Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Lücken bei der Demenzversorgung
Lokales Potsdam Lücken bei der Demenzversorgung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 26.07.2017
Wenn der Schlüssel im Kühlschrank landet: Der Alltag ist für Demenzkranke und Angehörige nicht einfach. Quelle: Foto: dpa
Potsdam

Die Landeshauptstadt ist auf den demografischen Wandel und den damit einhergehenden wachsenden Seniorenanteil nicht ausreichend vorbereitet. In Potsdam fehlen spezielle Einrichtungen für Menschen mit Demenzerkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe der Senioren-Union, die den im Vorjahr erstellten Seniorenplan der Stadt unter die Lupe nimmt. Um das reine Willensbekundungspapier mit Leben zu füllen, wird derzeit an einem Aktionsplan gearbeitet, in dem konkrete Maßnahmen und Zuständigkeiten für die Umsetzung festgelegt werden sollen. „Was die Seniorenfreundlichkeit angeht, hat Potsdam in einigen Punkten Nachholbedarf“, sagt CDU-Fraktionschef Matthias Finken. „Ein wichtiger Punkt ist das Thema Demenz.“

Dass es in Potsdam an einer spezialisierten stationären Einrichtung für Demenzkranke fehlt, ist im Seniorenplan bereits dokumentiert. „Diese ist nötig, da nicht alle Menschen mit einer Demenzerkrankung in herkömmlichen Pflegeheimen versorgt werden können“, heißt es. Für besondere und schwerwiegende Formen der Erkrankung, die mit einer Persönlichkeitsveränderung und starken Veränderungen im sozialen Verhalten wie Aggressivität oder starkem Laufbedürfnis einhergingen, seien darauf abgestimmte Pflegeeinrichtungen nötig. „Derzeit müssen Betroffene aus Potsdam in umliegende Heime ausweichen“, heißt es im Seniorenplan. Die Nachfrage nach diesen Plätzen sei entsprechend groß. Die Landeshauptstadt soll nun in Kooperation mit den Kranken- und Pflegekassen, dem Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) sowie dem Netzwerk „Älter werden in der Landeshauptstadt Potsdam“ eine spezialisierte, stationäre Einrichtung etablieren.

Demenz-WGs sind beliebt

Konkrete Schritte für die Umsetzung gebe es noch nicht, so Stadtsprecher Jan Brunzlow. Spezielle Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke finden Potsdamer zur Zeit vor allem in Berlin. Dass in Potsdam selbst Spezialheime gebraucht werden, zeigen Prognosen: Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Demenzkranken in Potsdam auf rund 4900 ansteigen – fast eine Verdopplung im Vergleich zu 2009.

Dass der Bedarf da ist, weiß auch Manja Sprdlik, Vorsitzende des Vereins „Lebenswert“, der aus einer Anwohnerinitiative heraus eine Demenz-WG in der Heinrich-Mann-Allee mit acht Plätzen betreibt. „Wir haben immer Wartelisten“, sagt Manja Sprdlik. Angehörige würden gerne eine weitere WG ins Leben rufen. „Das scheitert bislang daran, dass sich in Potsdam keine geeigneten Objekte finden lassen.“

Auch die Babelsberger Wohngemeinschaft des 2009 von Angehörigen gegründeten Vereins „Leben wie ich bin – Selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Demenz“ bekommt viele Anfragen. „Der Bedarf kann mit den acht Plätzen nicht gedeckt werden“, sagt Sonja Köpf vom Kompetenzzentrum Demenz in Trägerschaft der Alzheimergesellschaft Brandenburg, das wie die WG in der Stephensonstraße beheimatet ist. Der private Pflegedienst „Herbstzeit“ will darüber hinaus noch in diesem Jahr zwei Demenz-WGs im Havel-Nuthe-Center in Drewitz eröffnen.

„Die Folgen der demografischen Entwicklung sind mit einzelnen Einrichtungen aber nicht zu bewältigen“, ist Sonja Köpf überzeugt. „Es braucht auch kommunale Strategien und mehr Unterstützung im Quartier, damit ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Wohnumfeld möglich ist.“ Mit Infoveranstaltungen, zu denen auch die Polizei und Firmen eingeladen werden, will das Kompetenzzentrum um Verständnis für Demenzkranke zu werben, die weiter zu Hause leben.

3000 Betroffene in Potsdam

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigt aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung die Zahl der Demenzkranken stetig.

In Brandenburg leben derzeit rund 55 000 Menschen mit Demenz, über die Hälfte von ihnen wird von Angehörigen zu Hause betreut.

In Potsdam, wo etwas 3000 Menschen betroffen sind, haben ambulanten Dienste und stationäre Einrichtungen eine etwas höhere Bedeutung bei der Versorgung.

Von Marion Kaufmann

Potsdam Neues Gartenlokal vor Sanssoucis Toren - Provisorischer Stadtgarten muss weichen

Auf dem Grundstück gegenüber dem Obelisken in der Schopenhauerstraße soll ein Gartenlokal entstehen. Die Polo GmbH sucht derzeit noch Käufern. Bedingung: Innerhalb von zwei Jahren soll die gastronomische Einrichtung eröffnen.

26.07.2017

Potsdam, geliebte Stadt! Oder doch nicht? Bei der "Stadt für eine Nacht" im Juli konnten Besucher unter dem Motto "Mein Satz für Potsdam" ihr ganz persönliches Statement zur Stadt abgeben. Wir präsentieren die besten Video-Antworten und die Gewinner der Online-Abstimmung.

26.07.2017
Potsdam TV-Show in der Landeshauptstadt - Potsdam sucht die Shopping Queen

Die Dreharbeiten zu Shopping Queen haben begonnen. Seit Montag tourt das pinke Shopping-Mobil durch Potsdam: Selfie-Alarm in der City! Fünf Kandidatinnen shoppen derweil noch bis Freitag, was die Boutiquen so hergeben. Wem Guido Maria Kretschmer am Ende wohl das Krönchen aufsetzt?

26.07.2017