-Demonstranten sind weiter durch Polizisten und die im Kreis gruppierten Mannschaftswagen abgeschirmt. Drumherum sind aber nach wie vor Hunderte Menschen auf den Beinen. Es nieselt weiterhin, und es ist richtig kalt.

+++ 21.15 Uhr: Ein Augenzeuge berichtet, dass es der zweite Bus bis zur Schiffbauergasse geschafft hat. Doch weil Scheiben eingeschlagen wurden, kann der Bus nicht weiterfahren. Wie - und wie sicher - kommen die Pegida-Leute nun nach Berlin?

+++ 21.00 Uhr: Es ist noch nicht vorbei. Rund 100 der Abendspaziergänger befinden sich noch immer auf dem Bassinplatz - und kommen nicht weg. Sie sind von allen Seiten von der Polizei umstellt, bleiben so von den krawallmachenden Antifa-Leuten getrennt. Es regnet und regnet. Was ist mit dem zweiten Bus?

+++ 20.50 Uhr: Zurück bleibt ein Chaos in der Innenstadt. Der Verkehr ist blockiert, Busse und Straßenbahnen stauen sich um den Platz der Einheit herum. Es wurden Mülltonnen umgekippt, Weihnachtsbäume auf die Straße geworfen.

+++ 20.48 Uhr: Der Polizei gelingt es, den Bus über die Charlottenstraße aus der Innenstadt herauszuführen. 

+++ Der Polizei gelingt es auch um  20.35 Uhr noch nicht, die Sitzblockade aufzulösen. Die Polizei versucht jetzt, den Bus rückwärts zu leiten.

+++ Um 20.30 Uhr hat sich eine Sitzblockade formiert und verhindert die Weiterfahrt des Pegida-Busses. Die Polizei will die Sitzblockade auflösen, doch kommt auch mit Gewalt und Pfefferspray nicht dagegen an.

Die Polizei versucht, die Sitzblockade aufzulösen.

Quelle: Rainer Schüler

+++ Aus den Reihen der Gegendemonstranten wird es kurz nach Abfahrt der Busse ungemütlich.Die Pegida-Teilnehmer wollen nach Hause, kommen jedoch zunächst nicht weit. Leute der Anti-Pegida-Demo blockieren die Kreuzung an der Wilhelmgalerie, der Bus kommt nur sehr langsam voran. Die Polizei versucht, den Weg freizumachen. Es fliegen Böller, und es wird gegen die Busse getrommelt. Es wird sogar versucht, Absperrgitter unter den Bus zu schieben, um ihn an der Weiterfahrt zu hindern. Der zweite Bus hat es offenbar noch rechtzeitig raus aus Potsdam geschafft, von ihm ist jedenfalls nichts zu sehen.

+++ Um 20.21 Uhr scheint der Spuk schon vorbei zu sein. Die Busse mit den verhinderten Abendspaziergängern machen sich schon wieder auf den Weg nach Berlin. "Auf Wiedersehen" rufen die Gegendemonstranten. Es ist übrigens ein Potsdamer Busunternehmen, dass die Pegida-Leute wieder nach Berlin bringt.

+++ 20.18 Uhr: War es das schon? Die aus Berlin angereisten Pegida-Teilnehmer steigen wieder in ihre Busse, begleitet von lautstarken Rufen "Nazis raus!" und "Haut ab!".

+++ Gegen 20.10 Uhr sind schätzungsweise 150 Abendspaziergänger versammelt. Doch noch gibt es keinen Spaziergang. Die Pegida-Leute stehen einfach nur rum, es gibt jedoch Sprechchöre. Eine doppelte Polizeikette sorgt dafür, dass die beiden Lager getrennt bleiben. Es beginnt zu regnen.

+++ Punkt 20 Uhr kommen die Reisebusse aus Berlin mit der Pegida-Verstärkung auf dem Bassinplatz an. Die übermächtige Anti-Pegida-Menge "begrüßt" die Zugereisten mit Böllern, Trillerpfeifen und "Nieder mit dem Nazipack"-Sprüchen. Ein massives Polizeiaufgebot trennt die beiden Parteien, die Polizisten tragen Schutzhelme.

Eine doppelte Polizeikette trennt die Pegida- von den Anti-Pegida-Demonstranten.

Quelle: Rainer Schüler

+++ Um 19.58 Uhr versuchen Vermummte, von der Anti-Pegida-Seite auf dem Bassinplatz auf die Pegida-Seite zu gelangen. Polizisten können sie davon abhalten.

