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Potsdam Lotte Jäger ist den SED-Bonzen auf der Spur
Lokales Potsdam Lotte Jäger ist den SED-Bonzen auf der Spur
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14:03 11.09.2016
Lotte Jäger (Silke Bodenbender) und mit ihrem Freund Uwe (André Szymanski). Quelle: ZDF/ HJ. Pfeiffer
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Potsdam

Sie kann nach Jahren in der Mordkommission keine Leichen mehr sehen. Deshalb widmet sich die Potsdamer Oberkommissarin Lotte Jäger, gespielt von Silke Bodenbender, ungelösten Altfällen. Wie jenem aus der Endzeit der DDR. 1988 kam im Jagdschloss Hubertusstock, wo SED-Bonzen und Staatsgäste ihren vielfältigen Gelüsten frönten, eine junge Frau gewaltsam ums Leben. Ein Unschuldiger ging dafür ins Gefängnis. Nun trifft er den Mann wieder, der ihn einst schwer belastete. Lotte Jäger ist einer Verschwörung auf die Spur... Der von der Babelsberger Ufa produzierte Krimi „Lotte Jäger und das tote Mädchen“ läuft am 12. September um 20.15 Uhr im ZDF.

Einblick in eine Filmszene vor dem Jagdhaus Hubertusstock in Joachimsthal. Quelle: ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer

Zugegeben, Potsdam wird im Film mehr behauptet als tatsächlich sichtbar – bis auf Glienicker Brücke, Fachhochschule am Alten Markt und Militärwaisenhaus. „Das waren nur ein paar Szenen“, sagt die Schauspielerin. „Ich mag Potsdam. Die Stadt wirkt so gemütlich und hat etwas Dänisches, wegen dieser niedlichen bunten Häuser.“ Mehr Drehzeit verbrachte die Wahl-Berlinerin am Originalmotiv, der staatlichen DDR-Jagdrepräsentanz auf Hubertusstock – Historie zum Anfassen. Mit „Ost-Kollegen“ wie Andreas Schmidt-Schaller redete die aus Nordrhein-Westfalen stammende Schauspielerin viel über die DDR. An Auftritte mit dem Jugendchor zu Vor-Wende-Zeiten hierzulande habe sie nur freundliche Erinnerungen, erzählt Bodenbender beim Interview in einem Schöneberger Café.

Verwandt mit der US-Serie „Cold Case“

Der spannende „Lotte Jäger“-Krimi ist inhaltlich verwandt mit der US-Serie „Cold Case“ und mit den dänischen Jussi-Adler-Olsen-Verfilmungen. Auch auf „Lotte Jäger“ könnten weitere unaufgeklärte Morde warten. Fortsetzungen – die große Ausnahme für die Charakterdarstellerin. „Ich lege mich ungern fest und mag keine Stempel“, sagt Silke Bodenbender: „Ich will über meine Vielseitigkeit wahrgenommen werden.“ Deshalb lehnte sie Angebote in Serien immer ab. Die 42-Jährige brillierte in starken ZDF-Dramen, als psychisch und physisch geschundenes Stalking-Opfer („Eine verhängnisvolle Nacht“), als gutgläubige Löwenmutter („Vater Mutter Mörder“), als duckmäuserische Ehefrau („Es ist alles in Ordnung“). Silke Bodenbender sucht ihre Rollen nach dem „Möglichst-weit-weg-von-mir-Prinzip“ aus. „Sonst würde ich zu sehr mich selbst spielen.“ In Lotte Jäger, dieser zupackenden, lebendigen Frau, stecke mehr drin „als in den verhuschten Figuren“.

Silke Bodenbender spielt die Potsdamer Kommissarin Lotte Jäger. Quelle: ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer

Silke Bodenbender ist im TV gefragt

In das oft gehörte Klagelied, dass für Ü-35-Aktricen interessante Rollen spärlicher werden, stimmt Silke Bodenbender nicht ein. „Davon merke ich nichts.“ Die Mutter eines sechsjährigen Sohns und einer zweijährigen Tochter dreht drei Filme pro Jahr. „Das ist gut machbar, weil ich ein Vorbereitungsmensch bin und Zeit brauche, um mich in eine Rolle einzufinden.“ Steckt sie in der TV-Schublade? Auch hier: Kopfschütteln. Starke Drehbücher kämen eben oft vom Fernsehen.

Fürs Kino dreht sie eben seltener, spielte eine Mini-Rolle in Nicolette Krebitz’ Frau-liebt-Wolf-Film „Wild“. Irgendwann will sie wieder auf die Bühne. Auch das Hans-Otto-Theater käme für ein Comeback infrage: „Das soll toll sein, das muss ich mir unbedingt angucken.“

„Lotte Jäger und das tote Mädchen“, ZDF, 12. September, 20.15 Uhr

Von Ricarda Nowak

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