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Luckau-Duben statt Fuerteventura

Pogida-Gründer Müller gefasst Luckau-Duben statt Fuerteventura

Es ist das Ende eines unerlaubten Auslandsaufenthalts. Der länger flüchtige Pogida-Gründer Christian Müller wurde auf den Kanaren geschnappt und muss nun in der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben seine Haftstrafe antreten.

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Mehrfach vorbestrafter Demo-Organisator: Christian Müller bei einer Pogida-Veranstaltung im April.

Quelle: Foto: Andrè Bauer

Potsdam. Sein letzter öffentlicher Facebook-Post stammt vom 22. Juni dieses Jahres. Damals hatte Pogida-Gründer Christian Müller seine Ladung zum Strafantritt fotografiert und ins Netz gestellt. Seither war der Potsdamer nicht mehr in Erscheinung getreten. Müller, den das Landgericht Potsdam am 15. Mai in Abwesenheit zu einem Jahr Haft wegen Körperverletzung verurteilt hatte, hatte sich abgesetzt.

Schon während der von Müller selbst angestrebten Berufsverhandlung, zu dem nur sein Verteidiger, der rechte Szene-Anwalt Wolfram Nahrath, erschienen war, ging die Justiz davon aus, dass der frühere Anmelder der Pogida-Demos auf der Flucht ist – und sich auf den Kanaren aufhält. Von Fuerteventura hatte Müller Facebook-Posts abgesetzt, sich später mit einem Livestream vor südlicher Kulisse zu Wort gemeldet und die „Patrioten“ in der Heimat gegrüßt.

Im Februar 2016 zu einjähriger Haftstrafe verurteilt

Wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) am Dienstagabend meldeten, ist der Kopf der Pegida-Bewegung nun auf den Kanaren gefasst worden. Wenn Müller in den kommenden Tagen nach Deutschland ausgeliefert wird, muss er laut Ladung in der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben seine Haftstrafe antreten. Das Justizministerium war am Dienstagabend nicht für eine Bestätigung zu erreichen. Einem Sprecher des Innenministeriums war die Verhaftung Müllers bislang nicht bekannt.

Im Juli hatte die Staatsanwaltschaft Potsdam das Vollstreckungsverfahren gegen Müller eingeleitet. Details hatten die Justizbehörden nicht bekannt gegeben, um die Suche nach dem Verurteilten nicht zu gefährden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte zuvor ihre Berufung in dem Verfahren zurückgezogen, um dieses nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Die Staatsanwaltschaft wollte ursprünglich eine höhere Haftstrafe für Müller erreichen, der im Februar 2016 in erster Instanz vom Amtsgericht Potsdam verurteilt worden war.

Intensivtäter: 170 Einträge zu Müller

Der Intensivtäter hat insgesamt bereits fünf Jahre im Gefängnis gesessen, zuletzt in der JVA Brandenburg/Havel, wo er bei zwei als „Störchen“ bekannten Sexualverbrechern Schutz vor Mitinsassen aus dem Rockermilieu gesucht haben soll. Insgesamt kennt das Polizeiregister mehr als 170 Einträge zu dem 34-Jährigen, der sich nach bekanntwerden seiner kriminellen Vergangenheit aus der Leitung der fremdenfeindlichen Pogida-Bewegung zurückgezogen hatte. Die Demonstrationen schliefen unter einem neuen Anmelder bald ein. Die erste von Müller initiierte Demonstration hatte am 11. Januar 2016 stattgefunden. Dabei war es zu Krawallen gekommen.

Von Marion Kaufmann

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