+++ Um 19.56 Uhr ein lauter Knall! Doch es ist "nur" ein Böller. Jemand ruft "Jetzt geht's los!". Die Pegida-Anhänger stehen noch immer mit zusammengerollten Transparten. Sie warten auf die angekündigten zwei Reisebusse aus Berlin mit weiteren Teilnehmern.

+++ Um 19.55 Uhr sind nun auch Teilnehmer des "Abendspazierganges gegen die Islamisierung des Abendlandes" eingetroffen. Auf der anderen Seite des Bassinplatzes, hinter der Kirche, warten rund 30 Menschen mit zusammengerollten Transparenten.

+++ Gegen 19.30 Uhr ist der Bassinplatz bereits mit rund 400 Menschen gefüllt, schätzt ein Augenzeuge. Gesehen werden der Potsdamer Galerist Rainer Sperl und der Lokalpolitiker Lutz Boede. Waren es gegen 19 Uhr vor allem junge Leute, ist das Publikum nun altersmäßig gemischt. Es gibt nicht nur Musik aus Boxen, sondern auch Liveauftritte. Die Musiker und auch einige Teilnehmer rufen "Pegida fuck you".

Kontra Pegida: Musik und rund 400 Menschen auf dem Bassinplatz.

Quelle: Rainer Schüler

"Rassisten raus - Flüchtlinge willkommen"

Quelle: Rainer Schüöler

+++ Von den Pegida-Demonstranten ist um 19 Uhr noch nichts zu sehen. Über Twitter wird aber gemeldet, dass mehrere Busse aus Berlin unterwegs sind.

 

+++ Bereits um 19 Uhr sind die Pegida-Kritiker aktiv. Vor dem Filmmuseum gegenüber dem Lustgarten sind rund 50 meist junge Menschen versammelt. Eine mobile Leinwand ist aufgestellt, auf der unter anderem Bilder aus dem Bürgerkriegsland Syrien gezeigt werden. Dazu erzählt ein junger Syrer aus seiner Heimat.

+++ Zur selben Zeit (19 Uhr) befinden sich auf der Aktionsfläche des Bassinplatzes rund 120 Menschen. Auch sie setzen mit ihrer Präsenz und Hip-Hop-Musik ein Zeichen gegen Pegida.

+++ Das Polizeiaufgebot in der Innenstadt ist bereits ab 18 Uhr enorm. An der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/ Charlottenstraße an der Wilhelmgalerie stehen laut eines Augenzeugen gut ein Dutzend Mannschaftswagen. Auf dem nahen Bassinplatz parken weitere Polizeiautos. Straßen sind aber (noch) nicht abgesperrt.

Gegen 19 Uhr: Viel Polizei auf dem Bassinplatz.

Quelle: Hajo von Cölln

Drei Straßenveranstaltungen waren angekündigt

Erstens: In Potsdam wird am Montagabend ein " Abendspaziergang " unter dem Motto "Potsdam gegen die Islamisierung des Abendlandes" erwartet. Der Anmelder hat dazu aufgerufen, sich um 20 Uhr am Bassinplatz zu versammeln, um "gegen die Islamisierung" zu demonstrieren. Gemeinsam, so heißt es auf Facebook, wolle man in Potsdam "gegen die sexuellen Übergriffe in Köln, Stuttgart, Hamburg und Berlin" demonstrieren. Großes Interesse hatte dieser Aufruf bis zum Montagnachmittag jedoch nicht geweckt.

Zweitens: Dennoch sind die Gegner der Pegida-Bewegung alarmiert. Vor allem in den sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook wird dafür geworben, den "Pegida-Aufmarsch in Potsdam [zu] verhindern."

Ab 19 Uhr will man auf dem Bassinplatz "jammen statt jammern" und den möglichen Teilnehmern einer Pegida-Demonstration eine Welt "voller Kreativität, Offenheit und freudigem Miteinander " präsentieren, heißt es unter dem Motto "Block(t)-Bassi-Party" auf Facebook.

Drittens: Für 20 Uhr hat das Bündnis " Potsdam bekennt Farbe" zu einer lautstarken Protestkundgebung am Lustgarten aufgerufen. Man wolle deutlich machen, "dass in Potsdam kein Platz ist für Rassisten".

Im Dezember 2014 hatte es den ersten Versuch gegeben, in Potsdam eine Anti-Asyl-Demonstration zu organisieren. Ohne Erfolg. Der Anmelder sagte die Aktion kurzfristig ab.

Von Rainer Schüler, Hajo von Cölln und Maria Kröhnke

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